Hildegardishaus bereits belegt

(v.l.) Pater Josef von der Gemeinde Herz Jesu und Annett Heine, die sich auch schon 2014 um Menschen auf der Flucht gekümmert hat.
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Von Claudia Leyendecker

Aufgrund der Nöte der Stadt hat die Pfarrei St. Mariä Himmelfahrt erneut, wenn auch nur bis Ende des Jahres, das Hildegardishaus als Unterkunft für Flüchtlinge angeboten. Während THW und Feuerwehr in dieser Woche bereits die Zimmer mit dem Nötigsten austatteten und am Mittwoch die ersten Bewohner einzogen, fand abends die Informationsveranstaltung für Anwohner statt. So kurzfristig muss die Stadt inzwischen agieren, um die ankommenden Menschen unterzubringen.

Broicher mit Unterkunft vertraut

Die Broicher sind bereits mit der Unterbringung von Flüchtlingen vertraut. Von Juli bis Oktober 2014 waren im Hildegardishaus schon Flüchtlinge untergebracht. Die Kirchengemeinde Saarn, St. Mariä Himmelfahrt, hatte sich bereit erklärt, das ehemalige Seniorenheim noch einmal bis Ende des Jahres für eine kurzzeitige Unterbringung zur Verfügung zu stellen. Der Mietpreis sei machbar, so Ulrich Ernst, Beigeordneter der Stadt, „die Miete sei nicht der Rede wert“.

Abgerissen werden sollte das Hildegardishaus in Broich und einem Neubau weichen. Diese Pläne scheinen jetzt vom Tisch zu sein. Thomas Behler von der Katholischen Kirchengemeinde Saarn sprach am Mittwoch, 2. September, von einer Modernisierung und einem Umbau des Hildegardishauses im kommenden Jahr.
Etwa 100 Anwohner waren zur Bürgerinformationsveranstaltung in den Gemeindesaal Herz Jesu gekommen und zeigten sich wie im vergangenen Jahr überaus hilfsbereit.

Pater Josef von der Gemeinde bedankte sich für das rege Interesse. Annette Heine hatte schon 2014 mit den dort einquartierten Menschen Kontakt aufgenommen. Wer helfen möchte, sollte die Hemmschwelle überwinden und einfach mal vorbeischauen. Annett Heine: „Die Leute sind nur anders - sonst nichts.“ Sie hatte angefangen mit den Kindern zu spielen - ob mit Seifenblasen, Federball oder dem Gummitwist, die Kinder lassen sich schnell begeistern. Zögerlicher sind die Frauen, da muss man behutsamer Kontakt aufbauen, weiß die Ehrenamtlerin aus Erfahrung.

Sammlung in der Gemeinde

Pater Josef hat bereits vorgesorgt: Essbesteck, Teller, Tassen und Gläser hat er schon vorab in der Broicher Gemeinde gesammelt. Am Ende der Infoveranstaltung wurden Karten ausgeteilt. Jeder der mithelfen will, konnte seine Adresse hinterlassen. Am Mittwoch waren 22 Menschen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan dort eingezogen, am Donnerstag und in den folgenden Tagen erfolgte die Zuweisung weiterer Personen. Ob es um Bildung, Sprache, Sport oder die Beschaffung von notwendigen Materialien geht, die Hilfsbereitschaft der Anwohner war groß.

Autor:

Lokalkompass Mülheim aus Mülheim an der Ruhr

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