Beethoven + Pommes = Französisches Kinderlied 

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Unlängst gab ich mal „Beethoven + Pommes frites“ bei Google ein, weil ich dachte, da gibt es überhaupt keine Beziehung.
Es gab auch zunächst nichts Aufregendes zu bestaunen, aber da "la pomme" im Französischen mehr Apfel als Kartoffel heißt, stieß ich schnell auf ein französisches Kinderlied mit dem fabelhaften Titel „La pomme et l’escargot“.
Der im Périgord lebende Michel Briant hat hier ein wunderbares Gedicht von Charles Vildrac vertont. Das haben vor ihm auch schon andere gemacht, sogar noch Berühmtere wie Darius Milhaud.
Aber niemand kam bisher auf die Idee, das Schicksalsmotiv aus der 5. Sinfonie in ein Kinderlied einzubauen. Und das mit den Originaltönen!


Hier


Das Schicksal reißt hier nämlich in Form eines Herbststurms den Apfel vom Baum, lässt ihn aufgeschlagen auf eine Schnecke rollen, die sich, in den Apfel fressend, dort für den Winter einrichtet und anschließend, so hofft zumindest der Apfel, durch Verteilung der Kerne für neue Apfelbäumchen sorgt. Im Refrain wird dann jedes Mal das schreckliche Los des armen Apfels mit Beethovens Motiv beklagt:

Pomm’ pomm’ pomm’ pomm’
t’es tu fait mal ?
j’ai le menton en marmelade
le nez fendu et l’œil poché
et je suis toute ecrabouillée

„Apfel, Apfel, Apfel, Apfel,
hast du dir weh getan?“
„Ich habe das Kinn in Marmelade,
die Nase gespalten und das Auge eingeschlagen,
und ich bin ganz zerquetscht.“

Man muss dazu noch wissen, dass das Beethovens Klopfmotiv in Frankreich tatsächlich mit „pom, pom pom, pooom“, imitiert wird, der Franzose also „Apfel“ assoziiert, während wir mit „ta, ta, ta, taah“ nur das Orchesterunisono meinen.

Anschließend noch meine deutsche Textversion, die der Geschichte zwar folgt, aber im Ausdruck etwas schlichter gestaltet ist:

1.Ja, es war einmal ein Apfel,
der ganz hoch im Baume saß.
Doch da kam ein starker Herbststurm
und der Apfel fiel ins Gras.

Und er rollte auf die Schnecke,
die war auf dem Weg zur Stadt,
und das Haus auf ihrem Rücken,
ja, das war jetzt etwas platt.

Ta-ta-ta-tah Schnecke gedötscht
Ta-ta-ta-tah Apfel gequetscht
Und mit dem süßen Apfelkraut,
da war die Schnecke ganz versaut.

2.„Ach, du dummer blöder Apfel,
warum nimmst du mir mein Dach,
machst mich arme kleine Schnecke
pudelnackig und so schwach!?“

Und sie bohrt sich in den Apfel
wie ein großer dicker Wurm,
und sie macht es sich gemütlich
gegen Regen, Wind und Sturm.

Ta-ta-ta-tah, Apfel verdatzt,
Ta-ta-ta-tah, Schnecke, die schmatzt
Wie soll das denn nur weiter geh‘n?
Das werden wir jetzt gleich noch seh‘n:

3.„Ja, dann iss mich“, sprach der Apfel,
„doch die Kerne bitte nicht!
Pflanz mir damit Apfelbäumchen,
nächstes Jahr, ich bitte dich!“

Und die Schnecke hat’s versprochen
Und bald konnte man es sehn:
Schöne kleine Apfelbäumchen
auf der grünen Wiese steh‘n.

Di-di-di-dah, das Lied ist aus
Di-di-di-dah, gleich gibt’s Applaus,
denn jeder Mensch sich freuen tut,
wird es am Ende wieder gut!
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Elmar Begerau aus Kamp-Lintfort | 16.05.2018 | 00:10  
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Franziskus Firla aus Mülheim an der Ruhr | 16.05.2018 | 14:01  
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Elmar Begerau aus Kamp-Lintfort | 16.05.2018 | 15:06  
11.222
Franziskus Firla aus Mülheim an der Ruhr | 17.05.2018 | 09:38  
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Elmar Begerau aus Kamp-Lintfort | 17.05.2018 | 15:00  
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Franziskus Firla aus Mülheim an der Ruhr | 17.05.2018 | 15:37  
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Elmar Begerau aus Kamp-Lintfort | 17.05.2018 | 15:47  
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Franziskus Firla aus Mülheim an der Ruhr | 17.05.2018 | 16:04  
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Elmar Begerau aus Kamp-Lintfort | 17.05.2018 | 16:13  
11.222
Franziskus Firla aus Mülheim an der Ruhr | 21.06.2018 | 06:48  
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Elmar Begerau aus Kamp-Lintfort | 21.06.2018 | 12:40  
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