Jeder Tropfen füllt die Kasse
Bezahlen für den Regen

Einahmequelle Niederschlag
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Das Gejammer während der Hitzeperiode war groß und die Bürger sollten helfen, indem sie sich zu Gießkolonnen zusammenschließen und den verdorrenden Gewächsen überlebenswichtiges Wasser zuführen sollten. Gute Idee!

Jeder Liter Wasser, der so dem Netz entnommen und in guter Absicht der Natur zugeführt wird, wird übrigens zu gebührenpflichtigem ABWASSER, da der Wasserzähler im Haus maßgebend für die Berechnung ist.

Warum ist der Grundwasserspiegel in den Städten eigentlich so mager, nur wegen ausbleibendem Niederschlag? Einerseits ja und andererseits wiederum nicht. Würde der Regen nicht, anstatt ins Erdreich, per Versiegelung und Ableitung in Kanäle und damit in die Kläranlagen abgeleitet sähe das besser aus. Zu allem Überfluss, wären die Kläranlagen effizienter zu betreiben, wenn dort nicht das völlig unbelastete Regenwasser den Klärprozess erschweren würde. Mal davon abgesehen, könnten die Anlagen wesentlich kleiner ausfallen, wenn dort nur Schmutzwasser anfallen und aufbereitet würde. Das wiederum würde Bau und Unterhaltung wesentlich kostengünstiger machen und die Abwassergebühren erheblich senken.

Wir bezahlen für jeden Liter Niederschlag, der auf unsere Dächer und versiegelten Flächen fällt Abwassergebühren.

Das Wasserhaushaltsgesetz und unser Landeswassergesetzt NRW schreiben den Kommunen die Versickerung und Verrieselung von Niederschlagswasser bereits seit 1995 vor. Sie sind angehalten, dass in ihre Entwässerungssatzungen aufzunehmen und umzusetzen. Weit gefehlt, der Anschluss von Dach- und Flächenentwässerungen an die Mischkanäle ist in allen Kommunen, in denen es keine getrennten Kanäle für Schmutz- und Niederschlagswasser gibt, obligatorisch und damit nicht den Vorschriften des Rechts entsprechend.

Lieber die Natur in Nöten anstatt das Stadtsäckle.

Mülheim gehört zu diesen Fällen und kassiert lieber weiter die lukrativen Abwassergebühren für Niederschlagwasser, anstatt ein Konzept gemäß der Prämisse zur Versickerung und Versiegelung zu entwickeln und umzusetzen. Dazu wird unter anderem das Argument bemüht, dass die Einleitung des Niederschlagwassers für den Betrieb und die Unterhaltung der Kanäle unbedingt notwendig sind. Da fragt man sich, wie das die Kommunen hinbekommen, die seit Jahrzehnten ein Trennsystem unterhalten. Bei denen wird Regenwasser auch nicht zu Schmutzwasser, sondern es fließt in den Boden oder ein öffentliches Gewässer. Da gehört es ja auch hin.

Eine Teillösung des Grundwasserproblems liegt also auf der Hand: Regen gehört nicht in die Kanäle, sondern in die Böden und in Flüsse und Bäche.

Landeswassergesetzt NRW
Mit dem zum 1.7.1995 novellierten Landeswassergesetz – LWG – in der Fassung der Bekanntmachung vom 25. Juni 1995 (GV. NRW. S. 926) haben sich für die Beseitigung von Niederschlagswasser grundlegende Änderungen ergeben. Durch § 51 a LWG wird eine gesetzliche Grundpflicht zur Versickerung oder Verrieselung vor Ort oder ortsnahen Einleitung von Niederschlagswasser in ein Gewässer eingeführt (ortsnahe Niederschlagswasserbeseitigung). Das bisher in § 51 Abs. 2 Nr. 3 LWG a. F. geregelte System der Abwasserbeseitigungspflicht hinsichtlich des Niederschlagswassers wurde damit umgestaltet. Während nach alter Rechtslage die Gemeinde das Recht hatte, unabhängig von den Möglichkeiten einer ortsnahen Versickerung oder Verrieselung etc. den Anschluss des Niederschlagswassers an die öffentliche Abwasseranlage zu verlangen, ist es nunmehr die gesetzlich verankerte Zielsetzung, Niederschlagswasser von bebauten und befestigten Flächen möglichst ortsnah dem natürlichen Wasserkreislauf zuzuführen, wenn es unbelastet ist und die örtlichen und hydrogeologischen Bedingungen eine entsprechende Niederschlagswasserbeseitigung auf Dauer ermöglichen; das Wohl der Allgemeinheit darf dabei nicht beeinträchtigt werden.

Soweit die Theorie...

Autor:

Friedhelm Tillmanns aus Mülheim an der Ruhr

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