DANN GEH DOCH ZU NETTO
ARMER KLEINER HUND

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Meinen heutigen Einkauf bei Netto werde ich bestimmt noch lange Zeit in Erinnerung behalten.
Corona-Auflagen-Vorbildlich wollte ich mir einen Einkaufswagen nehmen, da sah ich ihn. Ein kleiner zitternder Hund an den Einkaufwagen festgebunden. Ja, ihr lest richtig. Nicht irgendwo an der Seite an einem Pfeiler oder einer Laterne angebunden, sondern an einem Einkaufswagen, der ineinander geschoben mit anderen Einkaufswagen in einer Schlange stand.
Der Kleine saß dort und zitterte. Und das nicht nur wegen der Kälte. Jedes Mal, wenn ein Kunde seinen Einkaufswagen zurück in die Schlange schob oder sich einen Einkaufswagen nahm, gab es Krach und ruckelte an den anderen Einkaufswagen. Klar, dass da so ein kleines Wesen auf vier Pfoten Angst hat.

Ich bin mit meinem Einkaufswagen zu Netto rein gegangen und habe der Verkäuferin an der Kasse Bescheid gesagt, dass dort draußen ein Hund an den Einkaufswagen angebunden ist. Es war ihr noch gar nicht aufgefallen. Sie kam mit mir raus, guckte sich den Hund an und meinte, dass der Besitzer ja jetzt bestimmt jeden Moment raus kommen müsste.

Ich erledigte meinen Einkauf und ging raus. Immer noch saß da der zitternde Hund. Das kam mir komisch vor. Also wartete ich draußen in der Kälte auf den Besitzer, den ich gerne mal auf den angebundenen Hund ansprechen wollte. Es kam keiner. Mittlerweile waren über 30 Minuten vergangen. Der Hund zitterte immer mehr, bekam immer mehr Angst und bellte.
Also bin ich wieder bei Netto rein maschiert und habe erneut die Verkäuferin angesprochen, dass der Hund immer noch angebunden in der Kälte sitzt und sie gefragt, ob sie nicht mal einen Aufruf im Laden machen können, wem der Hund gehört. Nein, das ginge nicht. Aber sie schickte mir einen Kollegen nach draußen. Auch der verneinte meine Anfrage, ob sie im Laden eine Durchsage machen können. Also sagte ich ihm, dass er durch den Laden gehen und jeden Kunden fragen soll, ob es dessen Hund draußen ist, denn in fünf Minuten würde ich die Polizei rufen.
Dann gab es Aussagen wie, dass im Laden keinem der Hund gehöre und eine Verkäuferin den Hund schon vor einer Stunde dort sitzen sehen hatte, als ihre Schicht begann.

Also verständigte ich unseren Freund und Helfer: die Polizei. Die hatten aber grad keinen freien Streifenwagen zur Verfügung, wollten aber einen so bald wie möglich schicken.
Viele Menschen blieben stehen und guckten sich den Hund an, schüttelten den Kopf und gingen weiter. Aber zwei hilfsbereite Mitmenschen halfen dem kleinen Pfiffi. Die eine Frau hatte selbst einen Hund und von daher eine Hundebox im Kofferraum. Da sollte der Hund solange rein bis die Polizei kam, um es warm zu haben. Eine andere Frau schaffte es den kleinen Hund, der vor Angst bedrohlich bellte, los zu binden, hoch zu heben und in die Hundebox der anderen Frau zu stecken. Diese ließ den Motor ihres Autos laufen, damit der Hund sich im Auto aufwärmen konnte.

So warteten wir frierend draußen auf die Polizei. Plötzlich stand eine ältere Frau mit Einkaufswagen draußen und rief immer wieder: "Kleine Hund. Kleine Hund."
Wir waren verwundert. Diese Frau hatte ich vorher nicht im Geschäft gesehen. Sie hatte auch nur eine Hand voll Teile im Einkaufswagen. War die jetzt über eine Stunde im Netto und hatte nicht auf Nachfragen bzgl. des Hundes reagiert?
Die hilfsbereite Frau öffnete den Kofferraum. Wir konnten der älteren Frau ja schließlich nicht ihren Hund vorenthalten. Diese sprach kaum deutsch. Sie verstand gar nicht, was wir von ihr wollten. Wir haben ihr gesagt, dass sie ihren Hund nicht an die Einkaufswagen binden kann, ihn nicht so lange in der Kälte alleine lassen kann, und dass wir die Polizei gerufen haben. Mein Gefühl war, dass es gar nicht richtig bei ihr angekommen ist, was wir gesagt haben. Die Polizei habe ich dann erneut angerufen und denen die Lage erklärt. Also mussten sie niemanden mehr vorbei schicken.

Falls einer den Hund von meinen Fotos erkennt und auch seine Besitzerin kennt, kann dieser vielleicht mal der Frau sagen, dass es absolut falsch ist, seinen Hund an einem Einkaufswagen festzubinden. Und das so lange bei so einer Kälte. Das ist Tierquälerei. So etwas geht absolut überhaupt nicht. Ich möchte jetzt nicht behaupten, dass der Hund es bei seinem Frauchen total schlecht hat. Im Gegenteil, vielleicht hat er sogar ein ganz liebevolles Zuhause. Vielleicht ist der Frau gar nicht bewusst, was sie ihrem Tier damit angetan hat. Deshalb ist es wichtig, dass so etwas nicht erneut vorkommt. Also, wie gesagt: Wer die Frau kennt und ihre Sprache spricht, kann ihr vielleicht mal etwas dazu sagen.

Ansonsten möchte ich alle Tierfreunde bitten, wenn sie diesen Hund erneut bei Netto in Königshardt am Einkaufswagen angebunden sehen, auch die Polizei zu verständigen. Ganz egal was oder wo: WENN IHR EIN TIER SEHT, DEM ES OFFENSICHTLICH NICHT GUT GEHT BZW. WO TIERSCHUTZGEFÄHRDENDES VERHALTEN VORLIEGT, SO HELFT DIESEM TIER BITTE!

Zum Schluss kann ich nur noch ein großes DANKESCHÖN an die beiden Damen senden, die geholfen haben, anstatt nur zu zugucken.

Autor:

Nina Benninghoff aus Oberhausen

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