Papst will zurücktreten

Der Papst tritt zurück. Das hat der Vatikan inzwischen bestätigt
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Der Vatikan hat bestätigt, dass Papst Benedikt XVI. am 28. Februar zurücktreten will. Es wäre der erste Rücktritt eines Papstes in der Neuzeit.

Bereits im vergangenen Jahr hatten italienische Medien nach der Kammerdiener-Affäre den Rücktritt des Papstes gefordert.

Inzwischen heißt es, dass Benedikt aus gesundheitlichen Gründen sein Amt abgebe.

Benedikt XVI., geboren als Joseph Ratzinger am 16. April 1927 in Oberbayern, wurde 1950 zum Subdiakon und Diakon geweiht. Ein Jahr später erhielt er im Freisinger Dom das Sakrament der Priesterweihe.
1977 ernannte Papst Paul VI. Ratzinger zum Erzbischof. Bereits ein Jahr später wurde er Kardinal. 2005 wurde er Papst.

In der neueren Geschichte der Kirche gab es das erst einmal, dass ein Papst zurücktrat: Coelestin V., der 1294 nur vier Monate im Amt war.

Vatikansprecher Federico Lombardi teilte inzwischen mit, dass noch vor Ostern ein neuer Papst gewählt werden solle.

Der Papst ist noch im Amt, da werden bei britischen Buchmachern Spekulationen über die Nachfolge angestellt. Ganz vorn sind demnach Kandidaten aus Kanada, Italien und Afrika. Gute Chancen sollen die Kardinäle Francis Arinze (Nigeria), Peter Turkson (Ghana) und Marc Ouellet (Kanada). Von den italienischen Würdenträgern werden Erzbischof Angelo Scola und Tarcisio Bertone (Kardinalsstaatssekretär) als Nachfolger gehandelt.

Weitere Spekulationen gibt es über Benedikts Zukunft: Angeblich will er in ein Kloster gehen.

Erklärung des Bischofs von Essen, Dr. Franz-Josef Overbeck, zum Rücktritt von Papst Benedikt XVI.

Die Nachricht vom bevorstehenden Rücktritt von Papst Benedikt XVI. hat uns alle mit allergrößter Überraschung erreicht. Es zeugt von der Größe seiner Persönlichkeit, sich ganz zurückzunehmen, wenn es um die Kirche und das Evangelium geht. Der Papst sagt in seiner Erklärung, dass die dynamische Welt, in der wir leben, mit ihren Veränderungsprozessen einen Papst brauche, der mit ganzer Kraft des Körpers und des Geistes dieses Amt ausüben könne. Mit seinem Rücktritt setzt er eines der eindrücklichsten Zeichen seines Pontifikates: Alle kirchliche Macht ist endlich.

Papst Benedikt XVI. hat seinem Amt einen unverwechselbaren Stempel aufgedrückt. Er hat sich sehr um die Vertiefung des Glaubens und des geistlichen Lebens bemüht. Der Dialog mit den verschiedenen Kräften und Strömungen unserer Zeit ist ihm eine Herzensangelegenheit. Darin hat er die Botschaft des II. Vatikanischen Konzils lebendig gehalten.

Dafür danken wir ihm und sind stolz, dass die Katholische Kirche in Deutschland der Weltkirche einen solchen Papst schenken konnte. Wir zählen jetzt auf sein Gebet und beten mit ihm für einen guten Nachfolger.

Papst Benedikt XVI sei der erste Papst, der den Rücktrittsparagraphen 332 des neuen Kirchenrechts von 1983 in Anspruch genommen habe. Das erklärte
Ulrich Lota, Pressesprecher des Bistums Essen auf Nachfrage der MW. Zuvor war ein Rücktritt nicht klar geregelt.

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Der Papst tritt zurück - ein Kommentar des Kettwiger Bürgerreporters Johannes Alberts

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