Ruhestand wird zum Unruhestand
RENTE : so einfach ist das nicht

Gebeutelte Rentner*innen

Nicht mehr lange und es geht in Rente.

Jetzt wird geprüft und gerechnet. Wann kann ich aufhören zu arbeiten und wieviel bekomme ich dann? Eine einfache Frage aber die Antwort bedarf einer Studie von Vorschriften. Rente ist nicht gleich Rente und Rente ist nicht gleich Einkommen.

Da ist die Regelaltersente, die Altersrente für besonders langjährig Versicherte, die Altersrente für langjährig Versicherte, die vorgezogene Altersrente, die Altersrente für schwerbehinderte Menschen, die Altersrente für langjährig unter Tage beschäftigte Bergleute, die Erwerbsminderungsrente, die Hinterbliebenenrente.

Je nach Typ, Alter, Berufsjahre sowie weiterer Faktoren, kommt es zu oftmals erheblichen Abzügen.

Auf jeden Fall gibt es maximal den bis zum Stichtag erwirtschafteten Anteil.

Wenn dann geklärt ist, wann ich, unter welchen Bedingungen, mit wieviel Rente rechnen kann, wird die nächste Stufe gezündet. Hinzuverdienst? Ja, aber… Wenn Sie diese Rente bekommen – dann, wenn sie jene Rente bekommen – dann. Das Ende vom Lied, ausgenommen bei der Regelaltersrente, ist mit, teilweise erheblichen, Verrechnungen des Lohns zu rechnen, die bis zu vierzig Prozent des Zusatzeinkommens betragen können.

Zu guter Letzt kommen die gesetzlichen Abzüge. Zunächst schlägt die Krankenversicherung zu. Dann wird die Einkommensteuerpflicht geprüft.

Alle, die aufgrund der jahrelang gepredigten Versorgungslücke, eine betriebliche Altersversorgung abgeschlossen haben, können sich auf einen happigen Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung einrichten, der dann gleich den seinerzeit eingesparten Arbeitgeberanteil mit einbezieht. So wechselt dann kurzerhand die Rendite der Anlage den Empfänger. Das seinerzeitige Versprechen des Nettobezugs und somit Treu und Glauben sind dahin.

Mangels Lobby stehen die Rentner*innen im Regen.

Der so heiß ersehnte Ruhestand wird zum Unruhestand, derweil nur noch der Hinzuverdienst das Auskommen sichert. Immer mehr Rentenbezieher*innen suchen ihr Heil in einem Job. Eine Studie will ihnen nun verkaufen, dass sie das aus Spaß an der Freud machen und nicht wegen der wirtschaftlichen Zwänge. Wer’s glaubt wird selig.

Übrigens, wenn sie es erst einmal in die Regelaltersrente geschafft haben, können sie grenzenlos hinzuverdienen. Sie zahlen dann allerdings fleißig weiter in die Rentenversicherung ein und Steuern und Abgaben sind dann natürlich auch weiter fällig.

Die Rentenversicherungen haben ausreichend Beratungsstellen und es empfiehlt sich, diese unbedingt rechtzeitig aufzusuchen!

Spare in der Not, dann hast Du in der Zeit, ist auch überholt! Wer noch ein paar Dukaten auf der hohen Kante hat, der kann dabei zusehen, wie sein Erspartes von der Inflation aufgefressen wird, da die in grauer Vorzeit kalkulierten Zinseinnahmen in Gänze ausbleiben.

Betrachtet die / der so enttäuschte und gebeutelte Ruheständler*in nun noch die Rentenentwicklung, die in der Zeit seiner Erwerbstätigkeit von statten ging ist eine Depression vorprogrammiert. Im Jahre des Herrn 1977 hätte er noch mit ca. 60 von Hundert des Durchschnittseinkommens rechnen können, was er vermutlich auch getan hat. Nur heute muss er sich mit ca. 48 von Hundert zufriedengeben. Ist ja nicht weiter tragisch, wenn einem von vorneherein schon ein Fünftel des Einkommens durch die Lappen geht.

Wir erinnern uns noch gut: „Die Renten sind sicher!“ Nur von der Höhe hat keiner gesprochen.

Autor:

Friedhelm Tillmanns aus Mülheim an der Ruhr

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