Aktion Pop-Up Shops am Löhberg sind beendet und ziehen ein Resümee
Einzelhandelslabor trägt Früchte

Dominik Schreyer vom Diakoniewerk, Textilkaufmann Jörn Gedig, Citymanagerin Gesa Delija, Timo Buhren vom Hagenbaumarkt, Planungsdezernent Peter Vermeulen und Concept-Store-Betreiber Julian Schick im Pop-Up-Shop zwischen Löhberg und Kohlenkamp. Der soll jetzt unter neuen Vorzeichen zur Dauereinrichtung werden.
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  • Dominik Schreyer vom Diakoniewerk, Textilkaufmann Jörn Gedig, Citymanagerin Gesa Delija, Timo Buhren vom Hagenbaumarkt, Planungsdezernent Peter Vermeulen und Concept-Store-Betreiber Julian Schick im Pop-Up-Shop zwischen Löhberg und Kohlenkamp. Der soll jetzt unter neuen Vorzeichen zur Dauereinrichtung werden.
  • Foto: Foto: Agentur Köhring
  • hochgeladen von Thomas Emons

Probieren geht über Studieren. Das gilt auch für den Einzelhandel. Textilkaufmann Jörn Gedig, Timo Buhren vom Hagebaumarkt und Concept-Store-Betreiber Julian Schick, haben sich über jeweils 90 Tage im Einzelhandelslabor zwischen Kohlenkamp 45 und Löhberg 35 mit ihren Geschäftsideen ausprobiert. Alle drei bewerten ihre im Pop-Up-Shop, der bis zum Februar 2019 als Wertstadtlokal für die Innenstadtplanung gedient hatte, als positiv.

Julian Schick, der unter anderem mit seinen nachhaltigen und aus alten PET-Flaschen hergestellten Rucksäcken die Herzen der Kundschaft erobert hat, lässt seine Probezeit im Pop-Up-Shop am  Samstag, 9. November ab 16 Uhr, mit einem Gin-Abend ausklingen, der sich bis Mitternacht hinziehen soll. Good life. Das Gute Leben ist für den Händler Programm.  Vor seiner Zeit im Einzelhandelslabor führte er ein Ladengeschäft am Dickswall 4 und war im Online-Handel aktiv. Jetzt will er langfristig zweigleisig fahren. Denn Schick möchte seinen Concept-Shop auf 50 Quadratmetern am Kohlenkamp 34 zur Dauereinrichtung  machen. Die Mietverhandlungen mit dem Hauseigentümer laufen.  

Etwas Entertainment ist immer auch dabei

"Auch wenn es solche und solche Tage gibt, bin ich mit der Resonanz der Kunden sehr zufrieden. Ich  habe erfahren, dass auch junge Kunden gerne persönlich beraten werden möchten und nicht nur im anonymen Internet einkaufen wollen", berichtet Schick. "Einzelhandel hat immer auch etwas von Entertainment. Die Menschen schätzen das kommunikative Einkaufserlebnis. Sie wollen die Geschichte erfahren, die hinter dem Produkt steht", bringt Jörn Gedig seine Erfolgsgeschichte im Einzelhandelslabor auf den Punkt. Seine lokalpatriotischen und nach individuellen Wünschen bedruckten Textilien kamen bei der Kundschaft so gut an, dass Gedig einen weiteren Mitarbeiter einstellte und ein leerstehendes Ladenlokal an der Wallstraße 10-12 anmietete.

Mini-Baumarkt-Shop brachte neue Idee

Auch Timo Buhren, Junior-Chef des im Speldorfer ansässigen Hagebaumarktes möchte seine Erfahrungen mit dem En-Miniature-Baumarkt im Pop-Up-Shop zwischen Kohlenkamp und Löhberg nicht missen und arbeitet deshalb an einem Nachspiel. "Wir hatten bisher keinen Draht zur Innenstadt. Da kam uns das Einzelhandelslabor in der City sehr gelegen, um auch die Kunden hier zu erreichen, die nicht so mobil sind, dass sie zu uns in den Hafen kommen können. Und die Neugierde der Kunden war wirklich groß. Nicht nur Kleineisen wie Schrauben, Winkel und Dübel wurden im Pop-Up-Shop gekauft. Auch unser Bestellservice wurde angenommen", berichtet Buhren. Einen dauerhaften Mini-Hagebaumarkt wird es in der City nicht geben. Aber die Buhrens verhandeln mit dem an der Ecke Wallstraße/Löhberg ansässigen Sicherheitstechnik-Anbieter Tepel. Dort wird es voraussichtlich ab Früher 2020 eine Abholstation des Hagebaumarktes geben, wo man die online beim Hagebaumarkt bestellten und binnen 24 Stunden gelieferten Heimwerkerprodukte vor der Haustür abholen kann.

Alle Pop-Up-Shop-Händler sind sich einig, dass Einzelhandel heute nur noch mit einer Mischung aus stationärem Handel- und Online-Handel funktionieren kann. Alle setzen auf die persönliche, aber auch auf die digitale Kommunikation mit ihren Kunden, letzteres durch eine stetige Nutzung der sozialen Medien.

Mutmacher mit Unternehmergeist

Mit Blick auf den Einsatz der Pop-Up-Shop-Händler, spricht Planungsdezernent Peter Vermeulen von "Mutmachern, die uns dabei helfen, die im Ruhrgebiet unterentwickelte Selbstständigkeitskultur anzureizen." City-Managerin Gesa Delija, die die Idee des Pop-Up-Shops für die Mülheimer Wirtschaftsförderung entwickelt hatte, sieht die Pop-Up-Shop-Connection, zu der auch Dominik Schreyer und sein Team von der Upcycling-Werkstatt des Diakoniewerkes gehören.

Orginelle Möbel-Einzelstücke bald am Löhberg

Schreyer und seine derzeit 18 Mitarbeiter produzieren und verkaufen unter anderem schicke Tische und Sitzmöbel, die in ihrem früheren Leben zum Beispiel eine Lager- und Transportpalette waren. "Ich fand es toll, dass wir so engagierten Händlern bei der Einrichtung des Einzelhandelslabors unter die Arme greifen konnten", sagte Schreyer bei der Pop-Up-Shop-Bilanz.
Gleichzeitig kündigte er an, dass die Upcycling-Werkstatt des Diakoniewerkes am 5. Dezember in der vom Kohlenkamp 45 zugänglichen zweiten Hälfte des ehemaligen Einzelhandelslabors den Laden "Urban Mining" eröffnen. Dort  werden die vom Diakoniewerk nachhaltig produzierten Möbel und dekorativen Einzelstücke an die Frau und den Mann gebracht. 

Leerstand am Löhberg halbiert

Gleichzeitig räumt Gesa Delija ihr Büro im alten Wertstadtlokal und zieht ins gegenüberliegende Agendalokal am Löhberg 28. Delija freut sich über die spürbare Schubwirkung des Einzelhandelsexperimentes. Die Leerstandsquote zwischen Löhberg, Wallstraße und Kohlenkamp hat sich seit Februar auf aktuell 6 Prozent halbiert. Innenstadtweit sank die Leerstandsquote im selben Zeitraum von 11 auf 10 Prozent. Der Erfolg des Einzelhandelslabors, ermutigt die Citymanagerin und ihre Kollegen von Mülheim & Business dazu, bei Hauseigentümern mit leerstehenden Ladenlokalen auch für Teil-Vermietungen auf Probe zu werben, aus der im Erfolgsfall dann dauerhaft mehr Einzelhandel werden kann. Eine neue Quartierszeitung der Ladeninhaber soll im Jahr 2020 erscheinen.

Dominik Schreyer vom Diakoniewerk, Textilkaufmann Jörn Gedig, Citymanagerin Gesa Delija, Timo Buhren vom Hagenbaumarkt, Planungsdezernent Peter Vermeulen und Concept-Store-Betreiber Julian Schick im Pop-Up-Shop zwischen Löhberg und Kohlenkamp. Der soll jetzt unter neuen Vorzeichen zur Dauereinrichtung werden.
Jörn Gedig, Citymanagerin Gesa Delija, Timo Buhren vom Hagenbaumarkt, Planungsdezernent Peter Vermeulen und Concept-Store-Betreiber Julian Schick im Pop-Up-Shop zwischen Löhberg und Kohlenkamp. Der soll jetzt unter neuen Vorzeichen zur Dauereinrichtung werden.
Autor:

Thomas Emons aus Mülheim an der Ruhr

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