Neue Bürgerinitiative gegründet
BI für Erhalt der Grünflächen in Selbeck

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Im Januar beschloss der Wirtschaftsausschuss im Rahmen einer Sondersitzung mit Mehrheit, das von Wirtschaftsförderer Dr. Hendrik Dönnebrink vorgelegte und heiß diskutierte Wirtschaftsflächenkonzept von Verwaltung und Mülheim & Business auf Realisierbarkeit prüfen zu lassen. Dazu wurde inzwischen von der Verwaltung eine Bewertungsmatrix erstellt (wir berichteten). Aber auch die Bürger, die sich gegen die Bebauung von Grünflächen an Mülheims Randbezirken wehren, waren in den vergangenen Monaten nicht untätig. Neben der Bürgerinitiative "Fulerumer Feld" will nun eine weitere Initiative die mögliche Bebauung einer großen Freifläche verhindern.

Denn diese war zumindest nach den ersten, inzwischen wohl schon überholten Berechnungen der Politik immer noch für eine mögliche Gewerbebebauung geeignet, wie vor kurzem die WAZ berichtete. Die Rede ist von 70 Hektar Grünflächen, was einer Fläche von 98 Fußballfeldern entspricht. Dabei handelt es sich um Weideland und ein Biotop auf den Selbeck-Saarner-Hochflächen im Süden Mülheims, aus Sicht der Bürger ein wertvolles Naherholungsgebiet, das hier geopfert werden soll.

„Die Selbeck-Saarner-Hochflächen bieten Lebensraum und Rückzugsgebiete für zahlreiche geschützte Tier-, Insekten und Pflanzenarten. All das würde durch das Gewerbegebiet unwiederbringlich zerstört“, erklärt Anwohner Detlef Schrey die Situation in einer Pressemitteilung.
Angesichts der Tatsache, dass dieser Teil Mülheims von Verkehrsadern dominiert werde, sei eine Gewerbebebauung nicht nur ein vernichtendes Urteil für die ansässige vielfältige Flora und Fauna, sondern beeinträchtige auch den Luftaustausch gravierend.

Trotzdem sollen durch die nun in aller Stille durch das Planungsdezernat „angepassten“ Bewertungstabellen vorzeitig Tatsachen geschaffen werden, befürchtet die Initiative .„Wir prüfen alle juristischen Mittel, um gegen die Pläne der Stadt vorzugehen, dass hier wertvolle Naturfläche geopfert werden soll, statt bestehende Gewerbebrachen zu nutzen“, sagt Herbert Laschke, kommissarischer Vorsitzender der BI Natürlich Selbeck. Davon nämlich gebe es in Mülheim einige, sodass die Zerstörung der Natur auch aus wirtschaftlicher Sicht keinesfalls notwendig sei.

Erfahrene Kanzlei beauftragt

Die Bürgerinitiative „Natürlich Selbeck“ hat deshalb nun die in Umweltfragen sehr erfahrene Kanzlei Geulen & Klinger beauftragt, die Interessen von Natur und Artenvielfalt und die an ihrem Erhalt interessierten Bürgerinnen und Bürger im Mülheimer Süden zu vertreten. Die Kanzlei hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) in ihrem Engagement für Dieselfahrverbote erfolgreich vertreten.
Auch Ingeborg Reul hat für die Pläne der Stadt kein Verständnis. „Es ist unfassbar, wie die Stadt versucht, sich hier auf Kosten der Natur zu sanieren“, sagt die 86-jährige Rentnerin und gebürtige Selbeckerin. „Früher wären solche Pläne vielleicht noch entschuldbar gewesen, weil die Folgen für die Umwelt damals noch weitgehend unbekannt waren. Heute gilt diese Entschuldigung nicht mehr – Die Verantwortlichen begehen Raubbau an den Ressourcen künftiger Generationen.“

Alles das seien Indikatoren dafür, dass die wichtigen Flächen – die teilweise ein ausgewiesenes Landschaftsschutzgebiet umfassen - unbedingt erhalten bleiben müssten. Aber auch im angrenzenden Ratingen-Breitscheid werden Beeinträchtigungen zu spüren sein, zum Beispiel durch den zu erwartenden massiven Zuwachs des Verkehrs, ist sich die BI sicher. Das gelte es zu verhindern, so Clara van der Felden, Mutter von zwei kleinen Kindern: „Mit den Selbeck-Saarner-Hochflächen erhalten wir nicht nur ein wichtiges Stück Natur, sondern sorgen auch dafür, dass die Luftbelastung im Mülheimer Süden und in Breitscheid nicht noch weiter erhöht wird.“

Petition gestartet

Die Initiative „Natürlich Selbeck“ hofft auf die Unterstützung möglichst vieler Bürger. Zusätzliche Infos finden sich online unter auf einer eigenen Internetseite der BI. Eine Online-Petition wurde innerhalb von sieben Tagen bis Dienstag von 1700 Menschen unterschrieben.

Autor:

Regina Tempel aus Mülheim an der Ruhr

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