Wenn zwei sich streiten...

Monique Ridder | Foto: Foto: Jiri Kollmann

Zwischen Eheleuten fliegen die Fetzen, eine Erbschaft spaltet die Familie oder der Nachbar macht einem das Leben zur Hölle. Oft landen solche oder ähnliche Fälle vor Gericht. Monique Ridder kann dies verhindern. Sie ist Mediatorin und hilft zerstrittenen Parteien, sich außergerichtlich zu einigen.
Streitereien und Konflikte müssen nicht immer vor Gericht enden. Dies beweist die Mülheimerin Monique Ridder. Die 39-Jährige bietet Mediationen an. „Unter diesem Begriff versteht man außergerichtliche Einigungen. Mediatoren vermitteln, wo zerstrittene Personen oder Parteien nicht mehr weiter kommen“, erklärt die Mülheimerin.
Breits zum dritten Mal vermittelt sie ihr Wissen weiter. In der Volkshochschule Mülheim ist sie als Dozentin tätig und bildet Teilnehmer in einem einjährigen Kurs zum Mediator aus. In dem Kurs lernen die Kursbesucher, wie Konfiktbeteiligte in schwierigen Situationen unterstützt und tragfähige Vereinbarungen getroffen werden können. 220 Stunden umfasst die Ausbildung, zudem muss eine Abschlussarbeit geleistet werden, erst dann sind die Teilnehmer fertige Mediatoren. „Das Tolle an der Mediation ist, dass die Medianten selbst eine Lösung finden, der Mediator ist quasi nur der Moderator der außergerichtlichen Verhandlung“, erklärt Monique Ridder. Wie wichtig Mediation ist, zeigt sich daran, dass die Europäische Union die außergerichtlichen Einigungen gesetzlich verankern möchte. Ein entsprechender Gesetzenturf ist dazu bereits fertiggestellt.
„Die Anfänge der Mediation gehen weit zurück. „Bereits in der Antike war es die Aufgabe spezieller Mediatoren, den Rechtsfrieden unter den Menschen wieder herzustellen“, erklärt die Mutter von zwei Töchtern.
Monique Ridder selbst ist zur Mediation gekommen, als sie als Führungskraft in ihrem damaligen Unternehmen an ihre Grenzen stieß. „Konflikte waren unter meinen Mitarbeitern an der Tagesordnung, daher habe ich mich als Mediator ausbilden lassen. Schon nach kurzer Zeit hatte ich ein Team, welches gut und harmonisch zusammen arbeiten konnte“, berichtet Monique Ridder. Mittlerweile hat sich die studierte Bildungswissenschaftlerin selbstständig gemacht und ist seit einem Jahr hauptberuflich als Mediator tätig.
Und was ist das Besondere an der Mediation? Monique Ridder: „Sich außergerichtlich zu einigen ist immer günstiger und schneller als eine Gerichtsverhandlung. Zudem sind die Erfolgschancen sehr hoch. 80 Prozent der Mediationen sind erfolgreich. Zudem sind die meisten Personen nach einer Mediation in der Lage, vernünftig miteinander umzugehen. Nach einer Gerichtsverhandlung ist das meistens nicht mehr der Fall.“
Weitere Informationen zu der Ausbildung als Mediator gibt es in der VHS Mülheim an der Bergstraße 1-3 oder unter Tel. 455-4357. Beginn der Ausbildung ist im März.

Autor:

Verena Reimann aus Oberhausen

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