Aus Protest: Vereine sagen Teilnahme an Hallenstadtmeisterschaft im Fußball ab

Nach der Ebbe kommt die Flut: Noch immer gibt es Ärger wegen des Perspektivkonzepts Fußball in Heißen.
  • Nach der Ebbe kommt die Flut: Noch immer gibt es Ärger wegen des Perspektivkonzepts Fußball in Heißen.
  • Foto: Rainer Sturm/pixelio.de
  • hochgeladen von Lisa Peltzer

Nach der Ebbe kommt die Flut, das gilt wohl auch für Mülheims Fußballlandschaft. Nachdem um das „Perspektivkonzept Fußball“, das den Bau einer neuen Bezirkssportanlage an der Hardenbergstraße mit zwei Kunststoff-Rasenplätzen und einem Clubhaus für den TB Heißen und den RSV Mülheim vorsieht, scheinbar Ruhe eingekehrt ist, zieht erneut Sturm auf: In einem Schreiben an Jochen Guß, Vorsitzender der Fachschaft Fußball im Mülheimer SportBund (MSB), sagten Rot-Weiß Mülheim, Tuspo Saarn und TSV Heimaterde am gestrigen Freitag ihre Teilnahme an den diesjährigen Hallenstadtmeisterschaften Ende Dezember ab. Aus Protest. „Unsere Vereine fühlen sich durch die im Namen der Mülheimer Fußballvereine von der Fachschaft abgegebene Stellungnahme zum Bau der Sportanlage Hardenbergstraße in Heißen in ihren Problemen nicht repräsentiert.“ Darin heißt es, „die Fachschaft Fußball begrüßt und unterstützt die vorliegende Planung.“ Eine Meinung, die die drei Mülheimer Vereine nicht teilen. Die Konsequenz: „Wir werden die Mitgliedschaft in der Fachschaft bis auf Weiteres ruhen lassen.“

Eine Neid-Debatte, das stellt Frank Stein, Erster Vorsitzender des Tuspo Saarn, klar, möchten die drei Vereine auf keinen Fall führen. „Uns geht es einzig um das Überleben unserer Vereine.“ Und das sieht der Vorsitzende ebenso wie Günter Proscha (Rot-Weiß Müllheim) und Joachim Thies (TSV Heimaterde) auf Dauer gefährdet.
„Wir sind nicht gegen den Bau der Anlage, wir sind nur der Meinung, dass es in dieser Dimension nicht nötig gewesen wäre.“ Das Geld wäre an anderer Stelle besser investiert. Denn: Eine Abwanderung zu Vereinen, die über modernste Kunstrasenplätze verfügten, „ist dann nicht nur möglich, sondern wahrscheinlich“, befürchten die Vorsitzenden, die sich rein in ihrer Existenz bedroht fühlten. Und gehofft hatten, das Geld würde besser auf die Vereine verteilt werden. „Wir wollen weiterhin auf die Problematik hinweisen“, bekräftigt Frank Stein - auch wenn man die Chance, ebenfalls ein Stück von dem Kuchen abzukriegen, eigentlich als ausgeschlossen einschätzt. Die Absage der Teilnahme an den Hallenstadtmeisterschaften, an denen potentiell rund 50 Mannschaften aller Altersklassen der drei Vereine hätten mitmischen können, sei dennoch nur der Anfang. „Wir haben, so ein absolut einstimmiger Beschluss, weitere Aktionen geplant.“
„Ich habe nichts gegen Kritik. Aber sie muss sachlich bleiben“, kontert Jochen Guß, Vorsitzender der Fachschaft Fußball. Gemeinsam mit den anderen vier Vorstandsmitgliedern habe man das Thema diskutiert und sich auf die Stellungnahme zum „Perspektivkonzept Fußball“ festgelegt, die in der Sitzung des Sportausschusses vorgetragen wurde. Er erklärt: „Die Finanzierung des ‚Perspektivkonzept Fußball‘ geht am städtischen Haushalt vorbei, wird vor allem über den Verkauf mehrerer Grundstücke und der Unterstützung durch die Leonhard-Stinnes-Stiftung gestemmt.“ Die Gelder seien allerdings zweckgebunden, könnten somit nicht für andere Anlagen ausgegeben werden.
Gerade in Zeiten des Nothaushalts müsste man sich also an die Prioritätenliste halten, die vorgibt, wann welcher Platz saniert würde. „An erster Stelle steht die Platzanlage des 1. FC Mülheim an der Moritzstraße“, meint Guß. Eine Sanierung ist voraussichtlich 2014 geplant.
Tuspo Saarn, Rot-Weiß Mülheim und TSV Heimaterde müssen laut Liste noch bis 2019, längstens bis 2022 warten. Nicht so die beiden Heißener Vereine. „Die stehen schon seit 20 Jahren ganz oben auf der Liste“, begründet Guß seine Unterstützung beim Bau der Anlage an der Hardenbergstraße. Nicht zuletzt, weil es immer wieder Probleme mit den Anliegern der alten Sportplätze gegeben hätte.
Kein Trost für Tuspo Saarn, Rot-Weiß Mülheim und TSV Heimaterde. Wobei: „In Mülheim hat - anders als in anderen Städten - fast jeder Verein seine eigene Spielstätte. Und auch die drei Vereine haben schon eine lange Tradition. Ich sehe ihre Zukunft nicht so schwarz wie die drei Vorsitzenden.“
Ob sich die Wogen in Mülheims Fußballlandschaft in nächster Zeit glätten, wird wohl auch eine Sitzung des Mülheimer SportService am kommenden Freitag, 30. September, zeigen, wenn unter anderem die Prioritätenliste Thema sein wird.

Autor:

Lisa Peltzer aus Dinslaken

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

5 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.