Realschule Stadtmitte
Schüler schreiben für die Freiheit

Die 23 Mädchen und Jungen aus der Klasse 6c der Realschule Stadtmitte und ihr Politiklehrer Tim Kundt machen mit beim Briefmarathon von Amnesty International. Damit schreiben sie für die Freiheit von Menschen, deren Grundrechte verletzt worden sind.
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  • Die 23 Mädchen und Jungen aus der Klasse 6c der Realschule Stadtmitte und ihr Politiklehrer Tim Kundt machen mit beim Briefmarathon von Amnesty International. Damit schreiben sie für die Freiheit von Menschen, deren Grundrechte verletzt worden sind.
  • Foto: PR-Foto Köhring
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23 Mädchen und Jungen aus der inklusiven Klasse 6c der Realschule Stadtmitte schreiben in diesen Tagen vor Weihnachten für die Freiheit und beteiligen sich damit am Briefmarathon, zu dem die 1961 gegründete und 1977 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten Menschenrechtsorganisation Amnesty International aufgerufen hat. 

Damit sind die 23 Realschüler aus Stadtmitte Teil einer großen Gemeinschaft geworden, die aus zehn Millionen ehrenamtlich aktiven Menschen in mehr als 150 Ländern der Erde besteht.

"Wir wollen, dass auch andere Schülerinnen und Schüler vom Briefmarathon erfahren und mitmachen", sind sich die Sechstklässler Mina, Zelal und Ensar einig. Warum sollen auch andere Kinder, Jugendliche und Erwachsene Briefe an Amnesty International schreiben, die die unabhängige und allein durch Spenden und Mitgliedsbeiträge finanzierte Menschenrechtsorganisation dann sammelt und gebündelt mit vielen anderen 1000 Briefen an verschiedene Regierungen in der Welt verschickt?

Jeder Brief zählt

"Das kann helfen, Regierungen öffentlich unter Druck zu setzen, die sich nicht an die Menschenrechte ihrer Bürger halten und sie verletzen und ins Gefängnis werfen, weil sie für ihre Rechte eingetreten sind", erklärt Ensar.

Zusammen mit seinen Klassenkameradinnen Mina und Zelal berichtet er zum Beispiel von Wendy Galaza aus Mexiko. Weil sie gegen ungesühnte Männergewalt gegen Frauen im Macho-Land Mexiko demonstrierte, wurde sie von der Polizei angeschossen und schwer verletzt. Durch das Informationsmaterial von Amnesty International, das ihr Politiklehrer Tim Kundt über die Internetseite: www.amnesty.de angefordert hat, wissen Zelal, Mina und Ensar auch von Imoleayo Michael aus Nigeria. Weil er im Oktober 2020 gegen Polizeigewalt demonstriert hat, wurde er verschleppt, misshandelt und vor Gericht gestellt. Jetzt drohen ihm drei Jahre Haft. Durch die Lektüre des Amnesty-Infomaterials lernten sie auch die 15-jährige Ciham Ali aus Eritrea kennen, die bei einem Fluchtversuch in den benachbarten Sudan von den Behörden festgenommen, verschleppt und an einem unbekannten Ort festgehalten wird, ohne dass ihre Familie über das Schicksal ihrer Tochter und Schwester, die auch US-Bürgerin ist, von der Regierung aufgeklärt worden wäre.

Ebenso empört sind Ensar, Zelal und Mina über das Unrecht, das dem Gewerkschafter Bernardo Caal Xol aus Guatemala angetan worden ist. Weil er sich für die Rechte der indigenen Urbevölkerung einsetzt und gegen die Uferbebauung eines ihnen heiligen Flusses protestierte, wurde er vor Gericht gestellt und zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt.
 
"Wir haben gemeinsam in der 1948 verabschiedeten Allgemeinen UN-Erklärung der Menschenrechte nachgelesen, welche Rechte alle Menschen und damit auch alle Kinder haben. Dadurch haben die Kinder gemerkt, dass es vielen Menschen auf der Welt nicht so gut geht, wie uns in Deutschland", sagt Politiklehrer Tim Kundt.

Was würden die Mädchen und Jungen aus der 6c der Realschule Stadtmitte den dem neuen Bundeskanzler Olaf Scholz oder den Mülheimer Bundestagsabgeordneten Sebastian Fiedler und Astrid Timmermann-Fechter den sagen oder in deren politisches Hausaufgabenheft schreiben, wenn sie Gelegenheit dazu hätten?

"Die Politiker müssten sich mehr um die Menschen kümmern, deren Rechte verletzt werden. Sie müssten auch alle davon überzeugen, dass jeder Mensch und jede Religion gleichviel wert sind und deshalb auch die gleichen Rechte haben und und auch so behandelt werden sollten", sind sich Ensar, Zelal und Mina einig. 

Ensar ist durch den Blick in andere Länder deutlich geworden, "dass es mit der Verletzung der Menschenrechte in den ärmsten Ländern oft auch am schlimmsten ist." Aber er ist sich mit seinen Klassenkameradinnen Zelal und Mina auch darüber einig, "dass unsere Meinung als Kinder auch mehr beachtet werden sollte, weil sie genauso viel wert ist, wie die Meinung der Erwachsenen. In ihren eigenen Menschenrechten und in ihrer eigenen Menschenwürde verletzt erlebten sich die drei türkischstämmigen Kinder, die in Mülheim geboren und aufgewachsen sind, als sie an einer Haltestelle von einer Frau zu hören bekamen: "Geht zurück in euer eigenes Land!"

Zum Briefmarathon von Amnesty International

Autor:

Thomas Emons aus Mülheim an der Ruhr

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