Pressemitteilung der VHS-Initiative
Stillstand in der Mülheimer Politik nicht ausnutzen!

Initiative „Erhalt unserer VHS in der MüGa“
c/o Inge Ketzer – Kirsten Grunau – Erich Bocklenberg
Elisabeth-Selbert-Str. 39, 45473 Mülheim-Ruhr
https://www.vhs-in-der-muega.de 06.05.2020

Pressemitteilung
VHS-Ini fordert: selbstverschuldeter Stillstand muss beendet werden -
Bürgerentscheid ist umzusetzen
Die Bürgerinitiative zum „Erhalt unserer VHS in der MüGa“ stellt mit Sorge fest, dass der Stillstand in der Mülheimer Politik dazu ausgenutzt wird, den Bürgerentscheid vom Herbst vergangenen Jahres zu ignorieren und durch Untätigkeit von Rat und Verwaltung vollendete Tatsachen zu schaffen. Die Initiative ist auch in Pandemiezeiten nicht untätig und hält am Ziel fest, die Mülheimer Erwachsenenbildung wieder in dem dazu einzigartig geeigneten Gebäude im Kulturensemble fortzusetzen, wie es auch dem überwältigenden und verbindlichen Bürgerentscheid-Votum der Mülheimer entspricht.
Nach dem sehr langen und lähmenden Stillstand gilt es, demokratische Grundsätze und Bürgerbeteiligung auch in Mülheim wieder zur Geltung zu bringen.
Wie überall ist die Ausbildung in den Schulen weitgehend zum Erliegen gekommen. Ebenso ist die Erwachsenenbildung coronabedingt auch in Mülheim ausgesetzt. Die Schließung der VHS in der Bergstraße und der unnötige Umzug in das Provisorium an der Aktienstraße wird sich in der Phase der nun anstehenden schrittweisen Beendigung des Lockdowns als großer Fehler bestätigen.
Für die allmähliche Wiederaufnahme des Unterrichts werden pandemiegerechte Hygienemaßnahmen und Umstrukturierungen in Bezug auf Räume und Gruppen- bzw. Kurseinteilungen nötig, bei denen Abstandsgebote in allen Bildungseinrichtungen zu den wichtigsten Maßnahmen gehören.
Jetzt zeigt sich umso mehr, dass die kostspielige Anmietung des Notgebäudes an der Aktienstraße eine Fehlinvestition von erschreckendem Ausmaß war und weiterhin ist. In viel zu engen Fluren und ebenso zu beengten Treppenhäusern mit minimaler Kopfhöhe lassen sich nämlich die erforderlichen Abstandsgebote nicht annähernd umsetzen. Aufenthaltsräume ohne Fenster und Kursräume mit wenig Tageslicht und mangelhafter Belüftung sind jetzt nicht mehr nutzbar und waren auch zuvor schon eine Zumutung, auch wenn von verantwortlicher Seite immer wieder etwas anderes behauptet wurde. In langen und labyrinthartigen Fluren mit einer Breite von kaum mehr als 120 Zentimeter lassen sich absolut keine Abstandsregeln einhalten. Der schnurgerade und beklemmend wirkende Flur zu den Seminarräumen und einem großen Versammlungsraum für fast 200 Personen im neuen Erweiterungsbau ist
106 Meter lang. Schon in Vor-Corona-Zeiten musste sich jeder Besucher fragen, was im Ernstfall in diesen Fluren und dem beengten Treppenhaus in einem Brandfall passieren würde und wie dieses Gebäude als Bildungseinrichtung überhaupt zu einer brandschutztechnischen Zulassung kommen konnte.
Spätestens jetzt muss jedem klar werden, was für eine absurde Fehlinvestition die Not-VHS an der Aktienstraße tatsächlich war und ist. Die Räumlichkeiten lassen in absehbarer Zukunft gar keine weitere oder nur eine äußerst eingeschränkte Nutzung zu. Es muss festgestellt werden, dass durch die Schließung der Heinrich-Thöne-VHS an der Bergstraße und durch die Anmietung des Notgebäudes ein finanzielles Desaster angerichtet wurde. Erwachsenenbildung wird in Mülheim durch den völlig unnötigen Umzug in ein Provisorium, dass nicht einmal als Übergangslösung wirklich geeignet ist, erheblich teurer.
Nur in der VHS in der MüGa ist gerade das, was jetzt regelmäßig beschworen wird, nämlich Abstand zu halten, überhaupt möglich, weil das Gebäude über genau die Qualität verfügt, die in der Vergangenheit immer wieder als vorgeschobenes Argument dafür angeführt wurde, dass es wegen seiner Größe eigentlich nicht mehr zeitgemäß sei. Dieses Gebäude verfügt im Gegensatz zum angemieteten Provisorium über genau die Art von räumlicher Großzügigkeit, die für die Erwachsenenbildung angemessen und jetzt in Coronazeiten notwendig ist.
Jeder, der die VHS Bergstraße noch besuchen konnte, weiß, dass nahezu alle Räume großzügige Fenster nach außen haben und sich vor den Fenstern, die in Notfällen leicht als Notausstiege zu benutzen wären, begrünte Flachdächer als Ausweichflächen befinden. Flure und Treppenhäuser sind großzügig angelegt. Drei ausreichend breite Ein- und Ausgänge lassen Abstände zwischen Besuchern zu. Im Gefahrenfall wäre dieses Gebäude leicht zu evakuieren.
Dass eine Sanierung des VHS-Gebäudes an der Bergstraße mit dem Ziel, die aktuellen Brandschutzbestimmungen zu erfüllen, die Mülheimer vor der massiven Steuerverschwendung durch die Anmietung des Provisoriums an der Aktienstraße bewahrt hätte, wird jetzt besonders deutlich erkennbar.
Es muss unbedingt die Frage gestellt werden, wessen Interessen hier eigentlich bedient werden sollten?
Wie konnten die politisch Verantwortlichen von Kämmerer und Verwaltung so fehlgeleitet werden und die Interessen ihrer Bürger derart ignorieren?
Die Fehlentscheidungen und die Untätigkeit von Rat und Verwaltung führen im Ergebnis auch dazu, dass Dozenten arbeitslos geworden sind und dies nun unnötig lange Zeit bleiben werden. Erwachsenenbildung wird in Mülheim für längere Zeit ausgesetzt bleiben. Für eine Volkshochschule, die der demokratischen städtischen Kultur und Weiterbildung verpflichtet und systemrelevant ist, wird auf absehbare Zeit kaum eine Perspektive bestehen, wenn der Widerstand gegen eine kostengünstige Instandsetzung des VHS-Gebäudes am bewährten MüGa-Standort nicht aufgegeben wird!
Dieser untragbare Zustand muss beendet werden!
Noch ist das Gebäude an der Bergstraße nicht verfallen, aber die Zeit drängt!
Noch immer kann sich Vernunft durchsetzen und das fatale Agieren von Rat und Verwaltung beenden. Das Angebot des Architekten der VHS, Herrn Dietmar Teich, auf eigene Kosten eine realistische Kostenberechnung für die Brandschutzsanierung durch ein renommiertes und unabhängiges Ingenieurbüro vorzunehmen zu lassen, muss endlich angenommen werden!
Der Bürgerentscheid zum Erhalt der VHS in der MüGa vom Oktober 2019 ist rechtsgültig und muss - besonders unter den jetzigen Gegebenheiten - umgesetzt werden!
Die Bürgerinitiative richtet sich deshalb auch auf diesem Weg noch einmal an die Bürgermeister-Kandidatinnen und Kandidaten der anstehenden Kommunalwahlen im September 2020.
Beziehen Sie Stellung zur Zukunft der Heinrich-Thöne-VHS in der MüGa.

Autor:

Heinz-Werner Moog aus Mülheim an der Ruhr

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