Onkel Anton(ym) ist leider nur hypersensibel, 

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... und wir dachten, er sei hochbegabt. Aber die Symptome sprechen eine zu zweideutige Sprache:

Alles ist ihm zu alt oder zu jung, zu ängstlich oder zu mutig, zu arm oder zu reich, zu viel Auto oder zu viel Flugzeug, zu böse oder zu gut, zu beliebt oder zu unbeliebt, zu berühmt oder zu unbekannt, zu betrunken oder zu nüchtern, zu billig oder zu teuer, zu brav oder zu böse, zu anständig oder zu unanständig, zu dick oder zu dünn, zu dumm oder zu intelligent, zu digital oder zu analog, zu klug oder zu schlau, zu Erwachsen oder zu Kind, zu viel Essen oder zu wenig Trinken,(soll das jetzt so weitergehn?) zu farbenfroh oder zu triste, zu feige oder zu tapfer, zu wenig Ferne oder viel Nähe, zu hart oder zu weich, zu fleißig oder zu faul, zu fröhlich oder zu traurig, zu wenig Frühling oder zu wenig Herbst, zu viel Sommer oder zu viel Winter, zu trocken oder zu nass, zu viel Fragen oder zu viel Antworten, zu freudig oder zu traurig, zu freundlich oder zu feindlich, zu frier oder zu schwitz.

Dann ist ihm wieder alles zu gerade, dann wieder zu krumm, zu geschlossen, dann wieder zu offen, zu gesund, dann wieder zu krank, zu groß, dann wieder zu klein, zu gut, dann wieder zu schlecht, zu hübsch dann wieder zu hässlich, zu haarig, dann wieder zu glatt, zu viel Hand ,dann wieder zu wenig Fuß, zu hart, dann wieder zu weich, zu heiß,(mein Gott, das hört ja gar nicht auf) dann wieder zu kalt, zu wenig Heirat, dann wieder zu wenig Scheidung, zu viel Helles, dann wieder zu viel Dunkles, zu wenig Himmel, dann wieder zu wenig Erde, zu hoch, dann wieder zu niedrig, zu horizontal, dann wieder zu vertikal, zu hungrig, dann wieder zu satt, zu sehr Kreis, dann wieder zu sehr Quadrat, zu sehr Lüge, dann wieder zu sehr Wahrheit, zu viel Lachen, dann wieder zu wenig Weinen,

Manchmal ist ihm aber alles nur zu laut, dann wieder zu leise.

Aber im Moment ist ihm wieder alles zu leer, dann wieder zu voll, zu viel Liebe, dann wieder zu viel Hass, zu viel Mann, dann wieder zu viel Frau, zu mild, dann wieder zu scharf, dann wieder sauer, zu misstrauisch dann wieder zu vertrauensselig, zu modern, dann wieder zu altmodisch, zu viel Mut, dann wieder zu viel Angst, zu nass, dann wieder zu trocken, zu neu,(ich meine jetzt reicht’s aber) dann wieder zu alt, zu optimistisch, dann wieder zu pessimistisch, zu viel Pech, dann wieder zu viel Glück, zu positiv, dann wieder zu negativ, zu produktiv, dann wieder zu kontraproduktiv, zu viel Pest oder Cholera.

Möglichweise findet er bald schon vieles zu rechts oder auch zu links, zu reich oder auch zu arm, zu richtig oder auch zu falsch, zu ruhig oder auch zu hektisch bewegt, zu süß oder auch zu bitter, zu sauber oder auch zu schmutzig, zu scharf oder auch zu mild, zu schnell oder auch zu langsam, zu schreiend oder auch zu flüsternd, zu schwarz oder auch zu weiß, (so einen Text kann man doch keinem zumuten) zu wenig Sommer oder auch zu viel Winter, zu viel Sonne oder auch zu viel Mond zu wenig Spaß oder auch zu wenig Langeweile, zu sportlich oder auch zu unsportlich, zu viel Sprechen oder auch zu viel Schweigen, zu wenig Strafe oder auch zu viel Belohnung, zu viel Streicheln oder auch zu wenig Hauen, zu sehr Suchen oder auch zu sehr Finden, ( ich hätte nicht gedacht, dass ich so weit lesen würde) zu viel Tag oder auch zu viel Nacht, zu viel Teufel oder auch wenig Engel, zu tief oder auch zu flach, zu wenig Tod oder auch zu wenig Leben, zu transparent oder auch zu undurchsichtig, zu unterschiedlich oder auch zu gleich.

Im Prinzip ist alles für ihn viel zu viel oder auch viel zu wenig, zu voll oder auch zu leer, zu wahr oder auch zu gelogen, zu wenig Wissen oder dann wieder zu viel Unwissenheit,

Yin und Yang eben!


(aus meiner Schrift „Mein Onkel Anton – zwischen Antinomie und Calvitie“, Paris, 2003)
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3 Kommentare
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Renate Croissier aus Lünen | 12.01.2018 | 12:42  
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Renate Smirnow-Klaskala aus Essen-Nord | 13.01.2018 | 13:51  
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Christian Tiemeßen aus Emmerich am Rhein | 13.01.2018 | 19:28  
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