Nachhaltigkeits-Projekt mit äthiopischer Universität
Von Unkraut zu Rohstoff

Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion startet ein Projekt mit einer äthiopischen Universität.
  • Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion startet ein Projekt mit einer äthiopischen Universität.
  • Foto: MPI CEC - Thomas Hobirk
  • hochgeladen von Sibylle Brockschmidt

MPI-Direktor Prof. Walter Leitner und seine Abteilung beschäftigen sich am Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion schwerpunktmäßig mit dem Thema „grüne Chemie“. Gemeinsam mit der äthiopischen Universität Addis Ababa startete das MPI CEC nun ein neues Projekt, in dem aus einem „Unkraut“ nachhaltige chemische Produkte erzeugt werden sollen.

Die Abteilung konzentriert sich auf die Herstellung von chemischen Produkten unter Verzicht auf fossile Rohstoffe. Leitner ist Ehrenmitglied der chemischen Vereinigung in Äthiopien und hatte die Kooperation gemeinsam mit Prof. Yonas Chebude, Leiter der Fakultät für Chemie in Addis Ababa, initiiert. „Wir planen wechselseitige Aufenthalte von Doktoranden und technischen Mitarbeitern an den jeweiligen Instituten, um so Kontakte aufzubauen und einen wissenschaftlichen und interkulturellen Austausch zu schaffen“, so Leitner.

Pflanze für Industrie von Wert

Prof. Chebude und sein Team forschen in Äthiopien intensiv an der Umwandlung von Biomasse in chemisch nutzbare Produkte. Zurzeit fokussieren sie sich auf die Pflanze Vernonia galamensis – eigentlich ein als „Unkraut“ bezeichnetes Gewächs. Die Pflanze, die ausschließlich am Äquator wachsen kann, bietet vielversprechende Eigenschaften für die industrielle Produktion.

Zurzeit gibt es noch keinen kommerziellen Anbau der Pflanze, jedoch schon eine hohe Nachfrage für das aus ihr gewonnene Öl. „Wenn man nachweisen kann, dass sich aus dem vermeintlichen Unkraut nachhaltige Produkte herstellen lassen können, wäre das nicht nur ein Fortschritt auf dem Gebiet der grünen Chemie, sondern auch ein lukratives Exportprodukt für Äthiopien“, so Chebude. Das Projekt wird durch eine private Spende gefördert und hat zunächst eine Laufzeit von einem Jahr.

Autor:

Sibylle Brockschmidt aus Mülheim an der Ruhr

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