Kamelfarm Issum
Stressfreie Schiffstour mit den Wüstenschiffen

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Zum ersten Mal war mir die Kamelfarm auf einer Karte vom Niederrhein begegnet und lockte nur ein müdes Schmunzeln hervor. „Ja, nun, man muss heute halt überall mit allem rechnen, sogar am Niederrhein.“ Später aber packte mich doch die Neugier und ich nahm mir vor, bei einem unserer häufigen Ausflüge im Gebiet von Geldern, Kerken, Rheurdt, Rheinberg, Issum, Alpen, Kamp-Lintfort einmal dort vor Ort nachzuschauen. Eigentlich hatte ich die Karte nur vergrößert, um die Fleuth, den schier unendlichen Bachlauf in der Gegend, besser verfolgen zu können. Dabei sprang mir die Kamelfarm ins Auge. Im Februar 2021 waren wir wieder in der Gegend. Wir steuerten das von der Straße aus unauffällige Gehöft auf dem Nordring an, das  wegen Corona für Publikum gesperrt war, und nahmen lediglich einen kleinen Flyer ("Wüstenschiffe") mit.

Schon Anfang des Jahres hatten wir unserer Tochter den Aufenthalt mit Kamelritt für die ganze Familie als Geburtstagsüberraschung geschenkt. Durch Corona konnte sie das Geschenk erst am letzten Samstag vor dem Europameisterschaftsspiel Deutschland-Portugal einlösen.
Die ebenso freundliche wie beredsame Malanie begrüßte uns auf dem Hof, der zunächst nur einen sehr unspektakulären Eindruck aus nüchternem Backstein und grünen Toren macht.
Kommt man nach der kurzen Einführung aber durch die Stallpassage, dann öffnet sich am hinteren Ende der Blick auf ein ansehnliches Areal mit Gattern, wo einem nach und nach die erwarteten Kamele erscheinen.

Aber zunächst ging es zu den Eseln, denn die kleine Kira hatte sich statt für eines Kamelritts für einen Eselspaziergang entschieden. Malanie holte weit aus und erzählte flott und humorvoll die mehr oder weniger zufällige Entstehung der Issumer Eselsammlung, die da sehr viel Platz auf einer großen Weide stand. Hier konnte also schon mal auf niederem Niveau gestreichelt werden.
Dann gings aber endlich zur Weide mit drei, vier Kamelen, und es begann der ausführliche Hauptvortrag, wo sämtliche Fragenrund ums Kamel beantwortet wurde, gleichgültig ob sie gestellt wurden oder nicht. Kamelwolle gab’s in rauen Menge als Mitbringsel, und natürlich wurde das berühmte „fünfte Bein“ (verhorntes Brustbein zwischen den Vorderbeinen) ausführlich demonstriert. Sogar ein Mutterkamel konnte ganz nah beim Stillen beobachtet werden.

Inzwischen hatte man bemerkt, dass einige Kamele doch etwas „zerlumpt“ aussahen, d.h. das Fell war nicht ganz regelmäßig verteilt und lud zum Abpflücken ein. Jetzt bei der Vorbereitung zum Kamelritt wurden aber zumindest die drei, die wir reiten würden von dem jeweiligen Reiter glatt gebürstet und frisiert. Das stiftete gleichzeitig eine engere Bekanntschaft mit den liebenswürdigen Wüstenschiffen, die es sich gefallen ließen und eine dankbare Ruhe verbreiteten.

Gelegentlich hörte man von irgendwo her auch Kamelrufe, die einen an Juressic Park erinnerten. In der Tat wurden bei solchen Filmen mangels Originaltondokumenten die Saurier von Kamelen synchronisiert, wie Melanie zu berichten wusste.

Die Safari rund um das Weiden-Areal war ausreichend weit, ging teilweise auch unter schattigen Bäumen her, wo die Kamele auch schon mal die Zweige über ihren Köpfen herunterzogen und das frische Blattwerk genossen. Doch ging es meist zügig weiter. Zur Hälfte gab‘s freundlicherweise einen kurzen Stopp, die drei Höckertiere wurden zusammengeführt und das obligate Familien-Safarifoto mit Winken in die Kamera konnte privat geschossen werden.
Auch beim Absatteln, wenn sich die Kamele niederlegen, gab es wieder ausreichend Gelegenheit zum Fotografieren.
Die zwei Kamelführerinnen und der Kamelführer machten ausgezeichnete Arbeit und die fachkundige Melanie war immer ansprechbereit. Man fühlte sich nie bevormundet, sondern wurde stets freundlich angeleitet.

Die Mutter des Geburtstagskindes und Initiatorin der Schiffstour, die eigentlich nicht mitreiten wollte, packte dann doch noch die Neugier und sie drehte auf Karl eine kleine Runde. "Was hattest du für ein Gefühl?"- "Es war ein Wiegen und sanftes Schaukeln wie in Abrahams Schoß!"

Vielen Dank auch an die wunderbaren Tiere wie Karl, Babou usw.

Bewegend zum Schluss noch der Besuch in der "Seniorenresidenz". Dort blickte uns der Senior der Truppe noch recht munter entgegen, der Opa, mit 43 Jahren das älteste Kamel Eur-opa-s!

Es war ein wunderbarer Ausflug in eine recht ungewohnte Welt ohne jeglichen Stress.
Für Familien ein echter Gewinn und bei uns ein entspannendes Geburtstagsgeschenk für das Geburtstagskind und seine Familie.

Und dann hat Deutschland noch gewonnen, aber das ist eine andere Geschichte…

Info

Kamelfarm am Niederrhein & Co. KG
Anja Peters
Nordring 155
47661
www.kamelfarm-am-niederrhein.de

Autor:

Franz B. Firla aus Mülheim an der Ruhr

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