Fortentwicklung der Kinder- und Jugendbeteiligung in Mülheim
Vertreter der Politik und Verwaltung müssen viele Fragen beantworten

Unter anderem bemängeln die Schüler den Sanierungsstau an ihren Schulen. Auch wenn die Fassade an der Otto-Pankok-Schule inzwischen gemacht ist, so schreiben die Schüler: "Außen hui und innen pfui" auf die Plakate.
  • Unter anderem bemängeln die Schüler den Sanierungsstau an ihren Schulen. Auch wenn die Fassade an der Otto-Pankok-Schule inzwischen gemacht ist, so schreiben die Schüler: "Außen hui und innen pfui" auf die Plakate.
  • Foto: Archivfoto PR-Fotografie Köhring
  • hochgeladen von Regina Tempel

Von RuhrText

Mit viel Applaus wurden die Vertreter aus der Mülheimer Politik und Verwaltung in der Innogy Sporthalle empfangen. Im Rahmen des Bezirksjugendforums hatten die Schülerinnen und Schüler der achten Klasse im Stadtbezirk I vormittags kommunalpolitische Themen diskutiert und Plakate erstellt. Am Mittag diskutierten sie dann mit den Entscheidungsträgern über ihre Sorgen und Nöte.

Kommunalberater Erik Flügge von der Squirrel & nuts GmbH (Köln), die gemeinsam mit dem Amt für Kinder, Jugend und Schule das Organisationsteam bildete, lud die Gäste zu einem „Gallery Walk“ ein. Möglichst einzeln sollte der Rundgang vorbei an den Plakaten gemacht werden. So waren auch direkte Gespräche mit den Schülern möglich. Und es funktionierte. Schon bald waren Oberbürgermeister Ulrich Scholten, Mitarbeiter der Verwaltung und die Politiker in intensive Gespräche verwickelt.

Die Spannbreite der Themen war vielfältig. Viele davon sind bekannt und aktuell. So fragte eine Mädchengruppe aus der 8e des Karl-Ziegler-Gymnasiums auf ihrem Plakat: „Wie sollen wir in Zukunft zur Schule kommen? Ihre Forderung: Keine Einsparungen bei Bus und Bahn! Dafür - so die Achtklässlerinnen - seien sie auch bereit, geringe Preiserhöhungen zu akzeptieren. Viele Schüler hatten sich auch mit den Themen Modernisierung und Digitalisierung ihrer Schulen auseinandergesetzt. „Außen hui, innen pfui“ hieß es von Schülern der Otto-Pankok-Schule. Sie fordern nicht nur eine bessere Ausstattung, sondern auch eine Renovierung der Toiletten.

Mehr Flächen zum Spielen forderte eine Gruppe der 8d vom Gymnasium Heißen. Und mehr Sicherheit! Aber anders, als die meisten Erwachsenen wohl denken. Simon Kösters erklärt: „Wir haben kürzlich Fußball gespielt. Und mussten den Ball aus einer großen Dornenhecke herausholen!“

Gespräche beim "Gallery Walk"

Beim „Gallery Walk“ wurde deutlich, dass die Schülerinnen und Schüler sich viele Gedanken gemacht hatten, bevor die Plakate als Grundlage für die Gespräche erstellt wurden. „Heute Morgen haben wir mehrere Oberthemen genannt bekommen. Dazu konnten wir Vorschläge machen. Nach einer Pause sind dann die Themenbereiche entschieden worden. In Gruppen haben wir dann Ideen gesammelt, darüber diskutiert und das Plakat erstellt“, berichtete Tom Sauer vom Karl-Ziegler-Gymnasium. Der öffentliche Personen-Nah-Verkehr, die Situation in den Schulen, der Wunsch nach mehr Grünflächen, mehr Schwimmbädern, das Schwimmen in der Ruhr sowie nach einer sauberen, möglichst müllfreien Stadt sind Beispiele, was den Schülern auf dem Herzen liegt.

Die Gäste aus Verwaltung und Politik wurden von Moderator Erik Flügge abschließend befragt, was ihnen am meisten hängen geblieben ist. Es war für jeden etwas dabei. Abschließend sagte Oberbürgermeister Ulrich Scholten: „An vielen Themen sind wir dran. Ich finde es gut, dass ihr diese Themen genauso wichtig findet, wie wir es tun. Besonders gefreut hat mich, dass auf den Plakaten und in den Gesprächen nicht nur auf Missstände hingewiesen worden ist, sondern auch Lösungsvorschläge und Hilfsangebote mitgeliefert wurden. Wenn ihr mithelfen möchtet und bereit seid, euch einzubringen, ist das für unsere Stadt die halbe Miete.“

Schwierig wird es für die Politiker, einem ganz besonderen Wunsch nachzukommen. Auf einem Plakat riefen Schüler dazu auf, mehr Fußballplätze in der Stadt anzulegen. Und gleichzeitig forderten sie für den Ligabetrieb: „Faire Schiedsrichter wären nicht schlecht!“

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