Hüßelbeck reagiert empört über den Vorwurf der "Baumkillerpolitik"

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Baumwurzeln drücken an der Düsseldorfer Straße von unten. Es gibt viele Stolperfallen. (Foto: PR-Fotografie Köhring/SM)

Von RuhrText

Die Baumwurzeln haben in den vergangenen Jahren entlang der Düsseldorfer Straße in Saarn für starke Schäden gesorgt. An manchen Stellen gibt es gewaltige Stolperfallen, weil die Wurzeln die Pflastersteine hochgedrückt haben. Laut Mülheims Umweltdezernent Peter Vermeulen sind dadurch erhebliche Kosten entstanden. Möglicherweise müssen Bäume gefällt werden. Es regt sich gewaltiger Widerstand. Die Rede ist von einer „Baumkillerpolitik“. Bezirksbürgermeister Hermann-Josef Hüßelbeck (CDU) reagiert darauf mittlerweile erbost: „Das ist dummes Zeug!“

Am 14. Juni kommt das Thema auf die Tagesordnung der Versammlung der Bezirksvertretung 3 (Linksruhr) — aber nur dann — so Hüßelbeck — wenn nach den bereits abgeschlossenen Begehungen entlang der Düsseldorfer Straße rechtzeitig das Konzept der Verwaltung vorläge. Hüßelbeck fügt hinzu, dass auch die Saarner Werbegemeinschaft und der Bürgerverein mit ins Boot genommen worden seien. „Wir überlegen gemeinsam, was machbar ist und was nicht. Noch ist nicht für einen einzigen Baum der Beschluss gefasst worden, ihn zu fällen. Und nun werden Unterschriften gesammelt mit der Behauptung, dass über 60 Bäume verschwinden müssen. Wir hacken hier doch nicht blind drauf los!“, sagt der Bezirksbürgermeister, der ergänzt: „Sobald ein Baum gefällt werden muss, werden wir dafür auch Ersatz schaffen.“

Online-Petition gegen Kahlschlag

Bürger und auch einige Saarner Geschäftsleute organisieren einen Widerstand gegen mögliche Baumfällungen im „Dorf“. In einer Online-Petition sammeln sie Stimmen, zusätzlich liegen Unterschriftenlisten in sieben Geschäften aus. Die Initiatoren befürchten, dass alle 62 Bäume weichen müssen und es zu einem Kahlschlag entlang der Düsseldorfer Straße kommt. Die Petition ist unter www.openpetition.de/petition/online/eil-petition-zum-erhalt-unserer-strassenbaeume-im-dorf-saarn zu finden. Knapp 1200 Menschen haben sich dort bereits eingetragen. Der Stadt wird darin vorgeworfen, dass bereits in der Vergangenheit drei Bäume gefällt worden seien, ohne dass Ersatz geschaffen wurde. Außerdem seien die Stümpfe stehen gelassen worden und die Bodenunebenheiten an diesen Stellen verblieben. Die Unterschriftenlisten liegen aus bei: Delikatessen Menzen, Buchhandlung Hilberath & Lange, Kaffee Pottschwarz, Eis-Café Ischia, Theiles Theehaus, Bäckerei Hemmerle und Radsport Pütz.

„Statt den Bäumen mit sofortiger Offenlegung der Baumscheiben zu helfen, wurden zig teure und hässliche Schilder, die auf Gehwegschäden aufmerksam machen, installiert. Manche Bäume haben gar keine Baumscheibe, da sie bis zum Wurzelstamm eingepflastert wurden. Zusätzlich parken Autos auf dem extrem verdichteten Boden“, sagt Petra Armbrüster, Initiatorin der Online-Petition, die ergänzt: „Wasser und Humus fehlen. Eine Sauerstoffaufnahme ist durch den verhärteten Boden so gut wie gar nicht möglich. Wenn man sich das vor Ort anschaut, muss man von einem echten Überlebenskampf der Bäume.“
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Ruth Zimheck aus Mülheim an der Ruhr | 17.05.2018 | 13:44  
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