Die Printe!

10 Jahre alte Printe schmeckte immer noch gut!

Nicht was ihr vielleicht gerade so denkt, sondern . . .
Landauf, Landab als Aachener Printe bekannt, wurde ursprünglich aus Lebkuchenteig hergestellt und als Gebildegebäck wie z. B. als Reiter, Lebkuchenfrau/-mann oder dergleichen seit Urzeiten in sogenannte Modeln gepresst.
Diesen Press- Druckvorgang, den Lebkuchenteig in Formen drücken = drucken = engl. print, holländisch prente, wurde namentlich den Gutenberg-Jüngern entlehnt, die sich auf der Walz befanden und in ihrem Püngelchen am Stecken (Wanderstab) als sehr haltbare Nahrung, sommers wie winters bei sich führten. Desweiteren gab es neben den dunklen Schnittlebkuchen auch schon lange die hellen, zuweilen prachtvoll bedruckten Honigfiguren. Und da im Aachener Raum, aber auch anderswo in Deutschland allerlei Bedrucktes als "Prente" bezeichnet wurde, lag es nahe, hier diesen Namen zu geben. Der Drang nach immer mehr Süße wäre den reicheren Kunden wohl als Lebkuchen oder Pfefferkuchen nicht so genehm gewesen. So entstanden als im berühmten Haus Lambertz in Aachen seit 1688 diese und natürlich auch eine Vielzahl anderer Printen-Varianten. Eine printe darf sich einer Festlegung aus dem Jahre 1850 zur Folge nur dann Printe nennen, wenn im Teig als Hauptsüßungsmittel der braune Kandiszucker verwendung findet.
Somit ließ ich mal vor einigen Jahren von dem Bäcker Johannes Gerhards nach meinen Angaben und mit Bäckers Geschick das obige NV-Logo in einer größeren Stückzahl backen und bot dieses dann anlässlich eines Weihnachtsmarktes in Neukirchen und auch auf Schloss Bloemersheim zum Verkauf an.
So Nahe können zwei verschiedene Berufszweige beieinander liegen. Der Bäcker hantiert mit Mehl (weiß) und der Drucker meist mit Farbe (schwarz).
Hier noch ein Rezeptvorschlag für Aachener Printen zum Selberbacken (entnommen aus dem Aachener Printenbuch): Weizenmehl, Type 1050 - 470 g; Kandissirup(kann auch durch möglichst dunklen und wenig aromatischen Honig ersetzt werden) - 240 g; Kandisfarin - 140 g; Krümelkandis - 90 g; Orangeat + Zitronat - 20 g; Anissamen - 15 g; verschiedene exotische Gewürze, evtl. fertige Lebkuchengewürzmischung mit wenig Zimt - 15 g; Backpulver für Lebkuchen in etwas Wasser auflösen.
Viel Spaß beim Selberbacken und natürlich guten Appetit!
P.S. Kürzlich fand ich, gut verpackt noch eine dieser Printen aus dem Jahr 2002, sie war sehr hart aber nach Rückfrage beim Bäcker immer noch genießbar und lecker, ich habe sie in meinem Kaffee etwas eingeweicht.

Autor:

Fritz van Rechtern aus Neukirchen-Vluyn

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