Musiker Andy Brings ist OB-Kandidat von „Die Partei“
Mit Herz und Kopf

Musiker Andy Brings ist OB-Kandidat von „Die Partei“ Mülheim.
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Ein Gespräch auf den Stufen zur VHS in der MüGa. Der OB-Kandidat Andy Brings kommt mit dem E-Scooter: „Ich liebe das Ding. Damit bin ich in der Stadt unterwegs.“ Seit der Geburt 1971 Mülheimer, wohnt der Musiker im Dichterviertel, genauer gesagt in der Goethestraße, und legt auch vielversprechend los: „Festgemauert in der Erden…“

Seine Augen blitzen. Natürlich ist das nicht von Goethe. Natürlich weiß Brings das. Der Mann hat Abitur: „Allerdings erst nach ein paar Schulwechseln.“ Schon als Oberprimaner begann Andy Brings bei der Band „Sodom“ eine Karriere als Profimusiker und gibt zu: „Mit Abi war ich überqualifiziert fürs Rock-Business.“ Und zerstört das Klischee vom Thrash-Metal-Rocker endgültig: „Ich habe nie geraucht, keine Drogen, nur wenig Alkohol, inzwischen ernähre ich mich vegan.“ Wird man eigentlich reich als Rocker? Das komme darauf an, was genau „reich“ bedeute. Geldmäßig nicht. Aber: „Ich kann das machen, was ich immer wollte. Das hat mich reich gemacht. Ich musste mich nie verbiegen. Das könnte ich auch gar nicht.“ Da sei das Musikbusiness eine perfekte Schule: „Man muss kämpfen und für seine Überzeugung einstehen.“ Als Andy Brings dann gefragt wurde, ob er nicht OB-Kandidat sein wolle für die Partei „Die Partei“, reichten eine schlaflose Nacht und das OK von Freundin und der Frau Mama. Seine Kandidatur stehe unter dem Dach von Liebe und ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn: „Ich sehe das Amt des Oberbürgermeisters unter der Maxime, für die Menschen da zu sein. Als Netzwerker und Brückenbauer. Die Leute an den Tisch holen. Und keiner steht auf, bevor nicht eine Lösung gefunden ist.“ Es sei schade, dass der oder die nächste OB durch die Querelen rund um den Amtsinhaber mit solch negativem Vorschuss antreten müsse: „Da ist viel Vertrauen verloren gegangen.“ Die Menschen hätten das Gefühl, in Mülheim gebe es ein „wir hier unten“ und „die da oben“. Das müsse aufgebrochen werden.

Achse der Möglichkeiten

Ein zentrales Thema ist, die Innenstadt vom Forum bis Schloss Broich neu zu denken: „Entlang des Radschnellweges, den ich die Achse der Möglichkeiten nenne.“ Man müsse ganzheitliche Lösungen finden: „Man kann ÖPNV nicht ohne die Innenstadt denken. Sie wieder als das Zentrum Mülheims erlebbar machen.“ Das Gebäude der Heinrich-Thöne-Volkshochschule im Rücken legt Brings ein klares Bekenntnis ab: „Ich steh auf die VHS an diesem Standort. Ich mache da gerne mit und habe auch Ideen.“ Bei einem Workshop der Bürgerinitiative zum Erhalt der VHS war Brings als einziger OB-Kandidat anwesend. Seine Vorschläge: Eine Kita, ein Co-Working-Space im Atrium, Räume für Pop-Up-Aktionen, die Fassade teils für Sprayer freigeben. Die Fronten seien verhärtet, da müsse man den Dialog neu aufmachen: „Wenn uns Corona eines lehrt, dann doch, dass das Denken von 2019 nicht mehr gilt. Wir müssen den Reset-Knopf drücken. Der neue OB muss ein Moderator sein in schwierigen Zeiten.“ Und, sieht er sich als diese Art Oberbürgermeister? Einer, der Ideen nach vorne bringt, aber auch anderen zuhört und deren Gedanken fördert? „Wenn ich da nicht dran glauben würde, täte ich mir diese Kandidatur nicht an.“ Brings kandidiert für „Die Partei“, ohne Mitglied zu sein. Aber es gebe eine unwiderstehliche Schnittmenge: „Der Mülheimer Ortsverband ist hochseriös unterwegs. Das sind alles Leute, die ihre Stadt lieben. Die Bock haben, etwas zu bewegen, sich aber in anderen Parteien nicht gut aufgehoben fühlten.“ Unter dem Deckmantel der Satire würden hier Missstände aufgezeigt.

Das Rennen ist offen

Wie läuft der Wahlkampf, wie ist die Resonanz? Andy Brings grinst: „Zu Beginn meiner Kandidatur haben viele drüber gelacht.“ Dem sei nicht mehr so. Unterwegs in der Stadt, werde er nun oft angesprochen: „Hallo Oberbürgermeister! Wir wählen dich.“ Die Leute spürten wohl die Ernsthaftigkeit hinter der Fassade des Witzes: „Da kommt so viel Liebe zurück. Meine Kandidatur wird Spuren hinterlassen.“ Natürlich wisse er nicht alles und habe auch nicht alle Antworten: „Aber ein frischer, unverdorbener Blick auf die Dinge hilft.“ Das ganze Schlechtreden Mülheims gehe ihm gegen den Strich: „Wir leben hier doch im Ruhrgebiets-Paradies.“ Er lerne gerade seine Heimatstadt neu kennen und sehe überall Dinge, die funktionieren können. Man müsse nur wollen. Doch da ködere er ausdrücklich nicht mit Wahlversprechen: „Mit dem klassischen Wahlkampf-Blabla kann ich nicht dienen. Herz und Kopf müssen stimmen.“ Seine Aussichten? „Das Rennen ist völlig offen, schon aufgrund der besonderen Verhältnisse hier in Mülheim. Ich habe mir jedenfalls die nächsten fünf Jahre freigehalten.“

Musiker Andy Brings ist OB-Kandidat von „Die Partei“ Mülheim.
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Andy Brings möchte als Mülheimer Oberbürgermeister für die Menschen da sein. 
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Autor:

Daniel Henschke aus Essen-Werden

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