Fünfter „RuhrJam“ lockt Traceure weltweit an

Zunächst wurde bodennah der sichere Tritt geübt.
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  • Zunächst wurde bodennah der sichere Tritt geübt.
  • Foto: Moritz Hofmeister
  • hochgeladen von Andrea Rosenthal

Am Jugendzentrum „Cafe 4 You“ in Styrum kamen am Wochenende wieder Traceure aus ganz Deutschland und darüber hinaus nach Mülheim, um gemeinsam zu Schwingen, Springen und Balancieren. Bereits zum fünften Mal veranstalten TrendSport Mülheim, das Jugendzentrum und die Mülheimer Parkour Generation MHPKG die Parkour-Veranstaltung. Dabei laden die Veranstalter Kinder ab elf Jahren dazu ein, den Sport „Le Parkour“ kennenzulernen.

Auf dem Schulhof der Brüder Grimm Schule und der angrenzenden Turnhalle am Jugendzentrum „Cafe 4 You“ wurden große Parkour-Trainingsflächen errichtet. Diese sollen den Parkour-Sportlern, die im Fachjargon als „Traceure“ bezeichnet werden, viele Möglichkeiten zum Springen, Schwingen und Balancieren bieten. Über den Tag verteilt finden Trainings-Workshops mit szenenbekannten Trainern wie beispielsweise Sebastian Gies und Gina Sibila vom Urbanatix-Team aus Bochum statt. Auf dem Programm stehen aber auch Workshops zu den Parkourähnlichen Sportarten „Tricking“ und „Trampolinspringen“.

Dabei richtet sich der „RuhrJam“ nicht nur an eingefleischte Parkour-Sportler. Für die 11 bis 13 Jährigen gibt es angeleitete Workshops. Dabei lernen sie verschiedene Bereiche des Parkouraufbaus kennen sowie die Grundlagen des „Le Parkour“. Auch für die fortgeschrittenen Traceure sollen die vielfältigen Möglichkeiten des RuhrJams neue Herausforderungen bieten. So können die Sportler ab 14 Jahren die verschiedenen Trainingsbereiche nutzen und an offenen Workshops teilnehmen.

Szene-Event

Die Idee dahinter hatten die Betreiber des Jugendzentrums. „Besucher erzählten mir und meiner Kollegin Lena Saxler von einer ParkourJam die sie besucht hatten“, erinnert sich Zentrums-Leiter Salvatore San Giorgio. „Nach ein paar Überlegungen kam uns dann die Idee zum RuhrJam“. Daraufhin kam der Kontakt zu TrendSport Mülheim zustande. „Quasi zeitgleich hat die Stadt Mülheim den Masterplan Spielen und Bewegung entwickelt. Dort haben wir uns dann mit unserer Beteiligungswerkstatt integriert. Diese hatten wir kurz zuvor gegründet um neue Projekte für die Jugendlichen zu konzipieren und passte einfach zu dem Masterplan der Stadt“, erklärt San Giorgio lächelnd.

Heute hat sich der RuhrJam zu einem Szene-Event entwickelt. Unter den 170 Teilnehmern befinden sich nicht nur Kinder und Jugendliche aus dem Ruhrgebiet. „Wir haben auch bekannte Künstler zum RuhrJam eingeladen, um unsere Workshops zu leiten“, erklärt Jonas Höhmann von TrendSport. So trainieren die international bekannten Athleten Bogdan Cvetkovic aus Serbien, Tom Copolla aus Kanada und Hazal Nehir aus der Türkei als Spezial-Gäste die Traceure. Viele Athleten kommen aber laut Jan Otterbeck vom MHPKG auch ohne spezielle Einladung. „Wir haben beispielsweise den australischen Freerunner und Red-Bull-Athleten Dominic Di Tommaso, der auf eigene Faust angereist ist, um beim RuhrJam dabei zu sein“, schildert Höhmann.

Wachsende Trainingsmöglichkeiten und Besucherzahlen

Dabei ist der RuhrJam im Laufe der Zeit größer geworden. Waren es im letzten Jahr noch knapp 100 Besucher, sind es in diesem Jahr inklusive der Trainer 170 Leute. „Der größte Teil davon hat sich vorher auf unserer Internetseite www.ruhrjam.muelheim-ruhr.de angemeldet. Viele sind aber auch erst am ersten Veranstaltungstag zur Anmeldung aufgetaucht“, so San Giorgio. „Für die Planung wäre eine Voranmeldung natürlich besser gewesen“, schiebt er lachend hinterher. Doch nicht nur die Besucherzahl ist gewachsen. Laut San Giorgio wurden die Aufbauten stetig größer, Elemente haben sich verändert oder sind neu dazugekommen. Dieses Jahr wurden beispielsweise Heuballen als Element integriert.

Die 30 Kinder wurden in drei Anfängergruppen unterteilt und bekamen von 10 bis 13.30 Uhr die Basics vermittelt. „Dabei lernen sie zum Beispiel Präzises Springen auf ein Hindernis oder zu balancieren“, erklärt Höhmann den Workshop-Plan. Otterbeck ergänzt: „Sie lernen zusätzlich zum Springen und Landen auch wie man sich an neue Hindernisse wagt und sich überwindet. Sie lernen wie man von Bordstein zu Bordstein springt und wie man sich sicher abrollt“.

Für Fortgeschrittene gibt es offene Workshops wie das Parkourähnliche „Tricking“. Tricking sei laut Höhmann ein Kampfsport ohne Gegner. „Es gibt Kicks und Drehungen wie beim Capoeira und der Teilnehmer entwickelt sich in anderen Bereichen weiter“. „Tricking kann als eine seperate Sportart gesehen werden. Dabei gibt es Elemente aus der Akrobatik, die in anderen Sportarten wie Turnen oder dem Kampfsport bekannt sind“, erklärt Otterbeck ergänzend.

„Es gibt keinen Konkurrenzkampf“

Gemeinsam mit Chris Fastrich, Felix Schmitt, Kevin Rutkowski, Tom Grieseler und Bader Kinder betreibt Jan Otterbeck einen YouTube-Kanal mit Parkour-Videos. „Wir suchen uns Herausforderungen um uns selbst immer besser einschätzen zu können. Wir gehen raus und beschäftigen uns einfach mit unserer Umgebung und testen uns an Sachen heran“, erklärt Otterbeck die Sportart „Le Parkour“. „Das schöne dabei ist auch das Gemeinschaftliche. Es gibt keinen Konkurrenzkampf wie in anderen Sportarten. Bei neuen Hindernissen können wir uns gegenseitig Tipps geben, wie das Hindernis zu überwinden ist. Letztlich lernen wir auch uns selbst dadurch besser kennen“.

Spezielle Fähigkeiten braucht man laut Otterbeck für den Parkour nicht. „Natürlich gibt es auch athletische Traceure, aber das ist kein Muss. Es geht nur darum seine Kreativität auszuleben und seine Umgebung besser kennenzulernen. Dabei ist es aber wichtig sich selbst gut einzuschätzen.“

Zusammenfassung

Von Samstag, 25. August, bis Sonntag, 26. August fand das fünfte RuhrJam des Styrumer Jugendzentrums „Cafe 4 You“ in Kooperation mit TrendSport Mülheim sowie der Mülheimer Parkour Generation MHPKG statt. „Wir freuen uns den Regionalverband Ruhr als Förderer in diesem Jahr gewonnen zu haben“, erklärt San Giorgio.

In vielen Workshops und dem Trainingsgelände konnten sich Traceure weltweit austoben. Für Anfänger fanden Grundkurse statt, bei denen erfahrene Trainer die Grundlagen vermittelt haben. Ein DJ sorgte tagsüber für Musik während zwei Masseure nach den Trainingssessions die nötige Entspannung brachten.

Während die Anfänger von 11 bis 13 Jahren nach den Anfängerworkshops von ihren Eltern abgeholt wurden, bestand für die jugendlichen ab 16 Jahren die Möglichkeit, auf dem Veranstaltungsgelände in einem Großzelt zu übernachten. Am Samstag sind die Traceure bis in die Nacht gesprungen, geschwungen und balanciert. Sonntag endete der RuhrJam bereits um 18 Uhr. Die Teilnehmergebühr der Anfängergruppen belief sich auf 20 Euro, während die Teilnehmer ab 14 Jahren 40 Euro zahlten. Im Preis enthalten war die Verpflegung in Form von Frühstück, Mittag- und Abendessen, sowie das RuhrJam-Shirt, die Übernachtung, die Teilnahme an den Workshops und ein Turnbeutel.

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