Biometzger will Schweine artgerecht halten
Bebauungsplan lässt Haltung von Bioschweinen nicht zu

V.l.:  Hermann Stollen und Bernd Burchhardt
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Biometzger Bernd Burchhardt setzt sich für die artgerechte Haltung  von Schweinen ein und will hierfür zwei Flächen eines Bauernhofes an der Zeppelinstraße nutzen. Doch seinem Vorhaben steht ein rechtskräftiger Bebauungsplan entgegen.

"Ich bin gegen die Massentierhaltung und mir ist es wichtig, dass mein Fleisch regional und bio ist. Das Fleisch von Schweinen, die ordentlich gehalten werden hat eine viel bessere Qualität und schmeckt auch letztendlich viel besser. Leider gibt es hier bei uns kaum Freilandhaltung, weil der benötigte Platz dafür fehlt", erklärt Burchhardt seine Beweggründe.  

Zwei passende Flächen für seine Schweine hat der Fleischer theoretisch schon gefunden - doch ein Bebauungsplan für die Erweiterung des angrenzenden Hauptfriedhofs lässt die Nutzung von einer der beiden Flächen nicht zu. "Auf der einen Fläche können rechtsmäßig die Schweine gehalten werden, da sie dem Besitzer des Bauernhofes gehört. Aber die andere Fläche ist rechtsmäßig eine Friedhofsfläche. Das müsste erstmal geändert werden", betont Klaus Beisiegel, Leiter des Referats Umwelt, Planen und Bauen der Stadt Mülheim an der Ruhr. 

Muslimisches Gräberfeld kein Thema bei Entscheidung 

Damit dies geschehen kann müssen entsprechende Anträge zur Änderung des Bebauungsplans eingereicht und genehmigt werden - und das kann bis zu drei Jahren dauern. Bei der Nutzung der anderen Fläche, die ohnehin dem Landwirt gehört, gibt es weniger Probleme, wie Beisiegel verrät: "Dafür müssen dann die wasser- und bodenrechtlichen Anforderungen erfüllt werden, dann wäre eine Haltung von Bioschweinen dort durchaus möglich." Die Tatsache, dass sich auch ein muslimisches Gräberfeld auf dem Friedhof befindet, ist laut Beisiegel kein Thema bei der Entscheidungsfindung der Verwaltung. 

Um die ganze Angelegenheit voran zu treiben, gab es bereits im vergangenen Jahr einen runden Tisch mit verschiedenen Mülheimer Ämtern. Dort wurde auch eine erste Projektskizze vorgelegt. "Leider kamen sehr viele Bedenken zur Sprache", bedauert Elmar Damke, der den Biometzger in seinem Vorhaben unterstützt. 

Trotz aller Bedenken seitens der Ämter - für Burchhardt wäre der Standort in Mülheim-Raadt ideal. Die zwei Felder liegen direkt nebeneinander und würden problemlos einen Umzug der Schweine alle paar Monate ermöglichen, damit sich die Wiesen erholen können. 

Auch Grüne plädieren für die Genehmigung 

Auch die Grünen setzen sich für diese Angelegenheit ein und wollen das Thema in ihrem nächsten Umweltausschuss zur Sprache bringen. "Das Thema drohte zu versinken und wir haben es auch nochmal aufgegriffen. Wir wollen keine Massentierhaltung", stellt Hermann Stollen, Ratsherr und umweltpolitischer Sprecher der Grünen, klar. 

V.l.:  Hermann Stollen und Bernd Burchhardt
Autor:

Charmaine Fischer aus Gelsenkirchen

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