Pilotprojekt an der Brüder Grimm Schule: Gesunde Ernährung „lernen“
Wenn die Mäuseklasse einen Igel backt

Die Erst- und Zweitklässler der Brüder Grimm Schule zeigen stolz und fredig ihre selbst gebackenen und verzierten „gesunden Igel“.
Foto: Alina Mangelmann
  • Die Erst- und Zweitklässler der Brüder Grimm Schule zeigen stolz und fredig ihre selbst gebackenen und verzierten „gesunden Igel“.
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  • hochgeladen von Reiner Terhorst

„Wenn Kinder mithelfen dürfen, essen sie alles.“ Andrea Joachim von der Stabsstelle Gesundheitsförderung im Mülheimer Gesundheitsamt schmunzelt bei diesem Satz und fügt augenzwinkernd hinzu: „So können wir sie zu gesundem Essen hinführen.“

In der Küche der Brüder Grimm Schule in Styrum herrscht bei unserem Redaktionsbesuch am Standort Zastrowstraße geschäftiges Treiben. Die Kinder der Mäuseklasse backen duftende Igel aus vorher eifrig geknetetem Teig. Und der hat natürlich einem hohen Anteil an Dinkelvollkornmehl. Es duftet lecker. Andrea Joachim, ihre unterstützende Honorarkraft Birgit Berner und Klassenlehrerin Brigitte Ballhausen achten darauf, dass alle 20 Kinder jetzt nicht irgendeinen Igel aus dem Backofen bekommen, sondern genau den, den sie vorher selbst in Form gebracht hatten.

Erwartungsvolle Blicke

Robin und Matteo schnappen sich ihren Igel, versehen ihn mit Mandelstiften für die Stacheln und Rosinen als Augen. Erwartungsvoll blicken sie zu ihrer Lehrerin: „Ja, dann guten Appetit.“ Fast spielerisch gibt es für die Kids etliche Tipps zu gesunder Ernährung. Poster mit einer Ernährungspyramide hängen aus, Flyer mit Erläuterungen gibt es dazu. Die sollen sie mit nach Hause nehmen und ihren Eltern zeigen, damit auch dort öfter als gewohnt gesunde Produkte auf den Tisch kommen.

In einem Pilotprojekt an der Brüder Grimm Schule will das Gesundheitsamt den Weg dafür bereiten. Mit finanzieller Unterstützung des Energieerzeugers Innogy können alle 355 Schülerinnen und Schüler in 16 Klassen an der Zastrowstraße und dem zweiten Standort Fröbelstraße im wahren Sinn des Wortes in den Genuss „leckerer Gesundheitsförderung“ kommen. Petra Kox, Innogy-Projektbetreuerin: „So erfährt unsere Unterstützung eine gewünschte Nachhaltigkeit.“

Vollkornbrot und frisches Obst

In dreistündigen Unterrichtseinheiten haben Andrea Joachim und ihr Team den Kindern und Lehrern auch verdeutlicht, wie ein Frühstück in der Schule aussehen sollte: Brotsorten aus vollem Korn mit Käse oder magerer Wurst, je nach Jahreszeit Äpfel, Bananen, Trauben oder Erdbeeren sowie ein Rohkostanteil mit Paprika, Möhren, Tomaten oder Gurken.

Mathias Gerz, stellvertretender Schulleiter, ist dankbar und begeistert, dass „seine“ Schule für das Pilotprojekt ausgewählt wurde: „Viele Familien hier vor Ort befinden sich nicht gerade auf der Sonnenseite des Lebens. Daher ist es wichtig, Informationen zu bekommen, wie lecker, gesund und auch bezahlbar entsprechendes Essen sein kann.“ Eine gute Grundlage durch ein gesundes Frühstücke fördere nicht zuletzt die Konzentration im Unterricht.

Robin lässt sich schnell noch das Rezept für den selbst gebackenen und gerade voller Heißhunger verzehrten Igel geben: „Den backe ich jetzt auch zuhause.“

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