Duisburger Damen entscheiden RWW-Cup 2016: "Kampf um den Goldenen Ball" für sich

Duisburger Spielerinnen am Korb.
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Nadine Griebl im Interview zu den Entwicklungen im Damenrugby

Nadine Griebl tritt seit mehreren Jahren mit der Damenmannschaft FS Duisburg beim RWW-Cup an, ist amtierende Weltmeisterin und häufige Trainingspartnerin beim TSC Mülheim.

Welche Position spielst du in der Nationalmannschaft?
In der Nationalmannschaft spiele ich Verteidigung oder Sturm.

Wie bereitet Ihr Euch auf die EM im nächsten Jahr vor und was sind Eure Ziele?
Die Bundestrainer sind die ganze Zeit auf der Suche nach talentierten Spielerinnen und sichten auf unterschiedlichen Wettkämpfen die Damenteams. Ausgewählte Damen werden zu Kaderlehrgängen eingeladen und bekommen einen Einblick in das Spielsystem, Taktik und Technik der Nationalmannschaftsdamen. Im kommenden EM-Jahr 2017 finden jeden Monat, bis zur Meisterschaft Ende Juni, Kaderlehrgänge statt, auf denen das Spielsystem und das Zusammenspiel verinnerlicht wird. Natürlich ist es das Ziel, als amtierender Europameister, den Titel wieder mit nach Deutschland zu bringen. Außerdem versuchen die Bundestrainer neue junge Spielerinnen zu integrieren um Wettkampferfahrung zu sammeln. Das Hauptziel ist nämlich, den gewonnenen WM-Titel von 2015 auf der WM 2019 zu verteidigen.
Natürlich reicht es nicht aus, nur an Kaderlehrgängen und den „normalen“ Vereinstrainings teilzunehmen. Jede Spielerin muss zusätzlich etwas tun um top-fit zu werden. Zusätzliches Ausdauertraining, Techniktraining und viel Spieltraining, vor allem auch mit anderen Teams, ist notwendig um erfolgreich zu sein und Titel zu gewinnen. Die Bundestrainer testen und sehen, ob sich die Spielerinnen fit halten oder nicht.

Stichwort 10 Jahre „Diamantener Ball“. Wie hat sich Unterwasserrugby-Landschaft speziell für Damen entwickelt und was wären Deine Wünsche für die nächsten 10 Jahre?
In den vergangenen 10 Jahren hat sich einiges im Damenrugby getan. Das gesamte Spiel hat sich verändert: es ist viel schneller geworden, es gibt unterschiedliche Spielsysteme, es wird mehr Wert auf Technik und Taktik gelegt. Das liegt u.a. daran, dass es immer mehr Damen gibt die bereits in jungen Jahren Spaß am UWR finden und somit früh Erfahrung sammeln, Spieltechniken lernen und das Spiel an sich professioneller und attraktiver wird. Die Leistungsdichte ist in den letzten Jahren immer dichter geworden und somit auch der Konkurrenzkampf größer. In den letzten Jahren stieg die Anzahl der gemeldeten Damenteams in der Bundesliga. So sind es in dieser Saison acht Teams, die um den Deutschen Meistertitel kämpfen – so viele Teams wie noch nie.
Meine Wünsche für die nächsten 10 Jahre: ich wünsche mir, dass die Anzahl der Damenteams stabil bleibt oder sich sogar noch erhöht. Vor allem aber, dass die jungen Spielerinnen sich frühzeitig einer Damenmannschaft anschließen und genügend Nachwuchs da ist. Im Damenrugby hat sich einiges getan und es gibt noch immer viele Frauen, die keiner Damenmannschaft angehören. Das ändert sich hoffentlich in den nächsten Jahren. Außerdem würde ich mich freuen, wenn sich Spielerinnen einer Mannschaft in ihrer Region anschließen. Ich denke somit könnte man noch mehr Damenteams melden und gemeinsame Trainings durchführen. Vielleicht ist es auch eine Überlegung wert, mal eine separate Deutsche Meisterschaft bei den Damen auszurichten. Im Moment ist es noch so, dass das erste Team der Damenliga automatisch Deutscher Meister wird. Aber das sind Zukunftsgedanken. Vorrangig muss die Anzahl der Damenteams stabil bleiben und ein/e Spartenleiter/in für UWR gefunden werden.

Seit 10 Jahren gibt es den Diamantenen Ball. Was macht das Turnier attraktiv?

Der Diamantene Ball ist mittlerweile ein etabliertes Turnier für deutsche und ausländische Damenteams geworden. In der Regel treffen dort die besten Teams aufeinander und können sich vor Saisonbeginn „beschnuppern“ uns testen. Außerdem ist das Drumherum, die Turnierorganisation, Videoübertragung usw. sehr professionell und so macht es sehr viel Spaß am Turnier teilzunehmen. Auch die Abendgestaltung mit Siegerehrung, Essen und Party ist gut organisiert und wird gerne angenommen.

Wie bewertest Du die Nachwuchsförderung für Mädchen / Frauen im Unterwasserrugby?
Meiner Meinung nach kann an der Nachwuchsarbeit bei den Frauen noch viel getan werden. Schön ist, dass es nun erstmalig ein U21-Damenteam gibt. Ich selbst musste in jungen Jahren mit den Jungs trainieren und gegen sie spielen, die meist körperlich überlegen waren. Die U21 ist ein guter Schritt um die Nachwuchsarbeit zu fördern. Wichtig ist, dass auch diese Damen sich einer Damenmannschaft anschließen, Spiel- und Wettkampferfahrung sammeln und gemeinsam mit Damen trainieren. Nur so ist es möglich eine Nachhaltigkeit zu schaffen und junge Damen an die Damen-Nationalmannschaft heranzuführen. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass sich eine gemeinsame Zusammenarbeit und der Austausch der Bundestrainer verbessert um gemeinsam eine gute Nachwuchsarbeit leisten zu können.

Was würdest Du einem Mädchen antworten, das fragt: „Unterwasserrugby ist doch bestimmt nur was für Jungs, oder?“
Ich würde ihr das Spiel erklären und vermitteln, dass es sich bei UWR nicht um einen brutalen Sport handelt und Verletzungen nur selten vorkommen. Das Schöne am UWR ist, dass eigentlich jeder mitspielen kann und man schnell dazulernt. Ein ausschlaggebendes Argument ist für mich, dass man nur im Team gewinnen kann und die Mannschaft wichtig ist, nicht eine einzelne Spielerin. Außerdem ist UWR vielseitig: man benötigt Schnelligkeit, Kraft, Ausdauer, Spielwitz und –verständnis. So kann jede Spielerin ihre individuellen Stärken mit ins Team bringen. Wer Spaß im Wasser hat und keine Angst vor Körperkontakt, für den/die ist UWR genau das richtige.

Die Spiele der ersten Damen-Juniorennationalmannschaft werden ab Freitag Mittag im Livestream ausgestrahlt.

Autor:

Marc Peters aus Mülheim an der Ruhr

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