Bebauung Lindgens-Areal
Anwohner befürchten ein Verkehrschaos auf dem Kassenberg

Felix Blasch, Leiter des Stadtplanungsamtes, informiert die interessierten Bürger über den Stand der Planungen für die Bebauung auf dem früheren Lindgens-Areal.
  • Felix Blasch, Leiter des Stadtplanungsamtes, informiert die interessierten Bürger über den Stand der Planungen für die Bebauung auf dem früheren Lindgens-Areal.
  • Foto: RuhrText
  • hochgeladen von Marcus Lemke

Von RuhrText

Der Verkehrsdruck auf dem Kassenberg ist hoch. Nun sollen auf dem Areal der früheren Lederfabrik Lindgens auch noch 360 Wohneinheiten statt der ursprünglich geplanten 200 bis 250 gebaut werden. „Nicht störendes Gewerbe“ kommt voraussichtlich hinzu. Einige der insgesamt 40 Besucher bei der städtischen Informationsveranstaltung zu der Bebauung stöhnten laut auf. Die Anwohner befürchten ein Verkehrschaos.

Felix Blasch versuchte, die Gäste in der Hauptfeuerwache zu beruhigen. Der Leiter des Stadtplanungsamtes berichtete, dass die neuen Zahlen dazu geführt hätten, dass das Verkehrs-Gutachten aktualisiert worden sei. Den Stadt-Verkehrsplanern läge dieses Gutachten bereits vor. Am Ende dieses Monats soll die Prüfung abgeschlossen sein. Dann erst kann entschieden werden, ob 360 neue Wohneinheiten für den Stadtteil und insbesondere für den Straßenverkehr verträglich sind oder nicht.

Felix Blasch: „Die Straße ist bereits heute schon an der Grenze ihrer Belastbarkeit angekommen. Es wird auf jeden Fall Veränderungen geben müssen. Diese beinhalten Abbiegesperren, veränderte Ampelschaltungen, zusätzliche Fahrspuren für das Abbiegen und Entfallen von Stellplätzen, damit es keine aufhaltenden Parkvorgänge geben kann. Auch Störfaktoren wie der Bus oder die Müllabfuhr sind intensiv unter die Lupe genommen worden. Die Zahl 360 Wohneinheiten hört sich allerdings nun dramatischer an als sie ist. Die Anwohner werden nicht ständig auf dem Kassenberg hin und her fahren. Und zum Thema Parken: Wie immer wird jede Wohneinheit einen Stellplatz für den Pkw erhalten — entweder im Parkhaus oder in der Tiefgarage.“

Felix Blasch versicherte den Besuchern, dass alle Faktoren mit in die Planung einbezogen werden. Das gilt auch für den voraussichtlichen zunehmenden Verkehrsfluss, der durch die Bebauung im Saarn-Center und auf der Fläche der Plätze der Tennisfreunde Mülheim an der Düsseldorfer Straße entstehen könnte. Im Auge habe man dabei ebenso, dass in der Zukunft auch einmal das Gelände der früheren Ibing-Brauerei neu bebaut werde.

Die Anwohner machen sich dennoch große Sorgen. So sagte eine Dame: „Wir wohnen seit 20 Jahren am Kassenberg. Schon jetzt ist die Verkehrssituation eine Katastrophe. Ich finde es großartig, dass auf dem Lindgens-Gelände die Möglichkeit besteht, ein solches Bauvorhaben umzusetzen. Aber es muss geprüft werden, ob das so abwickelbar ist. Fest steht, dass umfangreiche Maßnahmen ergriffen werden müssen.“

Öffentlicher Weg zur Ruhr

Die Städteplaner standen den Besuchern auch zu anderen Themenbereichen rund um die geplante Bebauung Rede und Antwort. „Zumindest einen öffentlichen Weg vom heutigen Lindgens-Aeal wird es in die Ruhrauen geben“, antwortete Felix Blasch auf die Frage, ob eine Verbindung zur Ruhr geplant sei. Angesprochen wurden auch Themen wie die voraussichtliche Nutzung der geplanten Gebäude oder die Gefahr bei Hochwasser. Noch — so Blasch — stecke man in den Kinderschuhen. Die genaue Nutzung stehe zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest. Die Ansiedlung großer Firmen mit Zu- und Anlieferung käme jedoch nicht infrage. Und: Wenn die Ruhr Hochwasser führt, seien die Gebäude nicht in Gefahr.

Nach anderthalb Stunden beendete Heinz-Dieter Zeitnitz, stellvertretender Bezirksbürgermeister in der Bezirksvertretung 3, die Infomations-Veranstaltung. Die interessierten Bürger nahmen eine ganze Reihe an Neuigkeiten mit nach Hause. Die Bebauungspläne hängen noch bis zum 2. Dezember im Technischen Rathaus am Hans-Böckler-Platz 5 im Amt für Stadtplanung, Bauaufsicht und Stadtentwicklung aus. Ansprechpartner sind dort Elke Rödel (455-6140) und Achim Urbanski (455-6105).

Autor:

Marcus Lemke aus Mülheim an der Ruhr

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.