HEIßE ANGELEGENHEIT
Gesundheit der Athleten bei der Olympiade 2020 in Tokio gefährdet

TOKIO

Hitze und Luftfeuchtigkeit in Tokio werden die Sportler/innen bis an ihre Grenzen bringen oder im Extremfall das „Knock Out“ bedeuten. Was die Teilnehmer erwartet ist mindestens ebenso heftig wie bei der WM in Doha.

Von Beginn an musste sich die IAAF bei der WM in Doha mit massiver Kritik seitens der Athleten auseinander setzen, die sich über die unerträglichen klimatischen Bedingungen beschwerten. Als einige Läuferinnen beim Marathon sowie diverse Geher wegen der unerträglichen Temperaturen von bis zu 32 °C aufgaben, um sich wegen ihres gesundheitlich bedenklichen Zustandes in medizinische Behandlung zu begeben, war das Fass bereits übergelaufen.

Der mehrfache Olympiasieger Haile Gebrselassie sagte dazu: „Gott bewahre, aber Menschen, die bei solchen Wetterbedingungen laufen, hätten sterben können.“ Katar sei eine Warnung, „dass es so nicht weitergehen darf“, kommentierte der frühere DLV-Präsident Clemens Prokop die Entscheidung für diesen Austragungsort. Klimabedingungen könne man nicht einfach außen vorlassen.

Im kommenden Jahr geht es nach Tokio und damit quasi vom Regen in die Traufe.

Es heißt, dass die Organisatoren der Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio im Kampf gegen die Hitze neue Wege gehen. Bei Testwettkämpfen wurde im Kanubereich mit Sprühschnee experimentiert, der für Abkühlung sorgen sollte. Taka Okamura vom Organisationskomitee sagte dazu: „Wir wollen bei den Zuschauern für Erfrischung sorgen". Rückfragen zu den CO2-Emission der eingesetzten Kühlaggregate versuchte Okamura zu entkräften. Der erste Test endete allerdings mit völliger Durchnässung der Anwesenden.

Japans Hauptstadt hat mit allen Außenbezirken 38 Millionen Einwohner. Kommende Olympiateilnehmer reisen nach Tokio um sich sich an Ort und Stelle ein Bild von der Lage zu machen. Sie üben dort quasi den Ernstfall. Sportler, Offizielle und Zuschauer erwartet wohl eine Olympiade, die klimatechnisch der in Doha um nichts nachsteht. Temperaturen nahe 40 Grad bei hoher Luftfeuchte und entsprechender Schwüle, die schon den Berichterstattern erhebliche Kondition abfordern wird. Besonders die Langstreckenläufe sollen darum ins 800 KM entfernte Saporro verlegt werden. Weitere Maßnahmen sind noch im Überlegungsstadium.

Die letzte Hitzewelle im Juli 2019 hatte im Land mehr als 50 Todesfälle zur Folge. Weitere Warnsignale kamen auch von der Juniorenweltmeisterschaft der Ruderer. Mehrere Teilnehmer mussten wegen Hitzschlag behandelt werden. Einige Medaillengewinner torkelten bei der Siegerehrung auf dem Podest orientierungslos herum.

Hier wird erkennbar und bewusst mit der Gesundheit und dem Leben der Sportler jongliert. Es stellt sich also die Frage, was Organisatoren und Sportler dazu treibt, solche Austragungsorte einerseits zu wählen und andererseits an solchen Wettbewerben teilzunehmen. Wenn es wieder einmal Geld und Prestige sind und der Sport nur Mittel zum Zweck ist, wäre ein kollektiver Boykott der Protagonisten eine verständliche und logische Folge.

Autor:

Friedhelm Tillmanns aus Mülheim an der Ruhr

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