Ambulante palliative Versorgung in Mülheim gesichert
Eine Lücke geschlossen

Michael und Marcel Jeske haben jetzt die ambulante Palliativ-Versorgung AAPV in Mülheim übernommen.
  • Michael und Marcel Jeske haben jetzt die ambulante Palliativ-Versorgung AAPV in Mülheim übernommen.
  • Foto: PR-Fotografie Köhring/SC
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Ambulante Pflegedienste sorgen mit dafür, dass Patienten und ihre Angehörigen möglichst lange miteinander leben können. Doch wenn die Situation des Kranken sich verschlechtert, die Schmerzen zunehmen und der Patient palliative Medizin braucht, dann können Palliativ-Pflegedienste eingesetzt werden.

Von Heike Marie Westhofen

Zwei verschiedene Arten der Palliativ-Pflege gibt es bundesweit und damit auch in Mülheim: Die Allgemeine Ambulante Palliativ Versorgung (AAPV) und die Spezielle Ambulante Palliativ Versorgung (SAPV). Sie unterscheiden sich in mehreren Punkten: Die AAPV dient dem Ziel, die Lebensqualität und die Selbstbestimmung von Palliativpatienten so weit und so lange wie möglich zu Hause zu erhalten, und ihnen ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod in ihrer gewohnten Umgebung zu ermöglichen. Der Großteil der Palliativpatienten, die medizinische und pflegerische Versorgung benötigen, kann auf diese Weise ausreichend versorgt werden.

Für Schwerstkranke und Sterbende: SAPV

Die SAPV ist für Schwerstkranke und Sterbende, deren Lebensqualität bis zum Ende ihres Lebens möglichst erträglich gemacht werden soll, wenn die Intensität der Probleme des Kranken den Einsatz eines spezialisierten Palliativteams (Palliativ Care Teams) vorübergehend oder dauernd notwendig macht. Zu solch einem Team gehören spezialisierte Ärzte und Pflegekräfte (Palliative Care), die auch Hospizmitarbeiter einbinden können.
In Mülheim gibt es seit dem Herbst 2019 die SAPV Mülheim an der Ruhr, die von der Ärztegenossenschaft "Doc net" zusammen mit dem Pflegedienst "Die Pflegepartner" organisiert wird. Die SAPV-Versorgung ist damit gesichert.

Palliative Versorung zu Hause: AAPV

Doch in der Allgemeinen Ambulanten Palliativ Versorgung entstand ein Vakkuum: Mit Wirkung zum 15. Februar 2020 hat die Pflege Palliativ Ruhr, diakonischer Pflegedienst des EKM, ihren Betrieb sowohl in der häuslichen als auch in der ambulanten palliativen Versorgung eingestellt. Warum das so ist, erklärt Silke Sauerwein, Unternehmenskommunikation des EKM: "Es wurde immer schwieriger, examinierte Fachkräfte zu gewinnen. Die AAPV ist ein anstrengendes Arbeitsfeld, das nicht jede Pflegekraft viele Jahre ausüben kann oder möchte. Darum hat das Unternehmen entschieden, die Pflege Palliativ Ruhr im Februar zu schließen."
Der Zeitpunkt für die Schließung scheint gut gewählt, denn parallel dazu entstand das Projekt Kurzzeitpflege am EKM. So konnten alle Pflegekräfte in das neue Projekt am EKM übernommen werden.

Lücke geschlossen

Die entstandene Versorgungslücke in der Allgemeinen Ambulanten Palliativen Versorgung wird nun ab Juni von einem neuen Pflegedienst geschlossen:
"Die neue Pflege GmbH", Lahnstraße 31-33, mit Michael und Marcel Jeske als Geschäftsführer, hat die Zulassung der Knappschaft für die Abrechnung mit den Krankenkassen bekommen. Fünf von 28 Mitarbeitern des Pflegedienstes haben eine Zusatzausbildung für die palliative Arbeit absolviert, weitere sind zu einer Fortbildung angemeldet. Was das genau bedeutet, erklärt Marcel Jeske "Wir haben das Glück, stark zu expandieren und zu 90 Prozent dreijährig ausgebildete, examinierte Pflegekräfte zu gewinnen. Alle dürfen auch starke Schmerzmittel, wie Opiate oder Morphine, nach ärztlicher Anordnung per Tabletten oder Pflaster verabreichen. Der Unterschied zu den speziell geschulten ambulanten palliativen Pflegekräften ist, dass diese auch Medikamente intravenös verabreichen dürfen, eine psychosoziale Schulung bekommen haben und in der Krankenbeobachtung besonders geschult sind."

Spezielle Fortbildung

Solch eine Ausbildung befähigt dazu schnell weitere Spezialisten zu informieren, die in der Sterbebegleitung oder in psychologischer Betreuung aktiv sind. Einen Engpass bei der Versorgung in der AAPV Pflege sehen die Jeskes in der Stadt noch nicht: Alle Anfragen können bisher bedient werden. Obwohl das Unternehmen das einzige in der Stadt ist, die für die AAPV zuständig ist. Um eine AAPV oder SAPV zu beantragen, kann der Hausarzt die ersten Schritte unternehmen. Wer sich informieren möchte, kann auch direkt bei "Die neue Pflege" anrufen unter Tel. 0208/305 90 950. Die Kosten für die spezielle Versorgung übernehmen - nach ärztlicher Verordnung - die Krankenkassen.

Autor:

Heike Marie Westhofen aus Mülheim an der Ruhr

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