Die drei denkmalgeschützten Findlinge, Gedenksteine im Kaisergarten Oberhausen

Kaisergarten: großer Findling	Konrad-Adenauer-Allee		–	79
Kaisergarten: Findling am Teich	Konrad-Adenauer-Allee		–	80
Kaisergarten: Findling	Konrad-Adenauer-Allee			–	81
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  • Kaisergarten: großer Findling Konrad-Adenauer-Allee – 79
    Kaisergarten: Findling am Teich Konrad-Adenauer-Allee – 80
    Kaisergarten: Findling Konrad-Adenauer-Allee – 81
  • hochgeladen von Martin Grundmann

Die drei denkmalgeschützten Findlinge, Gedenksteine im Kaisergarten Oberhausen.

Es befinden wie oben in der Überschrift steht, insgesamt drei Gedenksteine im Kaisergarten. Zwei von ihnen stehen des Öfteren im Interesse. Der Grund dafür liegt wahrscheinlich das man immer wieder versucht zu erraten was auf dem Gedenkstein wohl stand und welches Bildnis es trug.

Die letzte Frage ist eigentlich sehr einfach zu erahnen, wenn da nicht folgendes wäre. Der Gedenkstein am Teich ist der erste Gedenkstein, Einweihung des Kaisergarten 1897. Immer wieder sieht man Leute die versuchen es zu entziffern und zu erraten. Ich selber natürlich auch.
Was macht man in solch einen Fall man fragt Freunde, Kollegen andere Interessierte aber leider gab es keine befriedigen Antworten. Auch die Suche in Büchern über Oberhausen ergaben keinen Erfolg. Also musste Tante Google oder eine andere Suchmaschine her. Es fanden sich einige Eintragungen aber alle Angaben lieferten keine hundertprozentige Antwort. Die Frage blieb im Raum warum stehen drei Findlinge im Kaisergarten?

  • Bitte schaut euch die Fotos dort seht ihr was darauf stand. Danke schön. 

Man findet einige Male den Satz „Ein heute noch erhaltener Gedenkstein wurde aus diesem Anlass aufgestellt, er befindet sich in der Nähe des Parkeingangs an der Konrad-Adenauer-Allee, südlich vom Schloss Oberhausen.“ Dem ist leider nicht so, das ist der zweite Gedenkstein. Genauere Informationen bekommt ihr dazu etwas später.

  • In unserer Baudenkmalliste steht leider auch nicht viel. Folgendes findet man dort.

Kaisergarten:  großer Findling      Konrad-Adenauer-Allee –79
Kaisergarten: Findling am Teich  Konrad-Adenauer-Allee –80
Kaisergarten: Findling       Konrad-Adenauer-Allee –81

Aber wie schon bei anderem historischem Artikel, wenn man eine Lösung sucht, hilft da nur selbst ist der Mann oder Frau. Für mich ist es immer eine wunderbare Reise in die Vergangenheit von Oberhausen, bei der man sehr viel lernt. Die Recherchen dazu dauerten Monate und ich war ein wenig überrascht. Ohne all die Informationen hätte man es nicht lösen können.

Spoiler der erste Gedenkstein der heute nahe dem Teich steht stand früher nahe dem Eingang Konrad-Adenauer-Allee und hatte mehrere Bildnisse und Gedenktafel an sich.

  • Wir fangen natürlich mit den ersten Findling Gedenkstein 1897 an.

Ich schreibe nur grob über den Kaisergarten, denn unser Augenmerk sollen ja die Gedenksteine sein. Über den Kaisergarten schreibe ich gesondert.

  • Der Tag vor der Einweihung 20. März 1897

Anlässlich der hundertjährigen Jubelfeier fand hier am Samstag dem 20. März 1897 wurden die Vorbereitungen zur Feier getroffen und jeder hatte das Seine getan. Die Beflaggung war in den Hauptstraßen vollständig und als die Dunkelheit herbeikam, da zeigte sich eine prächtige Illumination der Gebäude, der Läden mit patriotischen Schaustellungen, des mit Flaggenmasten umgebenden Denkmals und der aufsteigenden Feuerwerke. Der Fackelzug mit Teerfackeln und Lampions und drei Musikkapellen war prächtig, der Durchzug durch die von Zuschauern ausgefüllten Straßen großartig und die Aufstellung auf dem Altmarkt sehenswert. Das dabei musiziert, gesungen und eine Ansprache gehalten wurde, ist selbstredend. Bis spät dauerte die Illumination, bis endlich allmählich die Lämpchen erloschen und Ruhe eintrat. Sonntag war Festgottesdienst, zu welchen die oberen Klassen der Kinder geführt wurden und in dem die Predigt die großen Taten des Verewigten behandelte und zum Dank gegen den Herrn aller Herren aufforderte, der durch unser Volk so Großes ausgeführt, das neue Kaisertum erstehen und den alten Heldenkaiser an die Spitze des Vaterlandes gestellt hat. Der Schluss: nun danket alle Gott! Kam aus den Herzen und war ergreifend.

  • Die Einweihung des ersten Gedenksteines im Kaisergarten 21. März 1897

Sonntag 21. März 1897 um 15:45 Uhr fand die Einweihung des Denkmals und der Kaisereiche im Kaisergarten an der Emscher statt. Es waren erschienen die Herren: Bürgermeister Wippermann , die Stadtverordneten, viele Offiziere, die Lehrer der höheren Lehranstalten und der Volksschulen mit den größeren Schülern, die Kriegervereine und eine große Menge von Zuschauern. Glücklicherweise hörte der Regen bald auf, so dass die Feier dadurch nicht gestört wurde. Nach einleitenden Instrumental und Vokalvortrag der Herr Bürgermeister die Rednerbühne und hielt eine längere Ansprache, worin er die geschichtliche Entwicklung des Reiches, die 100jährige Feier des Kaisers Wilhelm des Großen, dem die Stadt das schlichte Denkmal nebst der Kaisereiche gesetzt und den Stadtpark den " Kaisergarten " genannt habe, ausführte.

  • Beschreibung des ersten Gedenksteines von 1897

Der Kaiser Wilhelm- Gedenkstein ist ein silbergrauer Granit von etwa 3 Kubikmeter Rauminhalt bei 2, 25 Meter Höhe. Der Stein trägt auf der Vorderseite ein von dem Bildhauer Arnold Künne in Berlin modelliertes, bei Schäfer und Walker daselbst in Bronze gegossenes Brustbild Kaiser Wilhelms I. Unter dem Bilde trägt der Stein die Inschrift: „Kaiser Wilhelm dem Großen die Stadt Oberhausen am 22 März 1897“. (Siehe Fotos)
Mit Hurra auf das Vaterland wurde geschlossen und das deutsche Vaterlandslied gesungen. Darauf erfolgte der Rückmarsch zur Stadt, Parade auf dem Markt und Bankett im Dreikaisersaal. Das Festessen wurde im Hof von Holland serviert.

  • Der zweite Gedenkstein 1906 (Siehe Fotos)

An Stelle des ersten Gedenksteines von 1897 wurde 1906 im Kaisergarten ein neuer errichtet. Er besteht aus einem größeren, das Kaiserbild und die Widmungstafel tragenden Granitblock und mehreren kleinen Granitfindlingen, die in wirkungsvoller Weise um den Gedenkstein gruppiert sind. Der Naturfelsen kam von der Firma Meissner Granitwerk Oswald Köbler aus Meissen.
Er hat folgende Maße 225 cm hoch, 125 cm breit und 100 cm tief. Außerdem wurden noch 6 cbm kleine Findlinge um den Gedenkstein gesetzt.

  • Der erste Gedenkstein bekommt einen neuen Standort, Bild und Gedenktafel

Der alte erste Gedenkstein 1897 hat an einem anderen geeigneten Platze im Walde des Kaisergartens Aufstellung gefunden und ist zur Erinnerung an die am 4. Juli 1906 erfolgte Geburt des jüngsten Hohenzollernprinzen mit dem anfangs für den Kaisergedenkstein vorgesehenen Adler aus Bronzeguss geschmückt und mit einer Bronzetafel mit der Inschrift " Glück auf Du Hohenzollern-Aar -- 4. Juli 1906-- " versehen worden. Das Relief vom alten Gedenkstein 1897 kommt auf den zweiten Gedenkstein 1906.

  • Der dritte Gedenkstein von 1913 Kaisergarten.

Gestiftet wurde es von dem Bund Vaterländischer Vereine 

  • Zweck der Aufstellung des dritten Gedenkstein 1913

Der erste Zweck war eine Feier zur Erinnerung an 1813 und damit verbunden die Feier des 25jährigen Regierungsjubiläums des Kaisers. Gewaltige Vorbereitungen waren nötig und viele, viele Helfer fanden sich, das Ganze zu managen. 

  • Ein Tag vor der Einweihung 21. Juni 1913. Der Fackelzug, die Feier

Sonnabend den 21. Juni 1913 war der erste Tag des Festes. Bis kurz von der dem riesengroßen Fackelzug sah es so aus als wenn alles nicht stattfinden konnte. Es regnete schon den zweiten Tag ununterbrochen. Kurz vor Sonnenuntergang sah man die Sonne kurz durch die Wolkendecke. Der Regen wurde viel weniger aber es regnete. Nun aber bekamen unsere Straßen, besonders die Hauptgeschäftsstraßen, ein ganz verändertes Aussehen, einen Flaggenwald erblickte man die Straßen lang. Die letzte Hand wurde an die Vorbereitung zur Illumination gelegt und tausende Menschen strömten nach der Marktstraße und dem Altmarkt, wo die Bildung des Fackelzuges erfolgte. Ein großes Schutzmannaufgebot unter Leitung des Königl. Polizei- Inspektors Kriewall hielt den Altmarkt frei. Ringsum sammelte sich die Menschenmassen. Als die Kapelle des Inf.-Regts. Nr. 159 aus Mülheim sich aufstellte wurden Flammenbecken entzündet, fast jedes Haus war illuminiert. Am schönsten war jedoch die Illumination des Restaurants Dickmann. Ingenieur Falke hatte sie kreiert. Es gab Applaus und Bewunderung. In fast 1 Meter hohen Buchstaben und gebildet von Hunderten von Glühlämpchen hier an der Vorderfront des Hauses das Wort "Wilhelm" darüber die Kaiserkrone. Inzwischen marschierten teils mit, teils ohne Musik, vielfach auch mit Trommler Reiterkorps die zur Gruppe der Altstadt zugehörigen Vereine. Die Koordination übernahm Dr. Korten und Bunzel. Die Oberleitung hatte der weit über unsere Stadtgrenzen bekannte und geschätzte Bundesvorsitzende Herr Hauptmann Becker. Herr Becker war Inhaber der Glasfabrik Oberhausen. Wie bei der großen Ausdehnung des Zuges nicht anders möglich-- beritten und überall ungemütlich zur Stelle war, um die nötigen Anordnungen zu treffen. Mittlerweile waren alle Gruppen Oberhausen II, Alstaden, Oberhausen-Styrum, Oberh.-West, Oberh.-Lirich und die Feuerwehr. Einen imposanten Eindruck machte die Feuerwehr, als sämtliche Kompanien mit Pechfackeln und mit drei Kapellen-- Feuerwehrkapelle Alstaden, Lirich und Kapelle der Concordia. Das Reserve-Offizierskorps hatte sich auf dem Altmarkt eingefunden.
Genau zur festgesetzten Zeit um 21: 30 Uhr setzte sich der Fackelzug vom Altmarkt in Bewegung. Voran berittene und andere Schutzleute, dann die Abteilung Radfahrer und nun das Trommlerkorps und die Kapelle des Mülheimer Inf.-Regts hieran schlossen sich die 18 Gesangsvereine mit etwa 600 Mitgliedern, sodann die Ref.- Offiziere , mit Ausnahme derjenigen , die an der Spitze ihrer Vereine spazierten. Es reihten sich weiter an die Veteranen, die Kriegervereine, die Gruppen Alstaden ......
Der Vorbeimarsch dauerte 50 Minuten und war der großartigste das Oberhausen bisher gesehen hat. Die ganze Teilnehmerzahl wurde geschätzt zwischen 6-8000 die allesamt bis auf die Feuerwehr Lampions trugen. Was muss das für ein Lichtermeer gewesen sein.
Jedem Verein wurde ein Transparent mit der Bezeichnung des Vereins getragen. Der Zug ging nun vom Altmarkt aus nicht wie vorgesehen durch die Friedrich-Karlstr deren Bewohner viele Vorbereitungen getroffen hatten und daher sehr enttäuscht waren. Warum ein anderer Weg gewählt konnte man nicht herausfinden.
Es ging durch die vollkommene menschenleere und finstere Styrumerstr, dann die Bahnstr am Bahnhof vorüber durch die Industrie, Wilhelm, Mülheimer, Markt und Göbenstr zu dem als Festplatz bestimmten Moltkeplatz.
Viele Häuser waren illuminiert, Buntfeuer verstrahlten und Feuerwerk wurde abgebrannt, so am Hansa-Restaurant Friedrich Karlstr und vom Dache des Hotels Berliner Hof herab. Im mächtigen Buntfeuer leuchtete auch sie Villa des Herrn Ingenieur und Oberleutnant a. D. Schäfer am Neumarkt, sowie die Ruinen der Wilhelmshöhe. Die prächtigsten Illuminationen wiesen auf das Gebäude der städtischen Gasfabrik an der Industriestr, die Badeanstalt, die städtische Verwaltungsgebäude und die Hauptfeuerwache deren hervorragende Beleuchtung von Herrn Stadtbauführer Dörfel ausgeführt wurde, deren Gebäude nur zurückliegt. Durch Flammenbecken an der Mülheimerstr am Eingang wurde darauf aufmerksam gemacht, auch war hier die Wache herausgetreten und präsentierten sich. Schön war der Anblick der dem Abbruch geweihten Wassertürme oben an der Marktstr zwischen denen in bunten Farben ein Wasserfall niederschoss. Natürlich hatte die Marktstr allerlei Illumination und sonstige Beleuchtungen an den Häusern Fenstern. Eine ganz besondere Beachtung verdient die künstlerische Dekoration des Firma Rüttgers, dekoriert von Herrn B. BESCH. Sie zeigte in Gold und grün Parkanlagen mit elektrischer Illumination. Zwei Damen in Gesellschaftstoilette übernachten dem Kaiserbild ihre Huldigung, was dem Ganzen eine besondere reizvolle Stimmung gab. Die Spitze des Zuges traf um 10:45 Uhr am abgesperrten Moltkeplatz ein. In der Mitte war ein Redner und Dirigenten Tribüne errichtet worden. An den Seiten standen Flammenbecken die leuchteten. Bis alle da waren dauerte 30 Minuten.

  • Festakt auf dem Moltkeplatz

Trotz des großen Publikums war es so ruhig das man eine Stecknadel hätte fallen hören. Einleitend spielte die Kapelle des 159 Inf.-Reg. Den Armeemarsch Nr. 7worauf die Sänger unter Leitung des Königl und städtischen Musikdirektors Herrn Steinhauer, begleitet von der Gutehoffnungshütte Kapelle danach folgte die Festansprache die mit viel Beifall begleitet wurde.
Nach der Festrede wurde der schöne Verlauf des Tages gebührend gefeiert.
• Sonntag den der zweite Festtag dem 22. Juni 1913.
Das Wetter war erheblich besser. Nachdem in den einzelnen Stadtteilen Wecken stattgefunden hatte war vormittags in allen Festgottesdienst
Von 11 Uhr an gab die Kapelle der Gutehoffnungshütte ein Promenadenkonzert auf dem Neumarkt. 

  • Nachmittags begann das Fest im Kaisergarten mit der Einweihung des Denksteins

Eine wahre Völkerwanderung begann, sowas hatte die Stadt noch nicht gesehen. Die Straßenbahn konnte es nicht bewältigen so groß war der Andrang. An Eingang zum Kaisergarten standen zwei Ehrenpforten. Gegen 15:30 Uhr versammelten sich dort die Vereine, Reserveoffizierskorp Ehrengäste und viele Stadtverordnete usw.
Mit der Musik der Gutehoffnungshütte Kapelle ging es dann zum neuen Teil des Kaisergartens, wo sich gerade an der äußersten vom Kanal und Weseler Bahnstrecke gebildeten Ecke ein künstlicher Hügel erhebt. Der Hügel bekam im Volksmund den Namen Otto's Ruh nach dem Vornamen unseres Oberbürgermeisters. Später wird dieser Hügel ein künstlicher Berg den alle heute kennen Ottoberg. Hinter diesen Hügel befindet sich die von Anlagen umgebene von der Stadt errichtete Kaiser-Gedenkstein. Nachdem man am Gedenkstein Aufstellung nahm hielt in Vertretung des beurlauben Oberbürgermeisters Herr Beigeordneter Binhold eine Rede. Es wurde an die glorreichen Tage vor 100 Jahren 1813 erinnert und an die 25jährige Regierungsjubliäum des Kaisers. Danach kehrte man in die lokalen Treffpunkte ein und feierte die Einweihung.

• Etwas über den dritten Gedenkstein von 1913

Die Maße sind 180 cm hoch, 200 cm breit und die Tiefe unten 55 cm verjüngt nach oben 30 cm.
Der Gedenkstein wurde geliefert durch die Deutsche Steinindustrie AG Reichenbach Odenwald.
Die goldene Gravur wurde durch die Gebrüder Eichas Bild und Steinhauerei aus Oberhausen vorgenommen. Die Inschrift lautet Kaiserjubiläum 15. Juni 1913

Quellen:

 1897 Rhein und Ruhr Zeitung 

1906 General-Anzeiger

Rathaus Protokolle 1895-97 und 1904-06.

https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_von_Preu%C3%9Fen_(1906%E2%80%931940)

https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_I._(Deutsches_Reich)#K%C3%B6nig_von_Preu%C3%9Fen

https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_II._(Deutsches_Reich)

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkm%C3%A4ler_in_Oberhausen

Autor:

Martin Grundmann aus Oberhausen

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