Ökologische Verbesserungen und Hochwasserschutz
Am Rumbach geht es weiter

Ein Team aus Umweltschutzfachleuten und der ausführenden Baufirma machten eine Begehung am Rumbach.
  • Ein Team aus Umweltschutzfachleuten und der ausführenden Baufirma machten eine Begehung am Rumbach.
  • Foto: G. Wegener
  • hochgeladen von Sibylle Brockschmidt

Die Unteren Naturschutz- und Wasserbehörden des Umweltamtes, der Gutachter, die mit der Ausführung der Arbeiten beauftragte Firma, die ökologische Baubegleitung und die Bezirksregierung stimmten am Dienstag, 12. Februar, am Rumbach auf Einladung von Kirsten Kessel, Teamleiterin in der Wasserwirtschaft, die genaue Ausführung der Arbeiten ab.

Gleich zu Anfang ärgerten sich alle Teilnehmer darüber, dass Anwohner ihre Gartenabfälle und Grünschnitt am Ufer und sogar im Bach entsorgt haben. Rund ein Drittel der Arbeiten, die das Umweltamt vor Ort durchführen wird, beziehen sich erst einmal darauf, diese illegalen Hinterlassenschaften zu beseitigen. 

Das eigentliche Ziel der Maßnahme ist die ökologische Verbesserung dieses Rumbachabschnittes. „Dafür entnehmen wir einige Bäume, die dort als Art nicht hingehören, darunter auch einige von Anwohnern auf städtischer Fläche angepflanzte Tannen. Es wird zwei Stellen geben, von der aus die Tätigkeiten durchgeführt werden: Zum einen von einem Privatgrundstück an der Straße Rumbachtal aus, denn ein Anwohner hatte sich freundlicherweise dazu bereit erklärt, dass sein Grundstück genutzt werden kann. Zum anderen wird danach eine zweite Baustelle an der Tilsiter Straße eingerichtet werden, um auch dort einige Gehölze zu entfernen oder auf vier Metern Höhe zu kappen, damit diese Bäume für Höhlenbrüter zur Verfügung stehen.
Da es sich um ein Naturschutzgebiet handelt, werden die Arbeiten nur mit einem kleinen Bagger oder sogar per Hand durchgeführt werden. „Hier ist besondere Vorsicht geboten, damit wir das Problem der invasiven (eingewanderten) Art Japanischer Staudenknöterich (Fallopia japonica) nicht vergrößern“, erklärt Gabi Wegner, stellvertretende Leiterin des Umweltamtes.
„Die Baufirma wird im Plangebiet alle sichtbaren Rhizome entfernen, auf einen Anhänger laden, diesen mit einer Plane abdecken und zur Verbrennung abfahren. Sogar die Reifen werden vor der Abfahrt kontrolliert. Wir können die Fallopia-Bestände in diesem Bereich allerdings nur in den überplanten Flächen bearbeiten, nicht im kompletten NSG. Das ist nicht Teil des geförderten Projektes und soll in einer späteren Maßnahme nachgeholt werden“.

Pilz sorgt für viel Aufwand

„Hier liegen die Prioritäten jetzt neben der ökologischen Entwicklung auf der Gewässerunterhaltung und dem Hochwasserschutz“, so Jürgen Klingel von der Bezirksregierung, die die Maßnahme auch finanziell unterstützt. „Wir führen jetzt im Februar vor der Vogelbrutzeit die Gehölzentnahmen durch und bereiten die Herstellung der geplanten Flutmulde im August vor, wenn der Boden so trocken ist, dass wir mit dem Bagger dorthin kommen können.
Geplant ist, dass wir im Februar mit dem 1. Bauabschnitt fertig werden. Hochwasser, aufgeweichte Böden oder Stürme lassen sich allerdings nicht verhindern“.

Eine weiteres Problem betrifft die Verbreitung des Salamander-Chytridpilzes, der die Anzahl der Feuersalamander seit einiger Zeit dramatisch verringert. „Das ist sehr tragisch für diese Tierart, und wir werden angemessene Schutzmaßnahmen vor Ort ergreifen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern“, erläutert Dr. Jürgen Zentgraf, Leiter des Amtes für Umweltschutz.
„Die Baustelle im Gebiet darf nur von der Baufirma und den Gutachtern nur mit gereinigten Reifen und Stiefeln jeweils aufgesucht und auch wieder verlassen werden, damit sich der Pilz nicht noch schneller verbreitet. Generell aufhalten werden wir ihn nicht können, wir können nur versuchen, die Verbreitung nicht zu beschleunigen“.
„Unterm Strich wird die Maßnahme eine ökologische Verbesserung am Rumbach bewirken und die Wasserhaltung am Bach verbessern“, ergänzt Dr. Zentgraf. „Leider wird es während der Bauphase übergangsweise aussehen, wie Bauarbeiten eben aussehen. Wir bitten die Anwohner um Verständnis“.

Autor:

Sibylle Brockschmidt aus Mülheim an der Ruhr

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