Theaterpremiere - Theaterstück aus Syrien

PR-Foto Köhring/PK (7)
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Am kommenden Samstag, 16. Dezember, um 19.30 Uhr wird „Ya Kebir“ im Theater an der Ruhr uraufgeführt. Von Mülheim aus geht es für die beiden Hauptdarsteller, Amal Omran und Houssein Almoreey, nach Berlin und Karlsruhe. „Ya Kebir“ lässt sich frei übersetzen im Sinne von „Oh, mein Gott - oh, mein Vater“. - „Oh, mein Vater“ könnte eine Anspielung sein auf den Vater von Amal Omran, denn das Theaterprojekt basierte auf den Tagebucheinträgen der Hauptdarstellerin.

Nach Jahren des Schweigens sucht eine syrische Frau ihren Bruder auf, um die Nachricht vom Tod des Vaters zu überbringen. Die Geschwister setzen sich jeder auf seine Art und Weise mit dem Tod des Vaters auseinander. Musik, Theater, Dialoge und Videos nehmen die Zuschauer mit auf eine Reise, in der es um das Thema Gewalt in der jetzigen Zeit geht.

Regisseur Rafat Alzakout wird während des Pressegesprächs von Christin Lüttich übersetzt: „Es geht in dem Stück um Einschüchterung auf der Ebene der Familie. Diese Einschüchterung lässt sich aber durchaus auch auf die gesamte Gesellschaft übertragen.“ Der Regisseur macht klar, wie dieses Stück entstanden ist: Es gab eine Idee aus dem Tagebuch, aus der eine Vorstellung wurde, in die dann aber wiederum wieder viel Persönliches eingeflossen ist. Im Zeitverlauf der Poben gab es zwei Ebenen: Zunächst haben Regisseur und Darsteller über Skype die Fragestellung ausgelotet, wo sie hin wollen. Seit acht Wochen finden Proben im Theater an der Ruhr, an der Akazienallee, statt.

Bis auf die Aussage des Onkels aus Amals Tagebuch, dass der Vater ein Mörder ist, hat sich Vieles von der Ursprungsidee weg entwickelt. Durch den Einfluss des Bruders, der die Eindrücke und Erfahrungen der Schwester mit seinen persönlichen Erlebnissen anreichert, sind nach langen Proben Einzelteile zu einem Gesamtbild geworden. Aus persönlichen Texten ist ein Theaterstück entstanden, dass nicht nur die eine persönliche Geschichte wiedergibt.

Theater an der Ruhr-Geschäftsführer und Dramaturg Sven Schlötcke freut sich auf die Uraufführung am Samstag: „Wir als Theater an der Ruhr versuchen uns total zurückzuhalten. Das sind Künstler – wie auch wir und tragen ihre eigenen Entscheidungen.“ Er sieht „Ya Kebir“ als sensibles, persönliches Projekt und erkennt die Leistung an. Es ist ein Stück entstanden ohne fertig geschriebenes Manuskript. In kurzer Zeit mussten sich die drei Hauptakteure als Gruppe zusammenfinden. Zudem sollte man beachten, so Schlötcke, dass der Krieg und das Leiden in Syrien ein noch nicht abgeschlossener Zustand ist. Das ist ein Aspekt, den man als Zuschauer im Vorfeld beachten sollte.

'“Ya Kebir“ ist bereits das zweite Projekt des arabischsprachigen Künstlerkollektivs „Collective Ma'louba“. Weiter Aufführungen von „Your love is fire“, in dem es um die Frage geht, ob man das Kriegsland Syrien verlassen sollte, finden am 27. und 28. März 2018 statt. Interessant an diesem Stück ist unter anderem, dass die Erfahrungen des Autors in das Stück einfließen, die Schauspieler zum Ende des Theaterprojektes aber gegen den Autoren rebellieren. „Ya Kebir“ ist nach der Uraufführung am Samstag wieder am 20. Februar und 04./05. April im Theater an der Ruhr zu sehen. 

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