Erbaut 1879 und 1888 niedergelegt 1920
Die ehemaligen Wassertürme (Wahrzeichen) in Oberhausen an der Mülheimerstr

Der erste Wasserturm erbaut 1879, der zweite kam 1888 dazu.Sie standen bis 1920 an der Marktstr—Mülheimerstr. Höhe der Türme ca 30 m.
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  • Der erste Wasserturm erbaut 1879, der zweite kam 1888 dazu.Sie standen bis 1920 an der Marktstr—Mülheimerstr. Höhe der Türme ca 30 m.
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  • Standort der damaligen Wassertürme 

Erbaut 1879 ein Wasserturm, der zweite kam 1888.Sie standen bis 1920 an der Marktstr—Mülheimerstr.

  • Eine dreizehn zeilige  Nachricht in der Ruhrwacht verkündete das Aus. 1920 

Man kann diese „Schlagzeile“ schnell übersehen. Wir haben mal die Lokalseite von damals mal fotografiert um euch mal zu zeigen. Den Artikel haben wir raus geschnitten sonst könnt ihr es nicht lesen. Wenn man in den Jahrgängen recherchiert kann man schnell was überlesen.

  • Die Überschrift „ EINE INTERESSANTE SPRENGUNG“ 8. Juli 1920 

wurde gestern Morgen in oberen Marktstraße
ausgeführt. Bekanntlich werden die beiden Wasser-
türme, Wahrzeichen von Oberhausen entfernt.
Nachdem der eiserne Oberbau des einen Turmes
abgetragen war, wurden gestern früh um 6:30 Uhr, der
Unterbau des Turmes selbst gesprengt. Die Detona-
tion war weithin hörbar. Weit im Umkreis klirr-
ten die Fensterscheiben. Der Turm ist geborsten ge-
waltige Blöcke des Turmes fielen zur Erde, die
nur zerschlagen werden müssen. Mit den Türmen
verliert Oberhausen das einzige Wahrzeichen was
es hatte.

  • Wie war die Wasserversorgung früher 1870- 1900.  

Um unseren damaligen Gebrauch an Wasser zu decken genügte 1874 ein Brunnen von 5 Meter Durchmesser. In Folge der großen Steigerung bei Wasserbrauch wurden 4 große gemauerte Brunnen und 5 Rohrbrunnen in Betrieb genommen. Sollte dieses nicht reichen standen Stehen noch
ausgedehnte Ruhrwiesen mit großen Wasserreichtum zur Verfügung.

  • Der Transport zu den Wassertürmen 

Die Hebung und Förderung des Wassers nach den Wassertürmen an der Marktstr erfolgte vom Jahre 1874 bis zum Jahr 1898 vermittelt zweier Pumpmaschinen mit einer Maximal –Leistungsfähigkeit von
je 5000 cbm Wasserförderung in 24 Stunden zu fördern. Im Jahre 1898 wurde ein dritte Pumpmaschine aufgestellt und in Betrieb genommen, welche im Stande im Stande ist 10000 cbm Wasser in 24 Stunden zu Förden. Sie ist von der GHH zu Oberhausen als besonderer Typ konstruiert
und gebaut worden. Das Rohrnetz, die Behälter-Anlage und alle übrigen Einrichtungen mussten gleichfalls entsprechend der großen Steigerung des Wasserverbrauchs stetig vergrößert und erweitert werden.
Die Qualität des Leitungswassers ist laut Ausweis der regelmäßig vorgenommenen chemischen und bakteriologischen Untersuchungen in jeder Beziehung eine vorzüglich und ist das Wasser sowohl zu allen häuslichen Zwecken, als auch zu allen Zwecken der Industrie geeignet. 

       1874.       1898 

Wasserverbrauch:      ca. 400000 cbm    2022070 cbm

Länge des Rohrnetzes:    ca 8600 m       55000 m

Anzahl der Anschlüsse:   ca 45          1480

  • Die Wasserversorgung unserer Stadt Oberhausen bis in den 1960er. 

„Noch vor dem ersten Weltkrieg gehörten Pumpe oder der Drehbrunnen zum Bilde derRandsiedlungen Oberhausens. Es war vor allem die Industrie, die eine zentrale Wasserversorgung erstrebte. Im Oktober 1869 beschlossen Vertreter der Oberhausener Großindustrie, der Stadt und der Köln-Mindener Eisenbahngesellschaft, Oberhausen und seine industriellen Werke durch eine 
Wasserleitung mit der Ruhr zu verbinden, weil das Brunnenwasser an fast allen Punkten durchEisensalze, Schwefelsäure-, Salpetersäure- und Chlorverbindungen für den Haus-— und industriellen Gebrauch“ nicht mehr verwendbar wäre. Schon kurz nach Beendigung des Krieges 1870/71
entstand die AG Oberhausener Wasserwerk.
An dem Aktienkapital von insgesamt 500 Aktien waren beteiligt: Die Staatseisenbahnverwaltung. Die Bergbau AG Concordia, die Vieille Montagne
AG für Bergbau und Hüttenbetrieb, ferner die AG für Zinkindustrie, vormals Grillo und dieChemische Fabrik Rhenania, zusammen mit 325Aktien. Weitere 158 Aktien aus dem Besitz der später stillgelegte AG für Eisenindustrie erwarb die Firma Thyssen u. Co. Die restlichen Aktien waren seit Gründung in der Hand der Stadt Oberhausen.

Von 1879 an dehnte die Gesellschaft ihren Geschäftsbetrieb auch auf die Versorgung derOberhausener Bevölkerung sowie danach auf anschließende Teile von Mülheim und vom Jahre 1903 ab auch auf Osterfeld und Sterkrade-Holten. Das Verteilungsnetz im Stadtbezirk Oberhausen, soweit es außerhalb der Bezirke der an der Aktiengesellschaft Beteiligten lag. wurde

jedoch im Jahre 1911 an die Stadt abgetreten. Im Jahre 1912 wurde die Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft zu Mülheim (Ruhr) gegründet. Von der Stadt Mülheim, die unterdessen sämtliche Aktien der AG Oberhausener Wasserwerk erworben hatte, wurden diese in die neugegründete Gesellschaft eingebracht. Während die Stadt Oberhausen sich nicht an der neuen Gesellschaft beteiligte, trat 1924 die damals noch selbständige Gemeinde Sterkrade als Gesellschafter ein. Nach der Vereinigung von Sterkrade und Oberhausen, 1929, wurde dann auch Oberhausen Gesellschafter und ist es bis auf den heutigen Tag geblieben.

Mit der Aufnahme des Geschäftsbetriebes der Rheinisch» Westfälsche Wasserwerksgesellschaft GmbH am 1. Januar 1913 übernahm diese die mittelbare Versorgung der Gemeinde Oberhausen, d. h. die Gemeinde Oberhausen kaufte Abnehmer. Lediglich die Betriebe der früheren 
Gutehoffnungshütte (HOAG, GHH Sterkrade) verfügen über eigene Wassergewinnungsanlagen. Im Jahre 1954 übernahm die RWW auch das Verteilungsnetz der Stadt Oberhausen und damitdie restlose Versorgung bis zum letzten Abnehmer. Die Stadtteile Sterkrade und Osterfeld wurden seit jeher unmittelbar durch die Gesellschaft versorgt“. Heimatbuch Seipp 1964

  • Die Postkarte wurde von einen der beiden Wassertürme aufgenommen. Was sieht man denn? 

Das ist nicht alles sehr leicht, keiner von uns hat diesen Anblick jemals live gesehen. Da muss man schon einige Bilder geschaut haben und so finde ich detaillierte Kenntnisse haben sonst hat man erhebliche Schwierigkeiten etwas auf dem Bild zuerkennen. Kriege und die Stadtentwicklung machen
es nicht leicht alles zu identifizieren. Wir haben uns mal dran gewagt und haben vieles raus bekommen.

  • Der Blick von den Wassertürmen Richtung Bahnhof ca. 1897-1900 

Wir schauen von einem der beiden Wassertürme Richtung Bahnhof. Die
beiden Wassertürme standen bis 1920 an der Mülheimer Straße zwischen
Marktstraße und Königstraße (heule Helmholtzstraße). Fast mittig steht die
Kirche der evangelischen Gemeinde Oberhausen l, die heutige Christuskirche
erbaut 1864., Der Bahnhof sieht man leider nicht, er wäre hinter der Kirche.
Rechts im Bild der Schornstein und die Halle gehörten zur „Kraftstation“ von
der die Straßenbahn ihren Strom bekam, sie lag an der Zechenbahnstr heute
Danzigerstr. . Erbaut und in Betrieb genommen 1896 und 1897. Später
entsteht dort „Staedtisches Electrizitätswerk“ 1901.Das Gebäude steht immer
noch dort. Ganz am Bildrand ist eine Halle der Grilloschen Zinkfabrik zu sehen.
Links vom Schornstein sieht man die Villa von Herrn Grillo. Etwas weiter links
im Hintergrund unser altes Rathaus noch etwas weiter links das Haus von
Direktor Hüttenmüller von der Styrumer Eisenindustrie.
Die Schornstein in der Mitte zwischen Kirche und Elektrizitätswerk gehört zum Gaswerk (bis 1897 gehörte es noch zu Grillo dann Stadt Oberhausen) und der
Ornamenten-Fabrik Fecht worüber wir einen Artikel geschrieben haben es lag
an der Niederstraße (heute Tannenbergstraße). Heute befindet sich dort der
Berliner Park. Im Vordergrund das zweite Haus links steht das evangelische
Waisenhaus an der Königstraße. Die helle Fläche mit der Eingangspforte
gehört zum evangelischen Friedhof. Die Kamine am linken Bildrand gehören
zur 1901 stillgelegten „Styrumer Eisenindustrie". Darüber schreiben wir gerade
einen Artikel.Hier sieht man noch so viel Freifläche das wird sich in den
kommenden Jahren stark ändern. Vergleicht es mal mit heute.
Das Portraitbild zeigt erste Gebäude der katholischen Herz-Jesu-Kirche am
Altmarkt. Im Hintergrund das wenige Jahre zuvor erbaute Pfarrhaus der
Gemeinde Herz-Jesu an der Mittelstraße heute Christoph-Schlingensief-Straße.

Quellen:  
Oberhausener Heimatbuch.
Seipp, Wilhelm:
Verlag: Stadt Oberhausen, (1964)

Verschiedene Ausgaben des Generalanzeiger und der Ruhrwacht  1910er

Ansichtskarten: Walli Wölk. Danke schön.

Auch diesmal wieder dabei Herr Uecker Mitarbeiter des Stadtarchivs der wieder mal sehr mitgeholfen hat . Vielen Dank.

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