Noch ist es ruhig in Mülheims Krankenhäusern
Stadt weitet Testmöglichkeiten aus

Im EKM hat man die Kapaziäten ausgebaut.
  • Im EKM hat man die Kapaziäten ausgebaut.
  • Foto: EKM/Matthias Duschner
  • hochgeladen von Regina Tempel

Die ehemaligen Flüchtlingsunterkünfte an der Mintarder Straße, bestehend aus acht Holzhäusern, sollen bei Bedarf als Behelfskrankenhaus ausgestattet werden. In 100 Zimmern sind dann 200 Betten untergebracht. Allerdings hat man die ursprünglich bereits ab Montag geplante Einrichtung des Not-Krankenhauses zunächst verschoben, weil sich die Situation an den Mülheimer Krankenhäusern noch entspannt zeigt und die Prioritäten zurzeit woanders liegen.

"Zurzeit ist es ausgesprochen ruhig bei uns", erklärt Silke Sauerwein, Pressesprecherin des EKM. Das liege zum einen an dem Besuchsverbot im Krankenhaus, zum anderen auch daran, dass viele Routine-Operationen verschoben wurden und nur Notfälle behandelt werden. "Unsere Intensivstation ist zurzeit zu rund einem Drittel belegt."

Tägliche Neubewertung der Lage

Täglich trifft sich ein Stab aus Leitungskräften und Mitarbeitern, um die Situation tagesaktuell neu zu bewerten und zu schauen, auf was man sich vorbereiten muss. So wurde die Anzahl der Beatmungsgeräte verdoppelt, es laufen Gespräche mit der Feuerwehr, wie man noch weitere Geräte bekommt. Die Station 5 wurde komplett leer gezogen und wird nur für die Aufnahmen von Corona-Verdachtsfälle genutzt. Das Krankenhaus hat bereits mehrere Verdachtsfälle auf Covid-19 aufgenommen, bestätigt wurde bisher allerdings noch kein Fall. Weitere Stationen könnten bei Bedarf ebenfalls genutzt werden. "Das Personal ist da", sagt Sauerwein und lobt das Engagement aller Beschäftigten. Parallel laufen Schulungen von dem medizinischem Personal für den Einsatz an den Beatmungsplätzen oder das richtige Anlegen von Schutzkleidung.

Die Beschaffung von letzterer aber, bestätigt Silke Sauerwein, sei eine Katastrophe. "Unser Einkauf telefoniert sich die Finger wund." Noch habe man ausreichend Schutzkleidung. Aber es sei nicht zu schätzen, wie lange der Vorrat reiche. "Das hängt ja sehr davon ab, wie sich die Situation bei uns entwickelt." Gerade erst habe es eine Lieferung des Landes von Schutzmasken auch an die Mülheimer Krankenhäuser gegeben. Aber das waren gerade mal 600 Masken für beide Krankenhäuser. "Wir sollen im Laufe der Woche noch eine Lieferung bekommen", hofft Sauerwein.

Alle Kapazitäten ausgebaut

Auch das Marienhospitel hat alle Kapazitäten ausgebaut, die innerhalb des Krankenhauses möglich sind. So wurden die Beatmungsplätze von neun auf auf 16 erhöht und die Zeit genutzt, um Personal zu schulen. "Nach wie vor sind wir froh, keinen Covid-Fall im Hause zu haben", erklärt der Ärztliche Direktor Dr. Thomas Nordmann. Er lobt die Mülheimer, die offenbar die Abstandsregeln gut einhalten. In Mülheim habe man keine so starke Entwicklung der Fälle wie in anderen Städten. Aber das sei letztlich auch das Ziel, dass es gar nicht erst so viele schwere Fälle in Mülheim gibt.

Testmöglichkeiten erweitert

Die Stadt wiederum hat nun die Öffnungszeiten des Diagnosezentrums erweitert und damit die Testkapazitäten ausgebaut. Neben den bereits bekannten Testvoraussetzungen, Kontakt zu einem bestätigten Covid–19 Fall, einer Rückkehr aus einem als Risikogebiet eingestuften Land oder einer Region mit Häufung von Covid–19 Fällen und aufgetretenen Symptomen, werden nun auch die Testung für Menschen mit Vorerkrankungen und Atemwegserkrankungen angeboten. Weiterhin gibt es Tests für Menschen, die ehrenamtlich oder hauptberuflich mit Risikopatienten arbeiten. Aber auch hier gilt, dass vorher der Hausarzt für eine Überweisung kontaktiert werden muss.

Aber die Stadtverwaltung bittet auch, sich trotz der Erweiterung der Kapazitäten solidarisch mit jenen zu zeigen, die auf einen Test angewiesen sind. Nicht immer mache ein Test Sinn. Sei bereits ein in häuslicher Gemeinschaft lebendes Familienmitglied positiv getestet worden, so befinde man sich bereits in Quarantäne und müsse bei einer Infektion und mildem Krankheitsverlauf nicht getestet werden. Die Labore arbeiten unter Hochdruck, jedoch kann es weiterhin bis zu vier Tage dauern, bis ein Ergebnis vorliegt.

Autor:

Regina Tempel aus Mülheim an der Ruhr

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