Strafzinsen auf dem Vormarsch
Wohin mit dem Geld?

Strafzinsschwein

Da hat der sogenannte „Kleine Mann“ im Lauf der Zeit, durch Fleiß und Sparsamkeit, ganz schön was auf die hohe Kante gelegt. Die gesicherten Spareinlagen betragen in Deutschland immerhin ca. 2,5 Billionen Euro. Das gesamte Vermögen aller Geldanleger über alle Geldanlagen beträgt zusammen mehr als 6 Billionen Euro. Das wird wohl vielen Verantwortlichen für die Finanzpolitik sowie den Banken kaum gefallen. Sie möchten dieses Geld in ständigem Umlauf sehen und die Banken möchten damit profitabel arbeiten können. Sie fragen sich also, wie sie es anstellen können ihre Ziele und Interessen durchzusetzen.

Da Gebühren sowie Provisionen und Courtagen den Banken nicht ausreichen um die angestrebten Gewinne zu machen, müssen nun Strafzinsen herhalten. Zunächst wurden damit nur Unternehmen mit großen Geldbeständen belastet. In neuster Zeit wird auch der betuchte Privatkunde herangezogen. So hat es gerade die Commerzbank entschieden. Noch ist dieser „Strafzins“ nicht beim gemeinen Durchschnittssparer angekommen, aber das ist wohl nur noch eine Frage der Zeit.
Diese Methode soll offenbar, neben Mehreinnahmen, dazu nutzen, dass Anleger Einlagen, die zwar vom Einlagensicherungsfond abgedeckt sind aber null Ertrag bringen, zukünftig in alternative, jedoch risikobehaftete Einlagen umschichten. Das Verkaufsargument dürfte, in Anbetracht der Entwicklung an den Börsen, für Aktienanlagen allerdings nur wenig ziehen.

Der gewünschte bedingungslose Konsum wäre eine Möglichkeit den „Strafzins“ zu umgehen. Solange es noch Papiergeld gibt, könnte ein Banktresor ihn auch vermeiden helfen. Sollten die Pläne des totalen Verzichts auf dieses Zahlungsmittel zugunsten einer digitalen Währung greifen, ist auch diese Variante dann endgültig Geschichte. Kaum vorstellbar, dass digitales Geld auf dem heimischen Computer gespeichert werden kann. Somit gäbe es auch beim Geld keinerlei Privatsphäre mehr.
Interessant ist auch der Tatbestand des „Strafzinses“. Wofür wird Mann oder Frau eigentlich bestraft? Dafür, dass er oder sie über Geldmittel verfügen und damit Verantwortung in Bezug auf ihre Vorsorge übernehmen? Bekommen Menschen, die hemmungslos Schulden machen dann im Kehrschluss „Belohnungszinsen“?

Der einzige Trost, der sich für Sparer ergibt, ist die Tatsache, dass die „Strafzinsen“ in Verbindung mit der Inflation das Vermögen nachhaltig schmälern und damit auch den „Strafzins“. Dafür bedarf es dann wieder einer Wortschöpfung. So etwas wie „Strafzinszinsminderung“, käme dem schon nahe. Hoffentlich wird dieser Effekt dann nicht auch noch als latente Einnahme definiert um daraus eine Steuerpflicht zu konstruieren.

Autor:

Friedhelm Tillmanns aus Mülheim an der Ruhr

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

35 folgen diesem Profil

12 Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.