Plakataktion der Gewerkschaften für mehr Respekt
Hier arbeitet ein Mensch!

Sie werben für mehr Respekt im Alltag: Oberbürgermeister Marc Buchholz, der Betriebsratsvorsitzende der Ruhrbahn, Ahmet Avsar, die stellvertretende Personalratsvorsitzende der Stadtverwaltung, Tanja Otterbach, Mülheims DGB-Chef Filip Fischer, der stellv. Vorsitzende der Dienstleistungs Gewerkschaft Verdi, Bernt Kamin-Seggewies und der Regionalvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Dieter Hillebrand,
  • Sie werben für mehr Respekt im Alltag: Oberbürgermeister Marc Buchholz, der Betriebsratsvorsitzende der Ruhrbahn, Ahmet Avsar, die stellvertretende Personalratsvorsitzende der Stadtverwaltung, Tanja Otterbach, Mülheims DGB-Chef Filip Fischer, der stellv. Vorsitzende der Dienstleistungs Gewerkschaft Verdi, Bernt Kamin-Seggewies und der Regionalvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Dieter Hillebrand,
  • Foto: PR-Foto Köhring
  • hochgeladen von Thomas Emons

Eine junge Polizeibeamtin schaut den Betrachter an. Untertitel des Portraits; "Ich sorge für deine Sicherheit und du zeigst mir den Mittelfinger!" Das ist nur eines der einprägsamen Plakate, mit denen der Deutsche Gewerkschaftsbund, dem in Mülheim etwa 18.000 Arbeitnehmer angehören, für mehr Respekt im Umgang mit Beamten und Angestellten des Öffentlichen Dienstes. "Vergiss nie: Hier Arbeitet ein Mensch!" lautet das Motto der Plakatkampagne.

Ausstellung im Rathaus

Oberbürgermeister Marc Buchholz hat den Ausstellungsort im Ruhrpromenadenfoyer des Rathauses bewusst gewählt. Die Plakate des Deutschen Gewerkschaftsbundes werden bis Ende September im Briefwahllokal gezeigt, in dem Wahlberechtigte seit dem 6. September ihre beiden Stimmen für die Bundestagswahl abgeben können. Denn wir haben nicht nur am 26. September, sondern auch an allen anderen Tagen des Jahres die Wahl, ob wir andere Menschen so behandeln, wie wir selbst behandelt werden wollen.

Die Goldene Regel des menschlichen Umgangs, die sich bereits in der Bergpredigt Jesu oder als philosophisches Postulat beim Aufklärer Immanuel Kant findet ist nicht neu, muss aber angesichts zunehmender verbaler und körperlicher Attacken auf Mitarbeitende des Öffentlichen Dienstes neu in Erinnerung gerufen werden.

NRW: 20.000 Mal wurden Polizeibeamte respektlos attackiert
Heiko Müller von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) nennt allein mit Blick auf Nordrhein-Westfalen im Jahr 2020 die unglaubliche Zahl von 18.140 verbalen und körperlichen Übergriffen auf Polizeibeamte. Aber nicht nur die Vertreter des staatlichen Gewaltmonopols werden selbst Opfer physischer und psychischer Gewalt. Auch Bus- und Bahnfahrer der Ruhrbahn oder Feuerwehrleute und Rettungssanitäter, die als Helfer in der Not kommen, sehen sich zunehmend unerwarteten Übergriffen ausgesetzt.

Wutbürger scheinen entfesselt

"Auch ich sah mich in meiner bisherigen Amtszeit in drei Fällen dazu gezwungen, strafrechtlich gegen Beleidigungen und Verleumdungen vorzugehen", berichtet Oberbürgermeister Marc Buchholz. Und er ermutigt alle Mitarbeitende der Stadtverwaltung, die Opfer tätlicher oder verbaler Übergriffe geworden sind, "diese nicht klein zu reden, sondern anzuzeigen, damit die Dimension des Problems sichtbar wird. Buchholz muss einräumen, dass es bei der Stadtverwaltung bisher keine Statistik zu Übergriffen auf Amtspersonen gibt. DGB-Chef Fischer notiert sich in seiner Funktion als SPD-Stadtrat umgehend eine Antragsidee für seine Fraktion.

Fischer und sein DGB-Kollege Hillebrand sehen unter anderem "die soziale Frage eines zunehmenden sozialen Drucks", den viele Menschen in unserer Leistungs- und Konsumgesellschaft spüren und eine zunehmend moralisch entfesselte Wutbürger-Kultur in den Sozialen Medien als Gründe für eine soziale Enthemmung.

"Ich brauche nur meiner Tochter zuzuhören, die als Lehrerin an einer Realschule unterrichtet zuzuhören, um zu begreifen, dass fehlende Bereitschaft, allgemein verbindliche Regeln auch für sich zu akzeptieren, abnimmt und die Bereitschaft zunimmt, Regeln zu hinterfragen und sogar auf dem Rechtsweg dagegen vorzugehen, zunimmt", betont GdP-Mann Heiko Müller. Und Ruhrbahn-Betriebsratschef, Ahmet Avsar findet es erschreckend, "dass wir schon vor einigen Jahren in Bussen Trennscheiben einführen mussten, um Tätlichkeiten gegen Busfahrer zu verhindern, und dass der Stinkefinger für immer mehr Fahrgäste zum normalen Gruß wird, wenn sie sich zum Beispiel über Verspätungen ärgern."

Autor:

Thomas Emons aus Mülheim an der Ruhr

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