Internationale Künstler präsentieren Outdoor-Installationen beim Projekt „Land der Flunen“
„Fluss-Labyrinth“ am malerischen Ufer entdecken

Jens J. Meyer mit seinem Modell der "Bogenbrücke". Die "Große" ist im Hintergrund schon zur Hälfte fertig.
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  • Jens J. Meyer mit seinem Modell der "Bogenbrücke". Die "Große" ist im Hintergrund schon zur Hälfte fertig.
  • Foto: Heike Cervellera
  • hochgeladen von Nadine Scholtheis

Seit über 30 Jahren gestaltet Edgardo Madanes Kunstwerke aus Weidenzweigen. Der aus Buenos Aires stammende Künstler ist begeistert von dem Material: „Es ist sehr biegsam und vielseitig. Meine ganze Ideen hole ich mir aus der Natur. Das Besondere an Weidenzweigen ist, dass sie von keinem Tier gefressen oder angeknabbert werden. Sie sind für mich das absolut beste Naturmaterial“, so Madanes, der zudem Professor für Bildhauerei an der Universität San Andrés in Buenos Aires ist.
Im Rahmen des vom 20. Juni bis zum 3. Oktober stattfindenden Kunstprojekt „Land der Flunen - Fäden der Vergangenheit“ in Neukirchen-Vluyn stellt der in Argentinien sehr bekannte und vielfach ausgezeichnete Künstler sein Werk „Fluss-Labyrinth“ vor. Am malerischen Ufer der Littardskuhlen am Samannshof baut Madanes derzeit aus gebogenen Weidenzweigen ein kleines begehbares Labyrinth. Die Besucher sind eingeladen, im Schatten der Bäume das Labyrinth zu betreten und zu staunen. Weidenzweige sind nicht nur am Niederrhein beheimatet, sondern auch im verzweigten Wassersystem des Tigre-Delta. „Die Umgebung hier ist optimal, ein richtiges Paradies“, schwärmt der sympathische 60-jährige Argentinier.

Sicheres Kunsterlebnis in Pandemiezeiten

„Land der Flunen“ ist ein Kunstprojekt von fünf international tätigen Künstlerinnen und Künstlern, das eigentlich für 2020 im Innen-und Außenraum geplant war. Die Präsentation, die nun ausschließlich draußen stattfindet, lädt Bürger auf Spaziergängen oder Radtouren ein, ein sicheres Kunsterlebnis in Pandemiezeiten zu genießen.
Die Werke wurden eigens für ungewöhnliche Ausstellungsorte entwickelt und setzen sich künstlerisch mit regionalen, sozialen und ökologischen Aspekten der Wasserlandschaft sowie mit der Vergangenheit und Gegenwart der Textilindustrie auseinander.
Einen eher versteckten Ausstellungsort wählte der mit 28 Jahren jüngste Teilnehmer des Projektes, Künstler Jan Gerling aus Essen. An der Uferzone am Plankendickskendel, nördlich der Niederrheinallee, entdeckte Gerling eine irritierende Wegführung. Eine Baumallee, die sich vom eigentlichen Weg entfernt. „Warum sollte man nicht einfach durch die Allee hindurch gehen können, fragte ich mich“, so der junge Künstler. Um „das Tor aufzumachen“ und Besucher einzuladen, setzt er nun orangefarbene Akzente seitlich der Allee. Seine Installation „Salix“ (lateinisch für Weide) akzentuiert mit knapp einem Dutzend schlank aufragender Formelemente aus textilem Material die Weidenallee. Leuchtend und ausdrucksstark. Das Grundelement gleicht der Form des Weidenblattes, erinnert aber auch archaische Bootsformen. So verschmelzen die Ideen von Weidenblatt und Boot, es entsteht die Verbindung von Land und Wasser. Zehn Elemente wird Jan Gerling aufbauen, dann ist die farbprächtige neue Allee fertig.

"Bogenbrücke" verbindet symbolisch Neukirchen und Vluyn

„Bogenbrücke“ heißt das Projekt des Essener Künstlers Jens J. Meyer. Die Brücke gibt einen kleinen Vorgeschmack auf die ursprünglich geplante monumentale Brückeninstallation, die nun nochmals um ein Jahr verschoben ist. Schlanke, weiße und wetterbeständige Tuchelemente zwischen geraden schwarzen Stäben aufgespannt, erheben sich zu einer sechs Meter hohen Skulptur auf der gegenüberliegenden Wiese der Fördertürme (Landschaftsverband Zechengelände Niederberg). „Seit Wochen bin ich mit dem Projekt beschäftigt“, erklärt der Künstler. Als einziges Kunstwerk im Stadtteil Neukirchen verbindet die „Bogenbrücke“ wie eine große Geste mit einer dynamischen Bewegung symbolisch die beiden Städte Neukirchen und Vluyn miteinander. Die „weiße Brücke“ soll ein energiegeladener Ausdruck der postindustriellen Ära und ein Zeichen der „weißen“ Zukunft sein.
Weitere Kunstwerke des Projektes „Land der Flunen“ sind von Karin van der Molen aus den Niederlanden. Sie stellt ihr Werk „Neues Gewebe“ am Plankendickskendel, in Höhe Ina Seidel Straße aus. Elena Redaelli aus Italien präsentiert ihr Projekt „Tentacular“ im Park vor der evagenlischen Dorfkirche Vluyn. Alle Werke sind bis zum 3. Oktober dieses Jahres zu sehen und zu erleben.
Am kommenden Sonntag, 20. Juni, findet um 14 Uhr die Eröffnung für geladene Gäste am Landschaftsband auf Niederberg, Niederrheinallee 183 statt. Ariane Hackstein, Kuratorin des Projektes, stellt das Konzept sowie die Künstlerinnen und Künstler und deren Ideen vor.

Geführte Radtouren entlang der Kunstroute

Geführte Radtouren entlang der Route sind geplant am Sonntag, 11. Juli, 15 Uhr, am Sonntag, 29. August, 15 Uhr und am Samstag, 18. September um 15 Uhr. Anmeldungen dazu sind bitte an stadtmarketing@neukirchen-vluyn.de zu richten. Nähere Informationen gibt es auch unter www.nv-entdecken.de
„Land der Flunen“ wurde aus Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen finanziert. Coronabedingt wird ein zweiter Teil mit weiteren Arbeiten 2022 realisiert.

Autor:

Nadine Scholtheis aus Moers

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