Errichtet 1934 und abgerissen 1970
Das ehemalige Ehrenmal der GHH am Werksgasthaus Oberhausen für die Gefallenen von 1914-18

Grünanlage des Werksgasthauses an der Ecke der Essener und Mülheimer Straße. Links das Ehrenmal es wurde für die Gefallenen von 1914 - 18 die bei der Gutehoffnungshütte beschäftigt waren errichtet worden.  Rechts das Bild aus heutiger Sicht. Alle Spuren vom Ehrenmal sind beseitigt worden. Bild: Der Neue Tag Stadtarchiv Oberhausen. Rechtes Bild: Martin Grundmann
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  • Grünanlage des Werksgasthauses an der Ecke der Essener und Mülheimer Straße. Links das Ehrenmal es wurde für die Gefallenen von 1914 - 18 die bei der Gutehoffnungshütte beschäftigt waren errichtet worden. Rechts das Bild aus heutiger Sicht. Alle Spuren vom Ehrenmal sind beseitigt worden. Bild: Der Neue Tag Stadtarchiv Oberhausen. Rechtes Bild: Martin Grundmann
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Das ehemalige Ehrenmal der GHH am Werksgasthaus Oberhausen für die Gefallenen von 1914-18 

  • Die Feier am Ehrenmal

Die offizielle Enthüllung des Ehrenmals für die Gefallenen der GHH fand statt am Sonntag den 6 Mai 1934 um 11.30 Uhr im Garten des Werksgasthauses der GHH statt.

  • Viele Hunderte kamen zur Enthüllung

Im Beisein der Angehörigen der Gefallenen, der Werksverwaltung sowie Vertreter der verschiedenen Behörden und Organisationen fand am Sonntagvormittag die Enthüllung um 11.30 Uhr statt. Unzählige Menschen umsäumten die Gartenanlage, in der das Denkmal aufgestellt ist. Ringsum den Ehrenhof hatten sich die Mitglieder des Kriegervereins der Gutehoffnungshütte, Bergleute in ihrer Berufstracht , viele Werksangehörige der GHH, Vertreter der damaligen Behörden und eine Reihe von Ehrengästen eingefunden .
Den Festakt leiteten die unter der Stabführung von Musikdirektor van Reu (Köln) und die Feuerwehrkapelle der GHH unter Führung von Kapellmeister Rother ein. Unter all den Gästen befand sich auch der Erbauer des Ehrenmals, Professor Fritz Behn.

  • Die Gedenkrede

Assessor Kellermann nahm die Enthüllung des Mals vor und hielt auch die Gedenkrede.
Herr Kellermann verlas dann ein Telegramm von Dr. Reusch, der nicht an der Weihestunde teilnehmen konnte. Ein besonderer Gruß galt Professor Behn, dem Schöpfer des Denkmals, der bei dem Weiheakt zugegen war.
Der nächste Redner war Vertreter der Kreisleitung Betriebszellenobmann Jürgens.
Zum Schluss sprach Leiter des Kriegervereins der GHH Neerfeld, er sprach der Leitung der Hütte Dank aus, für die Errichtung dieses Ehrenmals, das in die Treue Obhut des Vereins gegeben worden war.
Im Anschluss an die Einweihung versammelten sich der Jubelverein und die gesamten Vereine des Unterverbandes Oberhausen auf dem Graf-Haeseler-Platz. Dort formierte sich ein stattlicher Festzug, der unter dem Klang von drei Kapellen und mehreren Trommlerkorps zum Festzelt marschierte. Die Führung übernahm Hauptmann Funcke (Besitzer der Glasfabrik Funcke). Trotzt des starken Regens blieb die Stimmung festlich.
Im Festzelt angekommen führte der Ehrenvorsitzende, Kamerad und Hauptmann Dr. Funcke eine längere Rede.
Den Abend und Manöverball läutete der Vereinsführer des Kriegerverbandes der GHH Neerfeld ein. Den überwiegenden Teil der Musikvorträge kam von der Feuerwehrverbandskapelle der GHH unter der Leitung des Kapellmeister Rother.
Die Damen des Vereins trafen sich zwei Tage später.

Das Ehrenmal wurde für die Gefallenen von 1914 - 18 die bei der Gutehoffnungshütte beschäftigt waren errichtet worden.

  • 1930 Wettbewerb Ausschreibung zur Errichtung des Ehrenmals

Herr Reusch ließ 1930 einen Wettbewerb ausschreiben zur Errichtung des Ehrenmals.
An diesem Wettbewerb nahmen die Professoren Behn, Bredow, Enseling, Janssen, und Lederer sowie Bildhauer Bauer. Die Entscheidung fiel zu Gunsten von Fritz Behn aus München aus.

  • 1934 Februar wurde die Arbeiten aufgenommen zur Errichtung des Ehrenmals

Im Februar wurden die Vorarbeiten für die Errichtung des Ehrenmals aufgenommen unter tatkräftiger Mitwirkung des Kommerzienrats Dr. Reusch. Geschaffen nach dem Entwurf des Münchener Bildhauers Professor Fritz Behn erhebt sich das Gedenkzeichen in die neue Gartenanlage die extra dafür angelegt wurde.

  • Standort und Beschreibung des Ehrenmales.

In der Grünanlage des Werksgasthauses an der Ecke der Essener und Mülheimer Straße hat die Gutehoffnungshütte ihren über 1400 im ersten Weltkrieg Gefallenen ein Denkmal errichtet. Der Entwurf stammt von Professor Fritz Behn aus München, der u. a. auch ein berühmtes Kolonial-Denkmal geschaffen hat. Die Leitung des Baues war dem Architekten und Leiter der Hochbauabteilung der GHH., Sonnen übertragen gewesen.

Alle Teile des Mals sind in Klinkern ausgeführt. Einige Stufen führen in den einen Meter unter der Erdsohle gelegenen Ehrenhof hinab, der in der Länge 15, in der Breite 8 Meter misst. Aus den beiden Längswänden wurden in Klinkern folgende Inschriften herausgearbeitet:
"Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte!"
Nimmer sich beugen, kräftig sich zeigen, ruft die Arme der Götter herbei. "

Das Kernstück des Ehrenmals ist der sieben Meter hoher Adler, der in seiner Symbolik grandios wirkt. Auf dem Sockel dieser Plastik steht: "Den Gefallenen 1914-18“, ferner sieht man das charakteristische GHH-Zeichen.

  • Abbruch des HOAG-Denkmals 1970 führt zu Protest.

Im Juli 1970 wurde das Ehrenmal in aller Stille abgerissen. Diese Aktion führte einen scharfen Protest aus dem Landesdenkmalamt.
Die Begründung für den Abriss war wenig glaubwürdig und warf ein schlechtes Licht auf die Sorgepflicht des Werkes für kulturelle Werte meinte Dr. Günter der Denkmalpfleger aus Bonn.

  • Kurze Chronik des Kriegervereins der Gutehoffnungshütte bis 1934.

15 Angestellte und Arbeiter der Werke der Gutehoffnungshütte gründeten im Jahre 1894 diesen Verein. Die Direktion der GHH begrüßte den Entschluss und erteilte die Genehmigung. Von nun an hieß es "Kriegerverein der Gutehoffnungshütte ".
Vorsitzender war von 1894 bis 1898 Heinrichs.
Die Gründung des Vereins fand starken Zuwachs bei den Werksangehörigen. In kürzester Zeit stieg die Mitgliederschaft auf 150 Mitglieder.
1897 wurde bereits eine Fahne beschafft und feierlich eingeweiht.
Im Jahre 1901 trat der Kriegerverein Gutehoffnungshütte den Kreisverband Oberhausen bei. Ihr Fürsprecher war kein geringerer als Leutnant d. R. Fabrikbesitzer Karl Becker Glasfabrik Oberhausen. Herr Becker war ein angesehener Mann in Oberhausen.
1910 war die Mitgliederzahl auf 400 Mitglieder angestiegen.
Direktor Dr. Boltmann schaffte es mit seiner immensen Werbetätigkeit auf 1100 Mitglieder den Kriegerverein zu erhöhen.
Dieser enorme Zuwachs führte 1913 zur Gründung der Kompanie Osterfeld-Sterkrade.
1919 wurde nochmals eine Abteilung gegründet Hafen-Walsum. Jetzt bestand der Verein aus folgenden Hauptverein Oberhausen, Kompanie Osterfeld-Sterkrade und Hafen-Walsum.
Die Männer die als 1. Vorsitzender
Den Verein geführt haben waren:
Heinrichs von der Gründung bis 1898
Linsen 1898 bis 1905
Merrmann 1905-1910
Jacobsen 1910-1913
Nickel 1913-1922 während der Kriegszeit Vertretungsweise Jacobsen.
1922- bis zur Errichtung des Ehrenmals der GHH mit großem Erfolg Neerfeld. 1933 wurde er als Vereinsführer ernannt.
Mitglieder die sich im höchsten Maße verdient hatten waren folgende Mitglieder.
Geh. Kommerzienrat Dr. Lueg von der Gründung bis zu seinen Tode 1905.
Oberingenieur Merker von 1905-22
Direktor Dr. Boltmann von 1922 bis zum Tode 1925
Seit 1926 Ehrenvorsitzender Bergwerksdirektor Dr. Funcke.
Ehrenmitglied Dr. Reusch seit 1908 beim Verein.

Quellen:

Ich danke dem Team des Stadtarchivs Oberhausen für die Unterstützung.
Mein besonderer Dank gilt Herrn Uecker Mitarbeiter des Stadtarchivs Oberhausen.

General-Anzeiger verschiedene Ausgaben 1934
Rhein-Ruhr-Zeitung verschiedene Ausgaben 1934
Der Neue Tag verschiedene Ausgaben 1934
WAZ verschiedene Ausgaben 1970

https://de.wikipedia.org/wiki/Werksgasthaus_der_Gutehoffnungsh%C3%BCtte

https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Behn

https://de.wikipedia.org/wiki/Gustav_Adolf_Bredow

https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Enseling

Autor:

Martin Grundmann aus Oberhausen

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