Personalwechsel
Betriebsratschef Bazzoli wechselt von Siemens zur IG Metall

Wechselt die Seiten: Siemens-Betriebsratschef Pietro Bazzoli.
  • Wechselt die Seiten: Siemens-Betriebsratschef Pietro Bazzoli.
  • Foto: Jennifer Köhler
  • hochgeladen von Marcel Dronia

29 Jahre war Pietro Bazzoli erst alt, als er Betriebsratsvorsitzender von Siemens in Mülheim wurde. 20 Jahre lang war der Saarner in dieser wichtigen Funktion tätig. Zum 31. Januar verlässt er den Konzern und wechselt zur IG Metall.

"Mit 49 stellt man sich die Frage, ob man noch einmal etwas Neues machen möchte", erklärt Bazzoli, wie seine Entscheidung zustande gekommen ist. Diese Frage hat er für sich offenbar mit ja beantwortet. Zudem möchte der Betriebsratschef mit gutem Beispiel vorangehen. Denn er sagt: "Der Standort Mülheim steht vor einer Transformation, er muss wandelbar sein. Deswegen wollten wir im Betriebsrat mit diesem Wandel beginnen."

Dass ihm der Schritt nicht leicht gefallen ist, liegt nach so langer Zeit auf der Hand. "Es gab auch die ein oder andere Träne, als die Belegschaft informiert worden ist", erzählt er. Fühlt sich niemand von ihm im Stich gelassen? "Das hat zumindest niemand offen gesagt, ich habe viel Verständnis gehört", sagt Bazzoli.

Der Übergang zu seinem Nachfolger wird in seinen Augen ein fließender sein. Denn Jens Rotthäuser (39), Vater zweier Kinder, ist schon seit seiner Jugend in der Interessenvertretung aktiv und nun schon lange im Betriebsrat. In der Freizeit engagiert er sich im Vorstand und immer noch als aktiver Spieler in einem Handballverein. 

Sein Vorgänger Pietro Bazzoli kam auf Rat seines früh verstorbenen Vaters in den Betriebsrat und wurde mit 29 dessen jüngster Vorsitzender. Eine lange Eingewöhnungszeit hatte er nicht, denn nicht einmal ein Jahr nach seinem Amtsantritt sollten 850 Stellen abgebaut werden. Siemens plante, die Generatorenfertigung zu verlagern. "Daran kann man sich verbrennen oder man besteht die Feuertaufe", sagt Bazzoli. Ihm gelang Zweiteres. Der Betriebsrat verhinderte die Verlagerung und rettete die Hälfte der bedrohten Jobs. "Das hat mich geprägt", sagt er heute. 

Nun gibt er "den besten Job, den es gibt" auf. "Ich hatte mit tollen Menschen zu tun und diese zu vertreten, gibt einem unglaublich viel Kraft", so Bazzoli. Hatte er in seiner alten Rolle auch mit den Vertretern der IG Metall zu tun, so wechselt er nun die Seiten und übernimmt die Geschäftsstelle der Metaller in Bocholt. Dort betreut er die Mitglieder. "Der Bereich ist dort mit Textil, Handwerk, Holz oder Metall sehr bunt", weiß Bazzoli, der mit seiner Frau und seinen drei Töchtern weiterhin in Mülheim wohnen bleiben wird.

Autor:

Marcel Dronia aus Mülheim an der Ruhr

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