Berufsbild
Gerichtsvollzieher-Nachwuchs gesucht

Gerichtsvollzieher Ralf Lauterbach mit dem sogenannten Kuckuck, den es in dieser Form schon seit 50 Jahren gibt.
  • Gerichtsvollzieher Ralf Lauterbach mit dem sogenannten Kuckuck, den es in dieser Form schon seit 50 Jahren gibt.
  • hochgeladen von Claudia Leyendecker

Hinter dem Wohnzimmerschrank der Urgroßmutter klebt heute noch der „Kuckuck“. Den Schrank hatte die Familie um 1910 nach einer Zwangspfändung in der Nachbarschaft erstanden. Ein Beamter hatte sich damals überschuldet. Das Inventar der Wohnung wurde damals gepfändet. Den Kuckuck, den Pfandaufkleber, gibt es auch heute noch, der ist aber wohl nur noch ein nostalgisches Überbleibsel aus längst vergangenen Zeiten.

Doch – was macht ein Gerichtsvollzieher dann heute? Ralf Lauterbach ist seit 26 Jahren Gerichtsvollzieher im Bezirk Styrum, wohnhaft in Dümpten. „Als Gerichtsvollzieher ist man selbständiger Landesbeamter,“ so Ralf Lauterbach. Er klebt seinen „Kuckuck“ aber nur noch selten an zu pfändende Gegenstände. Es gibt heutzutage kaum noch Sachwerte die eine Pfändung lohnen Die Pfandkammer wird überwiegend für Einlagerungen von Räumungsgut benötigt, gepfändeten Sachen sind die Seltenheit.

Das liegt sicherlich auch daran, dass Gegenstände - wie Fernseher, Autos oder Haushaltsgeräte - schnell an Wert verlieren. Ein Kühlschrank ist nach kurzer Zeit Anschaffung nichts mehr Wert und wird auch nicht mehr repariert. Das ist der Lauf der Zeit!

Damit ist der Beruf des Gerichtsvollziehers heute ein überwiegender Bürojob, so der Fachmann. Persönlich ausgeliefert werden aber noch, zuzustellende Schriftstücke (Kündigungen usw.) oder Übergaben von Lohn- oder Kontopfändungen in schriftlicher Form. In Zusammenarbeit mit dem Jugendamt werden zudem Kinder aus Familien genommen. „Das kommt aber zum Glück selten vor,“ so Ralf Lauterbach.

Händeringend wird aber für diesen Beruf Nachwuchs gesucht, so Lauterbach. Das funktioniert über eine Sonderlaufbahn vom mittleren Jusatizdienst in der Laufbahn als Landesjustizbeamter. Wenn die Beamtenlaufbahn über die Stadt erfolgt, lautet das Berufsbild „Vollziehungsbeamter“. Auf der Justiz NRW-Seite lässt sich im Internet mehr über die Laufbahn als Landesbeamter erfahren.

Noch vor drei Jahren hat Familie Lauterbach über bl-event Zelte für Festivitäten zur Verfügung gestellt – auch für das beliebte WiK-Sommerfest. Lauterbach: „Ein Event 2023 ist zurzeit im Gespräch – dann aber nur noch in geänderter Form mit Hygienekonzept.“

Autor:

Claudia Leyendecker aus Mülheim an der Ruhr

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