Wahlkampf
Friedliche erste Debatte der Mülheimer OB-Kandidaten

Stellten sich der ersten gemeinsamen Diskussion: Marc Buchholz, Andy Brings, Monika Griefahn, Martin Fritz, Amrei Debatin und Jürgen Abeln (v.l.).
  • Stellten sich der ersten gemeinsamen Diskussion: Marc Buchholz, Andy Brings, Monika Griefahn, Martin Fritz, Amrei Debatin und Jürgen Abeln (v.l.).
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Zehn Kandidatinnen und Kandidaten bewerben sich bei der Kommunalwahl am 13. September um das Amt des Mülheimer Oberbürgermeisters bzw. der Oberbürgermeisterin. Nun trafen sich sechs von ihnen zur ersten gemeinsamen Diskussion beim paritätischen Wohlfahrtsverband. Große Reibungspunkte gab es dabei noch nicht.

Die beiden Themenschwerpunkte Kindertagespflege und Selbsthilfe gaben aber auch keine großen Streitigkeiten her. Das hatten die Initiatoren der Gesprächsrunde aber auch gar nicht beabsichtigt. „Uns ist es wichtig, dass unsere Anliegen in der Kommune wahrgenommen werden“, sagt Frank Schellberg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Paritätischen.

Beim Thema Kinder einte alle Diskutanten der Wunsch kostenloser Betreuung. „Das haben wir aber nicht zu entscheiden. Mülheim wird das aus eigener Kraft nicht lösen können“, betonte CDU-Kandidat Marc Buchholz. Da beide Schwerpunkte auch sein Dezernat betreffen, konnte Buchholz mit seiner Verwaltungserfahrung punkten.

Abeln sieht "ein Prioritätenproblem"

Der parteilose Kandidat Jürgen Abeln, selbst Vater von drei Kindern im Alter von zwei, vier und sechs Jahren, sieht bei dem Thema „ein Prioritätenproblem“. Kinderbildung müsse ebenfalls Landessache werden. Auch BAMH-Kandidat Martin Fritz findet, „dass die Mittel willkürlich verteilt werden.“

Vor einer Qualitätssenkung zu Lasten der Kinder warnt Amrei Debatin von der FDP. „Wir müssen den Beruf des Erziehers viel anerkannter machen und die Ausbildung verbessern“, fordert sie. Auch private Träger sollten in ihren Vorhaben unterstützt werden, ergänzte die SPD-Kandidatin Monika Griefahn.

Brings: "Wir bekämpfen nur die Symptome"

Zeitweise versuchten sich die Kandidaten mit ihrer Kinderzahl gegenseitig zu überbieten, um damit eine Expertise zu dem Thema darzustellen. Der kinderlose Andy Brings von „Die Partei“ brachte es schließlich auf den Punkt: „Wir bekämpfen hier die Symptome, aber nicht die Ursachen. Wir sitzen in einem Boot mit elf Löchern, haben aber nur zehn Finger.“

Der Kandidat der Satire-Partei leitete den zweiten Teil mit einer traurigen Prognose ein: „Wenn 2021 wieder so wird wie dieses Jahr, dann rollt eine Depressionswelle auf uns zu, deren Ausmaß wir uns noch gar nicht vorstellen können“, so Brings.

Klarer Kommunikationsbedarf

In den Augen von Monika Griefahn habe die Corona-Pandemie gezeigt, „dass wir unser Gesundheitssystem kaputtgespart haben“. Ihre FDP-Widersacherin Amrei Debatin brach hingegen eine Lanze für das deutsche Gesundheitssystem. „Man darf auch nicht nach Corona in einer Schockstarre bleiben“, findet sie.

Alle Anwesenden mussten allerdings erkennen, dass es in Bezug auf Mülheim einen klaren Kommunikationsbedarf für die verschiedensten Selbsthilfegruppe gibt. Zwar sind sie in der kommunalen Gesundheitskonferenz vertreten, allerdings spricht dort mit Alfred Beyer ein Mann für alle Gruppen. Und die sind zahlreich und in ihren Themen vollkommen verschieden.

Buchholz nimmt Vorschlag einer Demenzschulung auf

„Nur direkt Betroffene können eine echte Expertise einbringen“, sagte etwa Peter Behmenburg von der Alzheimergesellschaft. Dabei sei die Vernetzung in Mülheim eigentlich vergleichsweise leicht. „Hier kennt doch immer jemand einen, der einen kennt“, so Behmenburg.

Den Vorschlag einer Demenzschulung für die städtischen Mitarbeiter wird Marc Buchholz schon vor der Wahl in den Verwaltungsvorstand einbringen. Er schlug zudem eine ähnliche Runde nach der Kommunalwahl vor.

>> Vier Kandidaten fehlten

Das Namensschild für den Grünen-Kandidaten Wilhelm Steitz war schon aufgestellt, doch ausgerechnet das Vorstandsmitglied des Paritätischen fehlte. Horst Bilo und Jochen Hartmann konnten laut der Veranstalter aus zeitlichen Gründen nicht teilnehmen. Nicht eingeladen war der AfD-Kandidat Alexander von Wrese.

Autor:

Marcel Dronia aus Mülheim an der Ruhr

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