Anwohner der Filchnerstraße über „plötzliches Parkverbot“ verärgert – Stadt nennt das „alternativlos“
„Wie in einem falschen Film“

Die neu aufgestellten Halteverbote an der Filchnerstraße in den Einmündungsbereichen Wegenerstraße und Nansenweg haben für Unmut der Anwohner gesorgt.
Foto: PR-Foto: Köhring
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  • Die neu aufgestellten Halteverbote an der Filchnerstraße in den Einmündungsbereichen Wegenerstraße und Nansenweg haben für Unmut der Anwohner gesorgt.
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Anwohner der Filchnerstraße sind wieder einmal genervt und haben bei der städtischen Bürgeragentur in Anrufen und Mails ihren Unmut über neu errichtete Halteverbote in ihrem Umfeld geäußert. „Grob geschätzt sind dadurch etwa 25 von 35 Parkmöglichkeiten von heute auf morgen weggebrochen“, drückte eine Anwohnerin Sorge und Unverständnis aus.

„Auch das noch“, stöhnten andere und machten im Gespräch mit der Mülheimer Woche deutlich, dass die Parkplatzsituation dort immer schon „höchst angespannt“ war. "Wir fühlen uns wie in einem falschen Film", meinen sie. Nach Ansicht eines weiteren Anwohners stellen sich viele Fragen, neue Probleme tauchen auf: „Wo sollen die Fahrzeuge bleiben? Einkäufe können nicht mehr ins Haus verbracht werden. Geheingeschränkte Personen müssen weite Wege überwinden. Und das alles in unser heutigen Zeit, unter Homeoffice und Homeschooling.“

Schon vor dem „Parkplatz-Raub“, wie Betroffene es zynisch formulieren, hatte man eine längere Leidenszeit durchgemacht. Durch die grundsätzlich begrüßte Modernisierung und Erneuerung der dortigen Wohneinheiten der SWB sei man über einen langen Zeitraum zusätzlichen Lärmbelastungen, verschmutzten Fahrbahnen und einer enormen Vermüllung ausgesetzt gewesen. Und als „Dankeschön für die Leidenszeit“ würden jetzt auch noch dringend benötigte und der dortigen Anwohnerzahl erforderliche Parkplätze wegfallen.

Die Stadt hat
schnell reagiert

Die Stadt hat auf die Beschwerden schnell reagiert und eine ausführliche Stellungnahme verfasst, da, so heißt es einleitend, in der jüngsten Vergangenheit seitens der Bürger, aber auch der Elternvertretungen der anliegenden Schule massive Beschwerden an die Verwaltung herangetragen wurden. So kam es nach den Hinweisen zu einer Überprüfung der Verkehrssituation durch durch Polizei, Feuerwehr und dem Amt für Verkehrswesen und Tiefbau.

Fakt war, ist und bleibt, dass die Einbahnstraße Filchnerstraße in dem Bereich zwischen Hausnummer 56 und 74 etwa sieben Meter breit ist. Laut Straßenverkehrsordnung kann in Einbahnstraßen an dem rechten und oder linken Fahrbahnrand geparkt werden. Bei mehreren örtlichen Kontrollen wurde allerdings festgestellt, dass sowohl die Anwohner als auch die anliefernden Handwerksbetriebe jedoch permanent halbseitig auf dem linken und rechten Gehweg parken.

In der Stellungnahme des Ordnungsamtes heißt es: „Dieses halbseitige Gehwegparken ohne Beschilderungsanordnung und Parkflächenmarkierungen ist gesetzlich verboten. Durch das bislang verbotswidrig praktizierte Gehwegparken reicht letztlich die Restbreite des Gehweges nicht für den auf die Benutzung angewiesenen Personenkreis aus, etwa Menschen mit Rollator, Rollstuhl, Kinderwagen, Kinder mit Fahrrädern.“

Fußgänger und
Schüler schützen

Insoweit würde durch die seit dem 29. März geltenden Haltverbote auch kein Parkplatz im Sinne der Straßenverkehrsordnung wegbrechen. Weiter heißt es: „Die Anordnung der Haltverbote ist aus verkehrsrechtlicher Sicht alternativlos, um sowohl den Fußgängerverkehr und die Schulwegsicherung zu schützen, als auch die erforderliche Restfahrbahnbreite für die Feuerwehr zu gewährleisten.“

Der Bereich der notwendigen Haltverbote betrifft nach Aussage der Verwaltung eine Strecke von 150 Metern. Zur Vermeidung einer überhöhten Geschwindigkeit innerhalb der Tempo 30-Zone wurde das Haltverbot bewusst zwischen der Hausnummer 56 der Filchnerstraße und der Einmündung Wegenerstraße auf der linken Seite sowie zwischen den Einmündungen Wegenerstraße und Nansenweg auf der rechten Seite aufgestellt. Ziel dessen sei es, aufgrund der Verschwenkung eine überhöhte Geschwindigkeit für die Verkehrsteilnehmer praktisch zu erschweren.

In dem letztgenannten Bereich sei aufgrund eines dortigen „Pilotprojekt-Unterflurcontainers“ der SWB für die Müllabfuhr ohnehin ein Haltverbot erforderlich. Für den Standort, so SWB-Sprecherin Christina Heine zur Mülheimer Woche, habe man durchaus nach anderen Möglichkeiten gesucht, diese aber aufgrund der Feuerwehrzufahrt nicht realisieren können.

Nicht beim jetzigen
Zustand belassen

Geplant hat die SWB in dem betroffenen Bereich eine großräumige Tiefgarage. Die Bauanträge sind eingereicht. Allerdings, so räumt sie ein, rechne man erst Anfang des kommenden Jahres mit einer Baugenehmigung. Und dann würde der aufwendige Bau noch einmal gut zwei Jahre in Anspruch nehmen.

Für die Anwohner der Filchnerstraße sind nach deren Beschwerden die Auskünfte alles andere als ermutigend. Ein Anwohner-Vorschlag, zusätzliche Parkmöglichkeiten auf den SWB-Grünflächen zu schaffen, dürfte auf massiven Widerstand der Mieter stoßen. In einem solchen Großprojekt brauche man einfach Grünzonen. Die Anwohner jedenfalls erwarten von Verwaltung und Politik, es nicht beim jetzigen „alternativlosen“ Zustand zu belassen, sondern nach weiteren Möglichkeiten zu suchen, einen nach ihrer Ansicht „unhaltbaren Zustand“ zu beseitigen.

Die neu aufgestellten Halteverbote an der Filchnerstraße in den Einmündungsbereichen Wegenerstraße und Nansenweg haben für Unmut der Anwohner gesorgt.
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Autor:

Reiner Terhorst aus Duisburg

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