Mülheimer Wirtschaft
Unternehmerverband fordert veränderte Wirtschaftsförderung

Hanns-Peter Windfeder, Vorstandsvorsitzender des Unternehmerverbandes Mülheimer Wirtschaft.
  • Hanns-Peter Windfeder, Vorstandsvorsitzender des Unternehmerverbandes Mülheimer Wirtschaft.
  • Foto: Unternehmerverband Mülheimer Wirtschaft
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 Der Unternehmerverband Mülheimer Wirtschaft schlägt ein Wirtschaftsdezernat vor und zieht sich aus der Mülheim & Business GmbH zurück. Vorsitzender Hanns-Peter Windfeder: „Damit legen wir den Grundstein für einen dringend notwendigen Neuanfang.“ OB Marc Buchholz begrüßt den Vorschlag in einem ersten Gespräch.

„Eine gesunde Wirtschaft ist die Basis für Mülheims Zukunft. Um die notwendigen Voraussetzungen hierfür zu schaffen, ist es unabdingbar, die Wirtschaftsförderung für die Stadt neu zu denken.“ Das sagte Hanns-Peter Windfeder, Vorstandsvorsitzender des Unternehmerverbandes Mülheimer Wirtschaft, im Nachgang zur außerordentlichen Mitgliederversammlung des Verbandes am vergangenen Donnerstag. Diese hatte zuvor beschlossen, den Gesellschaftsvertrag Mülheim & Business GmbH zum 31. Dezember 2021 zu kündigen. Der Unternehmerverband Mülheimer Wirtschaft ist mit der Stadt Mülheim an der Ruhr Gründungsgesellschafter von Mülheim & Business und hält seit dem Jahr 2000 49,9 Prozent der Anteile. Sechs der zwölf Aufsichtsräte stellt der Verband.

Nicht die gewünschten Ergebnisse

„Die Ereignisse der vergangenen Monate haben gezeigt, dass die aktuelle Konstruktion nicht die gewünschten Ergebnisse bringt.“ Oberbürgermeister Buchholz will das Thema Wirtschaftsförderung zur Chefsache zu machen – „und genau da gehört es auch hin“, so Windfeder. Zukünftig müssten bei jeder Entscheidung in Politik und Verwaltung die Konsequenzen auf die hiesige Wirtschaft mit in Betracht gezogen werden. „Das funktioniert nur, wenn das Thema auf oberster Ebene angesiedelt ist. Dafür haben wir mit unserer Kündigung den Weg frei gemacht und schlagen parallel ein Wirtschaftsdezernat in der Verwaltungsspitze vor. In der Konsequenz wäre es dann natürlich sehr sinnvoll, die jetzigen Dezernatszuschnitte noch einmal intensiv zu prüfen.“

So könne der Oberbürgermeister als oberster Wirtschaftsförderer den strategischen Rahmen setzen, der dann aus einer auf Sachpolitik ausgerichteten Verwaltungsspitze heraus operativ mit Maßnahmen und Projekten gefüllt werde. Bei einem ersten Treffen begrüßte Marc Buchholz den Vorschlag. „Diese offene und konstruktive Herangehensweise befürworten wir außerordentlich. Wir haben direkt einen regelmäßigen Austausch mindestens einmal pro Quartal fest verabredet,“ so Windfeder. „Wir sind uns einig, dass es sinnvoll und notwendig ist, jetzt gemeinsam neue Wege zu gehen.“ So ist angedacht, den Dialog schnellstmöglich auf weitere Ebenen in Politik und Verwaltung auszudehnen. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Unternehmerverband die Fraktionsspitzen des Stadtrates zum Politik-Forum eingeladen.

Konstruktiver Dialog

Den Unternehmerverband sieht Windfeder künftig als konstruktiven Sparringspartner für die Verwaltungsspitze und die Politik. „Wir wollen im Dialog auch die Rollen und Aufgaben wieder deutlich machen: Die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Mülheim ist Aufgabe der Verwaltung und Politik in dieser Stadt. Das oberste Ziel muss sein, Einnahmen zu generieren. Wir unterstützen bei dieser Aufgabe aktiv und konstruktiv. Als Zielgruppe aller wirtschaftsfördernden Maßnahmen können wir Rat und Impulse für Entwicklungsprozesse geben, Ideen liefern, Antreiber oder Mahner sein. Und dazu stehen wir auch gerne bereit.“

Über den Unternehmerverband 

Der Unternehmerverband Mülheimer Wirtschaftsvereinigung zählt rund 180 Mitglieder aller Branchen und Größen. Eingebunden ist der Verband in die Unternehmerverbandsgruppe mit Sitz in Duisburg, welche bundesweit rund 700 Unternehmen vertritt.

Autor:

Andrea Rosenthal aus Mülheim an der Ruhr

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