Der Nächste, bitte! Aus der Praxis des EKM. Heute: Entwicklungsverzögerungen bei Kleinkindern

Im Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) können sich Kinder spielerisch entwickeln.
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  • Im Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) können sich Kinder spielerisch entwickeln.
  • Foto: PR-Fotografie Köhring
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Ida ist zwei Jahre alt. Ihre Eltern sind mit ihr zu Krabbelgruppen und Babykursen gegangen, und Ida ist gerne mit anderen Kindern zusammen. Doch den Eltern fällt auf, dass Ida im Vergleich zu ihren Spielkameraden etwas hinterherhinkt. Sie kann noch nicht laufen und spricht nur sehr wenig.

Das fällt auch dem Kinderarzt bei der Vorsorgeuntersuchung, der U7, auf. Er verschreibt Ida Krankengymnastik. Die Eltern gehen regelmäßig mit ihrer Tochter zu den Terminen, doch es zeigen sich keine ausreichenden Verbesserungen. Sie machen sich Sorgen. Auch der Kinderarzt denkt nun an ein grundsätzliches Problem und überweist Ida an das Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ). „In der Regel lernen Kinder spätestens mit 18 Monaten, frei zu laufen“, sagt Melanie Busse, Ärztliche Leiterin des SPZ. „Ist das nicht der Fall, können verschiedene Ursachen dahinter stecken.“

Im SPZ arbeiten verschiedene Fachrichtungen zusammen. „So können Ärzte, Psycho- und Ergotherapeuten, Heilpädagogen und Logopäden das Kind in seiner Gesamtheit betrachten“, sagt Melanie Busse. Der erste Termin von Ida und ihren Eltern im SPZ dauert anderthalb Stunden „Wir führen ausführliche Gespräche, gewinnen einen ersten Eindruck über die bestehenden Schwierigkeiten, das Anliegen der Eltern sowie den aktuellen Entwicklungsstand und untersuchen die Kinder neurologisch“ Zu den dann folgenden Untersuchungen zählt möglicherweise unter anderem eine standardisierte Entwicklungsdiagnostik, bei der die Therapeuten anhand der erbrachten Leistungen bei altersgerechten Anforderungen und anhand des Verhaltens des Kindes erkennen können, ob es altersgerecht entwickelt ist.

Für Entwicklungsverzögerungen wie bei Ida kann es verschiedene Ursachen geben. Es könnte beispielsweise eine neuromuskuläre Erkrankung vorliegen oder auch eine Beeinträchtigung der Kognition.

Je früher eingegriffen wird, desto besser

In vielen Fällen handelt es sich aber um eine gutartige muskuläre Hypotonie, so wie bei Ida. Dabei fehlt es den Kindern an Muskelstärke und Muskelspannung, die Gelenke sind überstreckbar. „Das kann dazu führen, dass die Kinder später laufen lernen, dass sie oft auch beim Kauen und Schlucken Probleme haben und die Sprachentwicklung verzögert verläuft“, sagt Melanie Busse.

Das hat sich auch bei Ida gezeigt. Sie hat viel gespeichelt, besonders, wenn sie sich konzentriert hat. „Die Ursache für die gutartige muskuläre Hypotonie ist unklar, aber sie ist gut therapierbar.“ Idas Eltern erhalten von einer Physiotherapeutin eine Anleitung für ein tägliches Training. Um ihre Probleme beim Kauen und Schlucken zu beheben, bekommt Ida zusätzlich eine orofaziale Regulationstherapie. Die Therapie schlägt an, Ida lernt laufen und fängt an zu sprechen. „Sie wird wahrscheinlich nie eine Leistungssportlerin“, sagt Melanie Busse, „aber ansonsten entwickelt sie sich ganz normal weiter.“

Hintergrund:

Die Kontrolluntersuchungen beim Kinderarzt, die mit der U1 am ersten Lebenstag beginnen, finden in regelmäßigen Abständen statt. Die Kinderärzte kontrollieren dabei, ob die Entwicklung eines Kindes normal verläuft.

Im Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) können sich Kinder spielerisch entwickeln.
Melanie Busse, Ärztliche Leiterin des SPZ.

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