Beirat für Naturschutz und Landschaftspflege kritisiert aktuellen Regionalplan
Ökonomie vor Natur?

Größere innerstädtischen Freiräume - wie hier der Grünzug an der Freilichtbühne - übernehmen eine wichtige Ausgleichsfunktionen für das lokale Klima. Foto: Archiv
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Ökonomische Interessen im Vordergrund. Erhalt und Förderung der biologischen Vielfalt, Freiflächenschutz, Ausbau des Biotopverbundes, Klimaanpassung sowie Naherholung hintendran. Der aktuelle Entwurf des Regionalplans Ruhr stößt beim Beirat für Naturschutz und Landschaftspflege bei der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Mülheim auf Kritik.

Grundsätzlich begrüßt das Gremium die Zusammenführung der drei für das Ruhrgebiet geltenden Gebietsentwicklungspläne zu einem Regionalplan Ruhr. Der Inhalt des Vorhabens sorgt allerdings beim Beirat für Enttäuschung und Unverständnis.
Grundsätzlich wird zunächst die fehlende Detailschärfe des Allgemeinen Siedlungsbereiches (ASB) bemängelt. Eine Vielzahl von wichtigen lokalen Grünzügen, Freiflächen und Parkanlagen seien zeichnerisch nicht dargestellt worden.

Ausgleich für das lokale Klima

"Gerade diese lokalen Grünzüge und die größeren innerstädtischen Freiräume übernehmen heute schon Ausgleichsfunktionen für das lokale Klima, sind Orte für die Naherholung und den sozialen Zusammenhalt, bilden das Rückgrat der urbanen Natur. Die hier bereitgestellten Ökosystemleistungen tragen zu einer lebenswerten, gesunden und sozialen Stadt bei. Zudem sind die Freiräume Orte der Naturerfahrung und außerschulischen Bildung und liefern so einen Beitrag gegen die Naturentfremdung der städtischen Bürgerschaft, insbesondere der Kinder und Jugendlichen", erklärt Dr. Peter Keil, Vorsitzender des Naturschutzbeirates.
Der Beirat fordert, diese lokalen Grünzüge und Freiflächen im Regionalplan Ruhr darzustellen und planerisch weiterzuentwickeln. Weitere Freiflächen und Grünverbindungen müssen nach seiner Vorstellung hierfür erschlossen und Barrieren langfristig abgebaut werden. Ziel müsse es sein, ein lokales Netzwerk an Grünzügen und Freiflächen zu entwickeln, welches in das regionale Netzwerk der Grünzüge sowie des überregionalen Biotopverbundkorridors des Ruhrtales eingebunden ist.

16 Orte sind konkret bekannt

16 Mülheimer Orte wurden vom Beirat in einer Stellungnahme konkret benannt. Hier werden verbindliche Freiräume gefordert beziehungsweise die Ausweisung als Allgemeine Siedlungsbereiche in Frage gestellt. Diese sind der Flughafen und das Gewerbegebiet Liliental, Selbeck, der Grünzug Freilichtbühne, Park Kluse, Alter Friedhof und Kleingartenanlage Scharpenberg, das Naturschutzgebiet Steinbruch Rauen und Friedhof Broich, der Grünzug an der alten Bahnlinie (Alte Straße) in Saarn, der Katholische Friedhof Saarn und die Freiflächen Voßbeckstraße, der Witthausbusch, der Holthauser Friedhof, die Velauer Straße in Fulerum, die Siepentäler in der Heimaterde, das Horbachtal, der Peisberg und Kleingartenanlage an der Bruchstraße, Freiflächen in Oberdümpten (Wittkampsbusch, Hexbachtal) sowie der Styrumer Ruhrbogen. Der Mülheimer Wald soll außerdem im gesamten Bereich als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden.

Autor:

Marc Keiterling aus Mülheim an der Ruhr

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