Die Moornixe wurde in einer nächtlichen Aktion an Land gebracht
Spektakuläre Rettung

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Schiffsbergung gelungen! Die Moornixe wurde in der Nacht zum Sonntag endgültig aus der Ruhr geborgen. Ob das Schiff aber jemals wieder auf dem Fluss und dem Baldeneysee zum Einsatz kommen wird, steht noch nicht fest.

Genauso spektakulär wie die Havarie des Fahrgastschiffes im Juli, als das Jahrhunderthochwasser auch Mülheim mit voller Wucht traf, gestaltete sich auch die Bergung. Mitten auf dem Kassenberg surrte in der kalten Oktobernacht der riesige 450-Tonnen-Kran, bereit, die Seile aufzunehmen, die das 18 Meter lange Schiff umschlangen, und es an Land zu bringen. Für Schiffseigner Heinz Hülsmann eine nervenaufreibende Situation: Hält das Schiff die Hebeaktion durch oder bricht die Moornixe gar auseinander?

Zehn fast schlaflose Nächte lagen hinter ihm, denn seit das Schiff aus dem Wasser an die Oberfläche geholt wurde, hatte Hülsmann am Ufer des Kassenberges Nachtwache gehalten. „Man weiß ja nicht, auf was für Ideen die Leute kommen. Nachher kommen da ein paar Halbstarke vorbei und ziehen den Stecker“, erklärte er. Und das wäre tückisch gewesen, denn das Boot wurde nur durch den unermüdlichen Einsatz der Tauchpumpen überhaupt über Wasser gehalten.

Doch die Moornixe verhielt sich bei ihrer endgültigen Bergung mustergültig und ließ sich von kräftigen Arbeitern an langen Tauen in die richtige Position bringen. Am Ende landete das Boot butterweich auf dem Tieflader, der es zur Friedrich-Wilhelms-Hütte bringen soll. Dort hat Hülsmann für das historische Schiff einen Platz gefunden, wo es begutachtet und – falls der Experte grünes Licht gibt – auch repariert werden kann.

17 Tonnen "abgenommen"

Die einstige MS Baldeney, das erste Fahrgastschiff auf dem Baldeneysee, ist 1933 aus echtem Kruppstahl gebaut worden und wog bis zur ihrem Hochwasser-Untergang 33 Tonnen. Als sie aus dem Wasser gezogen wurde, hatte sie bis auf schlanke 17 Tonnen "abgenommen". „Es ist einiges verloren gegangen“, schilderte Hülsmann. Das Oberdeck ist ebenso verschwunden wie der Steuerstand, die Photovoltaik-Anlagen sind ebenfalls in der Ruhr geblieben. Auch die Galionsfigur ist möglicherweise für immer verloren.

Für Heinz Hülsmann heißt es jetzt: hoffen auf den nächsten Schritt. Ein Sachverständiger einer Duisburger Werft wird die Schäden begutachten und seinen Blick vor allem auf den Rumpf und den Motor richten.

Aufgeben ist für ihn keine Option. Denn die Nixe wurde bereits im Zweiten Weltkrieg bombardiert, war damals schon einmal unter Wasser und konnte wieder hergerichtet werden. Quelle: WAZ Ein Bild aus guten alten Zeiten, als die Moornixe noch MS Baldeney hieß. Foto: LK Nur wenig ist von der stolzen Moornixe übrig geblieben. Nach der Bergung soll nun ein Sachverständiger prüfen, ob sich eine Reparatur lohnt. Foto: Fabian Strauch/FFS

Autor:

Regina Tempel aus Mülheim an der Ruhr

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