„Thriller live“ begeistert in der Oberhausener Arena
Der Mythos Jackson lebt

Showfoto: Sven Damer

Der Mythos Michael Jackson lebt – auch zehn Jahre nach seinem Tod mit der Show „Thriller live“. Dabei ist das Konzept simpel: Fünf Sänger, ein Dutzend Tänzer, ein schillerndes Bühnenbild, und das Ganze garniert mit 33 der größten Songs des Meisters. Mehr ist es im Grunde nicht, was die Zuschauer in der Köpi-Arena sehen. Und doch soviel mehr, denn die Musik Jacksons trifft das Herz und reißt die Zuschauer von den Sitzen.

So hatten viele die heimische Musikarena noch nicht gesehen. Kurzerhand war die Halle, in der sich sonst die Größen des Musikbusiness vor mehr als 10000 Fans präsentieren, in ein Musiktheater verwandelt, in dem mit nur knapp 3000 Plätzen eine fast heimelige, enge Atmosphäre entstand. Unschwer zu hören, dass unter den Zuschauern viele „Wiederholungstäter“ zu finden waren, die begeistert die Songs und die Tänze begleiteten.
Anders als in den Anfangsjahren der Tour, die inzwischen seit rund zehn Jahren europaweit volle Hallen einspielt, wird kaum noch von Jacksons Leben erzählt, die Musik spricht dagegen eine deutliche Sprache. Das Konzept der fünf unterschiedlichen Sänger bleibt allerdings bestehen. Der kleine Caleb Stewart verkörpert zu Beginn der Musikreise den jungen Michael, der mit seinen Brüdern als Jackson 5 erste Erfolge sammelt, begeistert mit Gesangs- und Tanzeinlagen bei „ABC“ und schafft den Brückenschlag von der Motown-Ära zum gereiften Künstler.

Moonwalk

Michaels unterschiedliche Facetten greifen gleich vier großartige Stimmen auf. Der soulige Trace Kennedey performt den „Smooth Criminal“ und entführt die Fans in das Amerika der 20er Jahre, gekonnt verstärkt vom ständig wechselnden Bühnenbild und einem grandiosen Tänzer Kieran Alleyne, der Jackson fast wie aus dem Gesicht geschnitten ähnelt. Fast ist es so, als sei der Star aus dem Musik-Olymp herabgestiegen, um seine Fans noch einmal mit Moonwalk oder seiner waghalsigen Vorwärtskippe zu begeistern.

Gänsehautmoment

Britt Quentin, der am ehesten Ähnlichkeit mit dem gealterten Jackson hat, begeistert mit seinem charmanten „remember the time“. Einzige Frau neben dem Männerquartett ist Ina Seidou, die die androgye Seite des Multitalentes zeigt („The way you make me feel“). Dass die Musik Jacksons mehr als Pop ist, wird spätestens bei den Auftritten von Rory Taylor klar. „Beat it“ und „Dirty Diana“, begleitet mit einem kraftvollen Gitarrensolo des starken Live-Orchesters, sind ein rockiger Ohrenschmaus. Dass Taylor aber auch Meister der leisen Töne ist, stellt er bei der Ballade „She’s out of my live“ in einer mucksmäuschenstillen Halle unter Beweis – ein wahrer Gänsehautmoment.

Doch solche stillen Augenblicke sind selten, die Show will schließlich unterhalten. Und Tänzer und Sänger gehen ihr Bestes, das Publikum mitzunehmen auf die Reise durch die Musik Jacksons. Animieren das Publikum immer wieder zum klatschen und mittanzen. Was allerdings erst zum Ende der fast 160 Minuten langen Show gelingt, als es bei „Black or White“ auch den Letzten vom Sitz reißt und die Halle tobt.
von Petra Köster

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