Corona-Pandemie
Stadt Mülheim zieht nach sechs Monaten Corona Bilanz

Stadtdirektor Frank Steinfort, gleichzeitig Leiter des Krisenstabs, zeigt eine Broschüre und ein Kinderbuch, welche die Stadt während der Corona-Krise veröffentlicht hat. Im Hintergrund Prof. Dr. Harald Karutz (li,) und Thomas Nienhaus (re.).
  • Stadtdirektor Frank Steinfort, gleichzeitig Leiter des Krisenstabs, zeigt eine Broschüre und ein Kinderbuch, welche die Stadt während der Corona-Krise veröffentlicht hat. Im Hintergrund Prof. Dr. Harald Karutz (li,) und Thomas Nienhaus (re.).
  • Foto: Andreas Köhring / PR-Fotografie Köhring
  • hochgeladen von Marcel Dronia

Seit über sechs Monaten hält die Corona-Pandemie die Stadt Mülheim in Atem. Die Verwaltung hat auf die Krise größtenteils besonnen und mit gezielten Maßnahmen reagiert. Dass das Vorgehen vielerorts als gut empfunden wird, liegt vor allem daran, dass Mülheim in zwei Bereichen konsequent aufgerüstet hat. Einer davon ist in Deutschland nahezu einmalig.

Denn als eine von nur wenigen Städten hat Mülheim von Beginn an auf ein psychosoziales Krisenmanagement gesetzt. "Alle unsere Maßnahmen erfordern Akzeptanz und mit dem psychosozialen Krisenmanagement können wir ahnen, wie unsere Entscheidungen bei den Menschen ankommen werden", erläutert Krisenstabsleiter Dr. Frank Steinfort.

Dazu wurde bereits im März Prof. Dr. Harald Karutz in das Gremium berufen. Der Mülheimer ist Diplom-Pädagoge, Notfallseelsorge und Professor für Notfall- und Rettungsmanagement. "Für mich ist das eine ganz spannende Gelegenheit, das, was ich seit 15 Jahren lehre, nun selbst zu verantworten", sagt Karutz. Seine Aufgabe sei es in erster Linie, herauszufinden, wo in der Bevölkerung der Schuh drückt. Wo entsteht besonderer Ärger? Wo herrscht Sorge?

Hilfsangebote für verschiedene Personengruppen

Dazu wurden sämtliche Beratungsstellen, Notfallseelsorger oder niedergelassene Psychotherapeuten befragt. Aus den Ergebnissen konnte ein Hilfsangebot erstellt werden, das auf verschiedene Personengruppen zugeschnitten ist. Dazu gehörten etwa eine Hotline für Mitarbeiter im Einzelhandel, Hinweise für Familien zum Thema Homeschooling oder Hilfsangebote für Senioren. Bereits in zweiter Auflage hat die Stadt eine Broschüre mit Tipps für die Krisenzeit herausgegeben. Für Kinder gibt es ein Bilderbuch mit eigenen Mülheimer Abbildungen wie dem Max-Planck-Institut, der Feuerwache oder dem Diagnosezentrum.

Durch solche Maßnahmen soll dazu beigetragen werden, die Stadtgesellschaft zu stärken. Und zwar nicht nur von oben sondern auch untereinander. So habe das Centrum für bürgerschaftliches Engagement (CBE) 5600 Hilfeleistungen vermittelt oder koordiniert.

Verstärkte Arbeit im digitalen Bereich

Um solche Stimmungen herauszufiltern, half auch das Social Media Command Center. "Das setzen große Firmen auch im Krisenmanagement ein", erklärt Thomas Nienhaus, der 14 Personen aus der Verwaltung um sich geschart hatte. Dadurch war die Stadt im Internet an sieben Tage in der Woche von sechs bis 20 Uhr erreichbar.

Durch das sogenannten psychosoziale Online-Monitoring wurden alle Äußerungen in sozialen Netzwerken verschiedenen Emotionen zugeordnet. "Dadurch lassen sich Kurven erstellen und daraus Stimmungen ableiten", erklärt Nienhaus. Dies sei auch in die Reden von Stadtdirektor Steinfort eingeflossen. 

Das Social Media Team wird auch nach der Corona-Zeit beibehalten. "Wir können unsere Breite der Informationen dadurch vergrößern", freut sich Steinfort. Die Menge an Wissen sei auch wichtig, um falsche Darstellungen mit Fakten zu widerlegen. "Wir können Diskussionen versachlichen", sagt Harald Karutz. 

Auch für eine verschärfte Lage scheint die Stadt gut aufgestellt. "Wir gehen noch nicht zum Alltag über", betont das Trio einheitlich.

Autor:

Marcel Dronia aus Mülheim an der Ruhr

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