Mütter- und Familienzentrum wird 25 Jahre alt

Ein paar „Flöhe“ mit Nadine Bender-Schmitt (zweite Vorsitzende), Jenny Thiele (Krabbelgruppen), Silke Utsch (Second-Hand-Laden), Claudia Wilps (Flohzirkusgruppen) und Nina Rautenbach (erste Vorsitzende; v.l.n.r.). Foto: Heike Cervellera
  • Ein paar „Flöhe“ mit Nadine Bender-Schmitt (zweite Vorsitzende), Jenny Thiele (Krabbelgruppen), Silke Utsch (Second-Hand-Laden), Claudia Wilps (Flohzirkusgruppen) und Nina Rautenbach (erste Vorsitzende; v.l.n.r.). Foto: Heike Cervellera
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Frauen, die etwas für Frauen tun wollen: Damit fing für 25 Jahren alles an. Inzwischen ist das Mütter- und Familienzentrum Neukirchen-Vluyn längst erwachsen geworden – und feiert am Samstag, 20. Juli, Geburtstag.

Dann gestaltet das engagierte Team um Claudia Wilps im Rahmen der „Ab in die Mitte“-Feierlichkeiten das „Kinderzimmer“. Von 11 bis 18 Uhr wartet auf die Besucher auf der Hochstraße 12 mitten im Dorf Neukirchen ein buntes Programm mit Tombola, Kinderschminken und einer Zeittafel mit Fotos aus dem vergangenen Vierteljahrhundert. Eine Zeit, in der die Macherinnen viele Kinder kommen und gehen sahen: „Es fließen jedes Jahr Tränen, wenn die Kinder nach den Sommerferien in den Kindergarten kommen, denn wir haben zu allen eine enge Bindung“, sagt Claudia Wilps mit Blick auf die anstehenden Wochen.
Denn das Mütter- und Familienzentrum in Neukirchen-Vluyn ist kein zertifiziertes Familienzentrum im politischen Sinne. „Wir kommen aus der ‚Berliner Phase’, in der vor 25 Jahren die ersten Familienzentren entstanden sind“, erklärt Wilps. „Damals haben sich Privatleute zusammengetan, um sich um die Kinder zu kümmern, wenn die Mütter einfach mal eine Stunde frei haben möchten.“ Doch die Mitarbeiterinnen sind auch da, wenn Frauen zum Beispiel stricken lernen wollen, erzählt sie, „oder Kinderlieder singen. Wir haben ja jetzt eine Generation, die das zu Hause einfach nicht mehr gelernt hat.“

Von Flöhen und Mäusen

Kurzum: Es geht um die ganze Palette der Betreuung von Kindern bis zum klassischen Kindergartenalter, also drei Jahre. Dafür gibt es den Flohzirkus an zwei Tagen in der Woche (ohne Eltern) oder die Krabbelgruppe für die Kleinsten. Im Herbst und Winter sind die Vorlesenachmittage sehr beliebt.
Ein wichtiger Bestandteil der Tätigkeit ist auch der Second-Hand-Laden; zweimal im Jahr findet eine große Kleiderbörse statt. Auch „exotischere“ Ideen wie der Englisch-Workshop „Mouse meets Mouse“ oder erst vor kurzem ein homoöpathischer Abend wurden schon umgesetzt. Aber das Leitungsteam, zu dem außer Claudia Wilps noch Nadine Bender-Schmitt und Nina Rautenbach gehören, will nicht nur informieren und bespaßen: „Viele Eltern sind heute sehr verunsichert, und der Druck ist sehr groß. Hier lernen sie, auf ihr Bauchgefühl zu hören. Und wir vermitteln natürlich auch, falls wir einen Förderbedarf sehen.“ Die gerade vieldiskutierte Inklusion wird hier schon lange gelebt.
Mit den 15 Stunden, die als Richtlinie für das Ehrenamt gelten, kommt bei so viel Engagement keine aus: „Aber wer einmal Feuer gefangen hat, findet die Zeit. Für uns ist es einfach toll, wenn wir sehen, wie gut zum Beispiel der Flohzirkus den Kindern tut oder wie schüchterne Kinder aufleben“, sagt Nadine Bender-Schmitt.

Was wünschen sich das „MFZ“ zum Geburtstag? „Wir würden uns manchmal über eine buntere Mischung freuen“, meint Claudia Wilps. „Zum Beispiel beim Second-Hand-Laden. Ich habe manchmal den Eindruck, es kommen nicht die, die es vielleicht am nötigsten haben.“

Autor:

Susanne Schmengler aus Duisburg

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