Leidenschaft: Tuning - Interview mit Frank Frase

Beeindruckend: der Audi TT, Baujahr 2001, von Frank Frase, der dem Fahrzeug Flügeltüren, neue Front- und Heckschürze sowie Seitenschweller verpasst, außerdem die Scheinwerfer auf Tagfahrlicht umgebaut und innen lackiert sowie eine Musikanlage im Kofferraum ausgebaut hat. Ein selbst eingebautes Luftfahrwerk sorgt zudem für eine extreme Tieferlegung. Die McLaren SLR Turbinenfelgen wurden hochglanzverdichtet, die Karosserie erst kürzlich neu lackiert. Verändert wurde auch die Innenausstattung, weiterhin sind C
  • Beeindruckend: der Audi TT, Baujahr 2001, von Frank Frase, der dem Fahrzeug Flügeltüren, neue Front- und Heckschürze sowie Seitenschweller verpasst, außerdem die Scheinwerfer auf Tagfahrlicht umgebaut und innen lackiert sowie eine Musikanlage im Kofferraum ausgebaut hat. Ein selbst eingebautes Luftfahrwerk sorgt zudem für eine extreme Tieferlegung. Die McLaren SLR Turbinenfelgen wurden hochglanzverdichtet, die Karosserie erst kürzlich neu lackiert. Verändert wurde auch die Innenausstattung, weiterhin sind C
  • Foto: Jessica Koschel
  • hochgeladen von Lisa Peltzer

Während es die einen schon als lästig empfinden, seine Reifen wechseln zu müssen, können andere gar nicht genug davon bekommen, am Auto rumzuschrauben. So ergeht es auch Frank Frase, seit Jahren leidenschaftlicher Tuner. Die Mülheimer Woche sprach mit dem 30-jährigen Mülheimer.

Mülheimer Woche: Herr Frase, wie sind Sie zum Tuning gekommen?
Frank Frase: „Über meinen Vater, einen Ex-Rennfahrer. Mit 15 fing das Interesse an allem an, was einen Motor hatte, zuvor hatten wir gemeinsam Modellbau betrieben. Mit 17 hatte ich das erste Auto, es wurde technisch überholt und optisch nur minimal verändert. Mit 19 trat ich dem Duisburger Scirocco Club 83 bei, mit 22 gründete ich einen eigenen Club, die VW Society Mülheim/Ruhr.“

Machen Sie alles selber? Haben Sie in diesem Bereich/Beruf gelernt?
„80 Prozent der Arbeiten mache ich selber. Wenn man hohe Qualität verlangt, kann man nicht alles selber machen, da muss man sich an Profis wenden, die sich auf einen Bereich spezialisiert haben (zum Beispiel Lackierung oder Felgenbearbeitung).
Ich habe Fachinformatiker Fachbereich Anwendungsentwicklung gelernt, also eine ganz andere Richtung. Ich arbeite seitdem in der IT der Firma Vallourec Mannesmann Tubes, meine Autos sind mein Hobby und gleichzeitig eine Art von Ausgleich zum Bürojob.“

Ist Tuning ein teures Hobby?
„Kommt auf dem Umfang an, in dem man es betreibt, Grenzen werden eigentlich nur durch das Budget gesetzt, welches man bereit ist zu opfern. Opfern deshalb, weil Tuning in 95 Prozent der Fälle auch Geldvernichtung bedeutet: Das, was man rein steckt, bekommt man hinterher nicht ansatzweise wieder raus.
Man kann sicherlich Tuning im Bereich von einigen hundert Euro im Jahr betreiben, aber auch Fahrzeuge aufbauen, für die man auch eine Doppelhaushälfte bekommen könnte.“

Wo kriegt man die Tuning-Teile her? Kauft man fertig, baut man selber?
„Vieles kann man kaufen, der Markt ist mittlerweile breit aufgestellt. Wenn man sich jedoch von der Masse abheben möchte, heißt es selber kreativ werden, soweit es der gesetzliche Rahmen hergibt. Über die Jahre hat sich ein ganz nettes Netzwerk an Firmen entwickelt, mit denen ich oder auch andere Clubmitglieder zusammen arbeiten, den Rest beschafft man sich dann über das Internet.“

Worauf sollte man beim Tuning besonders achten? Kann man jedes Auto tunen?
„In erster Linie sollte man auf Qualität achten, wer billig kauft, kauft meistens zweimal! Prinzipiell kann man jedes Auto seinen persönlichen Vorstellungen anpassen, einige Fahrzeuge sind dabei leichter zu verändern als andere, weil das Angebot einfach größer ist. Bei Exoten muss man selber erfinderisch werden oder Einzelanfertigungen bauen lassen, was das ganze dann direkt wieder wesentlich teurer macht. Wichtig ist eine gründliche Recherche im Vorfeld. Was will ich machen? Wo will ich hin? Wie sieht mein Budget aus? Folgekosten vorher abklären (Lackierung, Tüv-Gebühren,…), Machbarkeit des Umbaus je nach Umfang vorher mit dem Tüv besprechen.“

Was macht den Reiz beim Tuning aus?
„Das lässt sich schwer in Worte fassen, bei vielen ist es der Wunsch, das Fahrzeug seinem Geschmack anzupassen, sich von der Masse abzuheben. Anderen geht es rein um die Performance. Wiederum anderen geht es dabei um die Gemeinschaft, es gibt viele Gründe, warum man sowas macht.“

Und was sagt die Freundin zu Ihrem Hobby?
„Ich habe Sie darüber kennen gelernt und seitdem auch ein wenig angesteckt. Ihr Polo sah vor einem Jahr noch deutlich anders aus. Tuning in dem Ausmaße, wie ich es betreibe, ist nicht jedermanns Sache, da muss die Partnerin schon zu passen.

Sie sind Gründungsmitglied der VW Society und seitdem erster Vorsitzender. Wie kam es dazu?
„Nicht ganz seitdem, ich habe mir auch schon mal eine Pause gegönnt. Wir haben den Club zu dritt gegründet, ich war zu dem Zeitpunkt in einem Model-bezogenen Club, in dem nur Leute mit einem VW Scirocco oder Corrado aufgenommen wurden, Lukas P. war damals ohne Club, hatte aber Lust drauf und der Dritte im Bunde gehörte einem damals noch bestehenden VW Club aus Mülheim an. Dort wollte man Lukas und mich aber nicht aufnehmen, also beschlossen wir, etwas eigenes zu machen. Am Ende des Jahres hatten wir dann schon neun Mitglieder. Momentan sind es 24.

Am 29. Juli dieses Jahres findet das 7. Internationale VW-Treffen der VW Society auf dem Metroparkplatz am Heifeskamp in Dümpten statt. Was erwartet die Besucher an diesem Tag?
„Auf jeden Fall viele schöne Autos bei hoffentlich viel Sonne. Geboten wird neben der Fahrzeugprämierung - circa 100 Pokale werden vergeben - noch ein Rahmenprogramm mit Musik, Clubspielen, Interviews, Händlermarkt und mehr. Für das leibliche Wohl wird ebenfalls gesorgt. Der Eintritt liegt bei 10 Euro pro Fahrzeug, für Besucher, die sich das Ganze zu Fuß ansehen möchten, ist der Eintritt frei.

Autor:

Lisa Peltzer aus Dinslaken

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