Komplett neue Planung
ÖPNV-Konzept 2020

ÖPNV Mülheim

Mülheim an der Ruhr. Es ist nun schon eine Weile her, dass das ÖPNV-Konzept „Netz23“ für viel Unruhe und vor Allem Unmut gesorgt hat. Die Verantwortlichen mussten sich unter neuen Aspekten damit beschäftigen und haben dabei offenbar auf Diversifizierung gesetzt. Wo das Projekt steht und wie es weitergehen soll, hat das Amt für Verkehrswesen durch den Beigeordneten Peter Vermeulen auf Anfrage zusammengefasst.

Der Prozess zur Fortschreibung des derzeit gültigen Nahverkehrsplans (NVP) aus dem Jahr 2017 wird momentan weiter forciert, in Kürze erfolgt die Ausschreibung über die inhaltliche und redaktionelle Begleitung durch ein Gutachterbüro. Eine entscheidungsfähige Vorlage (Beschlussvorlage) soll Ende 2020 in den Ausschuss für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Mobilität und den Rat der Stadt eingebracht werden. Im Rahmen der Haushaltsberatungen und der Verabschiedung des Haushaltes der Stadt Mülheim an der Ruhr für das Jahr 2019 hat der Rat der Stadt am 06.12.2018 beschlossen, dass im Bereich des ÖPNVs bis zum Jahr 2023 nachhaltig und dauerhaft 7,0 Mio. € pro Jahr einzusparen sind. Diese Summe kann aufgrund ihrer Höhe nicht mit einer Einzelmaßnahme, sondern nur durch das Zusammenspiel vieler Maßnahmen erreicht werden. Eine einfache Überarbeitung bzw. Ergänzung des bestehenden Liniennetzes genügt dazu nicht.

Komplett neue Planung

Nach Möglichkeit soll der städtische ÖPNV, mit Ausnahme des bereits bestehenden Schienennetzes (ohne Kahlenbergast), nahezu vollständig neu geplant werden, wie auf der „grünen Wiese". Beabsichtigt werden u.a.

• eine Harmonisierung des Liniennetzes, bei der die verschiedenen Verkehrsträger stärker verknüpft werden
• bedarfs- bzw. nachfrageorientierte Anpassungen sowie der Einsatz zusätzlicher Verstärkerfahrten während der Verkehrsspitzen
• die signifikante Reduzierung der Parallelverkehre und Leerfahrten
• Zubringerverkehre vom Bus zur Straßen- bzw. Stadtbahn
• On-Demand-Verkehre für das Tag- und Nacht-Netz

Welches Einsparpotenzial sich dann tatsächlich ergibt, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht absehbar, weder gesamt noch in den speziellen Bereichen Verwaltung, Unterhaltung, Instandhaltung und Betrieb. Dieses wird sich aus der detaillierten Ausarbeitung des ÖPNV-Konzepts jedoch ergeben, bei der das Liniennetz und der Fahrbetrieb im Einzelnen geplant und die Infrastruktur berücksichtigt werden.

Alle Beteiligten werden einbezogen

Die Aufstellung des neuen Mülheimer Nahverkehrsplans wird unter Mitwirkung und Einbeziehung diverser Institutionen und Personengruppen stattfinden. In verschiedenen Arbeitskreisen entwerfen Vertreter des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR), der Bezirksregierung Düsseldorf, der Stadt Mülheim an der Ruhr und der Ruhrbahn GmbH u. a. mit interessierten Bürgern, Schulen, Sportvereinen, Krankenhäusern und Behindertenverbänden die Aspekte des ÖPNV-Konzepts. In gleichem Maße beteiligt werden die Nachbarstädte und -kreise mit ihren jeweiligen Verkehrsunternehmen, nicht nur in Bezug auf die interkommunalen Verbindungen.
Ein wesentlicher Bestandteil wird die Durchführung einer weitreichenden Bürgerbeteiligung sein. Bei mehreren Veranstaltungen können die Einwohner ihre Wünsche und Ideen zum städtischen ÖPNV äußern, diese werden anschließend geprüft und nach Möglichkeit mit in die Planungen aufgenommen. Unterstützend dazu wurde bereits im November 2019 eine Haushaltsbefragung zum Mobilitätsverhalten der Mülheimer Bürger realisiert. Mit den Befragungsergebnissen können die Verkehrsbedürfnisse der Bevölkerung besser bei der Entwicklung von Verkehrsangeboten berücksichtigt werden, sie fließen daher auch in die Erstellung des Nahverkehrsplans mit ein.

Kein Einfluss auf die Tarife

Eine Entwicklung neuer Tarifmodelle im Rahmen der NVP-Fortschreibung ist nicht vorgesehen und darüber hinaus im Alleingang auch nicht möglich, da für die Festlegung der Ticketpreise in Mülheim an der Ruhr nicht die Stadt als Aufgabenträger oder das örtliche Verkehrsunternehmen, die Ruhrbahn Mülheim GmbH, zuständig sind, sondern der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) als übergeordneter Zweckverband. Die Tarifhoheit aller Verbandsmitglieder wurde auf den VRR übertragen. Innerhalb dieses Verkehrsverbundes gibt es bei allen zugehörigen Verkehrsunternehmen ein einheitliches Fahrkartensortiment mit den gleichen Tarifen und Tarifmodellen.

So geht es weiter

Künftig wird es, zum jeweils aktuellen Bearbeitungsstand der Fortschreibung des Mülheimer Nahverkehrsplans, bis zur endgültigen Fertigstellung, regelmäßige Berichterstattungen in den öffentlichen Sitzungen des Ausschusses für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Mobilität geben, an denen jeder Bürger als Zuschauer teilnehmen kann.

Es hat nun jeder die Möglichkeit informiert und engagiert zu bleiben, was bei entsprechender Beteiligung durchaus zu einer nutzerfreundlichen und somit erfolgreichen Umsetzung eines ÖPNV-Konzeptes führen kann, das auch auf längere Sicht für Mülheim attraktiv und tragfähig bleibt.

Autor:

Friedhelm Tillmanns aus Mülheim an der Ruhr

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