Presbyterium der Markuskirchengemeinde aufgelöst

Die Markuskirche

Seit Monaten steht das Presbyterium der Markuskirchengemeinde aufgrund des Beschlusses, das Familienzentrum Winkhausen zu schließen, unter Druck. Ein großer Teil der Gemeindemitglieder will den Beschluss nicht mittragen. Am letzten Montag hat sich das Presbyterium aufgelöst.
Nach dem Presbyteriumsbeschluss im Oktober hatte sich die Initiative „winkhausen24“ gebildet, die sich für den Erhalt des Gemeindezentrums einsetzt, dem eine Kindertagesstätte und ein Familienzentrum angegliedert sind, die ebenfalls aufgegeben werden sollten. Die Mitglieder der Initiative zweifelten, dass die Schließung aus finanziellen Gründen notwendig sei, wie das Presbyterium begründete. Nachdem sich die Fronten zunächst verhärtet hatten, fanden inzwischen Gespräche statt. An diesem Freitag sollten Presbyteriumsvertreter der Initiative noch einmal das Zahlenwerk und die Gründe vorstellen, die zu dem Schließungsbeschluss geführt haben. Dazu kommt es nun nicht mehr. Die vorbereitende Sitzung des Presbyteriums endete mit der Auflösung.
„Das Presbyterium hat festgestellt, dass trotz mehrjähriger intensiver Diskussion keine gemeinsame Position zu zentralen Themen und zukünftigen Strukturen der Gemeindearbeit gefunden werden konnten“, teilte die Vorsitzende, Pfarrerin Esther Kocherscheidt, schriftlich mit.
Am Dienstagvormittag informierte die Pfarrerin Superintendent Helmut Hitzbleck persönlich über die Auflösung. Nach der Kirchenordnung muss nun der Kreissynodalvorstand die Arbeitsunfähigkeit des Presbyteriums feststellen und in einem zweiten Schritt den Beschluss bestätigen.
Erst dann kann der Kreissynodalvorstand einen Bevollmächtigtenausschuss berufen, der die Leitung der Gemeinde voraussichtlich bis zur nächsten Presbyteriumswahl im April 2012 übernehmen wird. Bei der Besetzung des Ausschusses hat der Kreissynodalvorstand freie Hand. Voraussetzung für die Mitglieder ist lediglichen die Befähigung zum Presbyteramt.
Christiane Schäfermeier, Sprecherin von „winkhausen24“, hatte mit dieser Entwicklung nicht gerechnet. „Die Gespräche zwischen uns und dem Presbyterium sind auf einem guten Wege gewesen.“ So habe das Presbyterium seine erste negative Finanzprognose schon etwas korrigiert, um weitere Posten wurde diskutiert. Dazu gehört die dritte Pfarrstelle, die gemessen an der Anzahl der Gemeindemitglieder Überhang ist, und die nach Meinung des Presbyteriums die Gemeinde 80.000 Euro im Jahr kostet. „Dabei steht inzwischen fest, dass die Pfarrstellen im Kirchenkreis solidarisch von allen Gemeinden getragen werden“, so Schäfermeier.
Für die Initiative ändert sich aber auch mit Auflösung des Presbyteriums nichts: „Wir bleiben weiter aktiv und bereit für konstruktive Mitarbeit.“

Hintergrund: Seit Jahren bestand die Idee, dass die vier Nordgemeinden Markus, Johannis, Styrum udn Dümpten aufgrund schwindender Mitgliederzahlen zur einer großen Lukasgemeinde fusionieren. Für eine bessere finanzielle Basis sollte jede Gemeinde einen Standort aufgeben. Die Markusgemeinde gab Ende 2010 das Gemeindeznetrum Rolands Kamp auf, hatte im Gegensatz zu den anderen drei Gemeinden aber immer noch zwei statt ein Gemeindezentrum (Knappenweg und Papenbusch). Schließlich hieß es im Lenkungsausschuss Nord, dass jede Gemeinde nur einen Standort behalten sollte. Nachdem die Markuskirchengemeinde im Mai 2010 abgelehnt hatte, auch den Knappenweg aufzugeben, wurde genau das vom Presbyterium im Oktober beshclossen. Grund dafür sei die angebliche finanzielle Schieflage der Gemeinde. Aufgrund des Protestes gegen diesen Beschluss wurden die Fusionsverhandlungen abgebrochen, zum 1.1.2011 entstand die Lukasgemeinde ohne die Markuskirchengemeinde.
Die Protestbewegung „winkhausen24“, die den Haushalt der Gemeinde für gesund hält, verlangte die Offenlegung der Zahlen, auf denen die Prognose des Presbyteriums beruhte. Das ist bis heute nicht geschehen.

Autor:

Regina Tempel aus Mülheim an der Ruhr

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