Die Gedenksäule, Ehrenmal im Volksparkstadion Oberhausen-Sterkrade

Die Gedenksäule, Ehrenmal  im Volksparkstadion Sterkrade.
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  • Die Gedenksäule, Ehrenmal im Volksparkstadion Sterkrade.
  • hochgeladen von Martin Grundmann

Hallo liebe Leserinnen und Leser viele von euch kennen bestimmt die Säule, Ehrenmal  die in der Nordkurve Oberhausen-Sterkrader Volksparkstadion steht. (Volksparkstadion Wilhelmstraße 93-95

46145 Oberhausen-Sterkrade) Man schaut unweigerlich darauf und hat sich bestimmt auch schon mehrmals gefragt warum steht sie dort, was hat sie für eine Bedeutung.
Man geht dann näher zu Säule und versucht etwas herauszubekommen. Wenn man nah genug ran geht, sieht man deutlich das Eiserne Kreuz, dass das Ehrenmal schmückt, darunter steht der Satz "Gott mit uns". An den Seiten steht 1813 und 1913 und hinten 18. Oktober.

Das sind schon sehr viele Daten. Schon alleine diese Daten verraten uns, das die Gedenksäule absolut nichts mit der NS-Diktatur (1933-45) zu tun hat. Ich war genauso wie viele andere neugierig geworden und wollte wissen was es mit der Gedenksäule auf sich hat. Man schaute sich alle zu Verfügung stehenden Oberhausener Bücher an, speziell die über Sterkrade, leider fand ich nur sehr wenige Infos und ein Bild. Die Suchmaschinen im Internet ergaben sich auch keine Hinweise darauf, wer es errichtet hat, seit wann sie dort steht, stand sie immer dort und noch viele andere Fragen.

Das alles was jetzt folgt hat natürlich etliche Monate Recherchezeit gekostet. Hier könnt ihr nachlesen, was ich über die Gedenksäule zusammentragen konnte. Leider ist sie wie sooft bei historischen Artikeln, der Artikel noch  nicht komplett. Das hat mannigfaltige Gründe die Chance etwas zu finden ohne ein konkretes Datum, gestaltet sich sehr schwierig. Von all den vielen wunderbaren Zeitungen im Stadtarchiv gibt es keine Inhaltsangabe, also weiß man auch nicht, wo was steht. Hier war es noch einfach ich hatte einige Daten zu Verfügung.

Fangen wir mir einfachsten Sachen. Die Sichtbaren Daten.

  • Die Worte auf der Gedenksäule „Gott mit uns“.

Gott mit uns war der Wahlspruch des preußischen Königshauses (seit 1701) und damit auch der Deutschen Kaiser (seit 1871). Der Ausspruch ist dem Buch Judit (Jdt 13,11 EU) entnommen und wurde in den Befreiungskriegen von preußischer Seite auch als Schlachtruf gebraucht. Preußische Mannschaften trugen ihn seit der Einführung des Virchow-Gepäcks 1847 auf ihren Koppelschlössern. Seit 1861 ist er zudem Wahlspruch des preußischen Kronenordens. Sämtliche 3- und 5-Mark-Stücke des Deutschen Kaiserreichs tragen die Randschrift GOTT MIT UNS

  • Herkunft des Satzes:

Nobiscum deus („Gott mit uns“) war der Schlachtruf des späten Römischen Reiches und des Byzantinischen Reiches, auf Deutsch wurde dieser Ausspruch zuerst vom Deutschen Orden verwendet.
Der Wahlspruch Gott mit uns ist eine wörtliche Übersetzung des hebräischen Namens Immanu-El (עמנואל) und spielt auf das Heilsorakel des Propheten Jesaja für den judäischen König Ahas im Jahre 733 v. Chr. An.

Detaillierte Informationen bitte hier klicken.

Gott mit uns Wikipedia

  • Eisernes Kreuz

Das Eiserne Kreuz ist ursprünglich eine preußische Kriegsauszeichnung und wurde am 10. März 1813 von König Friedrich Wilhelm III. für Auszeichnung im Befreiungskrieg gegen die Napoleonische Fremdherrschaft gestiftet.
Der Entwurf des Eisernen Kreuzes stammt vom Architekten und Maler Karl Friedrich Schinkel. Als Oberlandesbaudirektor schuf er im Geiste des antiken Stils eine Menge von prächtigen Gebäuden in Berlin (Schauspielhaus, das Alte Museum, Bauakademie etc.), sowie mehrere Kirchen in Berlin, Schloss Babelsberg und die Nikolaikirche in Potsdam.

Detaillierte Informationen bitte hier klicken.  
Eisernes Kreuz (A)
Eisernes Kreuz (B) wikipedia

  • Das Datum soll an die Völkerschlacht bei Leipzig von 1813 erinnern.

Die Völkerschlacht bei Leipzig vom 16. bis 19. Oktober 1813 war die Entscheidungsschlacht der Befreiungskriege. Dabei kämpften die Truppen der Verbündeten, im Wesentlichen Russland, Preußen, Österreich und Schweden, gegen die Truppen Napoleon Bonapartes.
Mit bis zu 600.000 beteiligten Soldaten aus über einem Dutzend Ländern war dieser Kampf bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wahrscheinlich die größte Schlacht der Weltgeschichte.[7] In dieser wichtigsten Schlacht des Befreiungskrieges gegen die napoleonische Herrschaft brachten die zahlenmäßig überlegenen verbündeten Heere der Österreicher, Preußen, Russen und Schweden Napoleon Bonaparte die entscheidende Niederlage bei, die ihn dazu zwang, sich mit der verbliebenen Restarmee und ohne Verbündete aus Deutschland zurückzuziehen.
In der Schlacht wurden von den rund 600.000 beteiligten Soldaten 92.000 getötet oder verwundet.

Detaillierte Informationen bitte hier klicken.

Völkerschlacht bei Leipzig Wikipedia

  • 18. Okt. 1913 Die Hundertjahrfeier Aufstellung der Gedenksäule

Die Vorbereitungen zur Aufstellung der Gedenksäule waren schon Wochen vorher geplant und ausgeführt worden. Es lief wie am Schnürchen die Arbeiten kamen zügig voran. Die ganze Sterkrade und natürlich, Osterfeld, und Oberhausen bereiten sich natürlich auch auf dieses Fest vor. Damals ein heute für man sagen: Ein Event der Extraklasse“. Sämtliche Kriegervereine, Turnvereine usw. bereiteten sich auf den großen Tag vor. Viele Anzeige wurden in den örtlichen Zeitungen geschaltet. Überall wurde gefeiert und eingeladen. Sterkrade war ja noch in guter Laune einige Monate vorher hatte man die Stadtrechte bekommen auch dieses Ereignis wurde pompös gefeiert.
die Einweihung zur Hundertjahrfeier stattfand wollte alles bis ins kleinste Detail.

  • Die letzten Vorbereitungen zur Hundertjahrfeier finden statt

Am 15. Oktober 1913 wurden die letzten Vorbereitungen für die die Einweihung beendet. 
Der lang herbei gesehnte Tag ist gekommen. Schon früh morgens merkte man schon etwas von der Stimmung die gegen 8 Uhr abends ihren Höhepunkt erreichte, denn um diese Zeit wurde die Gedenksäule der Stadt übergeben.

  • Glocken läuteten die Feier ein. Abmarsch vor der Sammelstelle Richtung Volkspark

Glockengeläut leitete am Samstagabend die Feier ein Sämtliche Krieger und Turnvereine machten sich bereit für den Marsch zur Gedenksäule. Pünktlich um 19:45 Uhr versammeln sich Die Vereine auf der Kolbschen Wiese an der Friedrichstraße. Von der Sammelstelle bewegte sich der imposante Fackelzug durch die Friedrich-, Steinbrink-, Markt- und Gymnasial-Straße zum Volkspark. Ein wahres Lichtermeer unzählige Leute waren auf dem Weg zur Einweihung der Gedenksäule.
Die Krieger und Turnvereine bilden die Spitze des Zuges Die anderen Vereine wurden gelost und folgten ihnen.

  • Beschreibung und Standort der Gedenksäule (Siehe Karten)

Dort erhebt sich vor dem Eingang zum Licht und Luftbade auf ( Früher Berg- danach Parkstraße) massiven Steinsockel durch die von Künstlerhand des Herrn Bananodo entworfene, in den Werkstätten der Gutehoffnungshütte hergestellte eisengegossene Gedenksäule, deren Kopf mit einem wuchtigen „Eisernen Kreuz " gekrönt ist. Die fünf Meter hohe Säule trägt an ihrem oberen Rande die Inschrift: „18. Oktober 1813-1913. Gott mit uns!" Diese Gedenksäule, gestiftet von den vereinigten Turn- und Kriegervereinen der Stadt mit Unterstützung der Stadt und der Gutehoffnungshütte, wurde der Stadt in treue Obhut übergeben. Während nebenan ein mächtiges Freudenfeuer gen Himmel loderte, hielt Gymnasialdirektor Mantau, Vorsitzender der vereinigten Turnvereine, eine Absprache und übergab die Gedenksäule der Stadt. In deren Namen übernahm technischer Beigeordneter Regierungsbaumeister a.D. Riesen das Denkmal. Nach Abklingen eines Liedes begeben sich die Vereine sodann zu dem Nachfeiern in die Festlokale. Nachfeiern werden veranstaltet bei Morschheuser, Bross und Wellmann, Neumühlerstr.
 
Heutiger Standort der Gedenksäule
Volksparkstadion Sterkrade 
Wilhelmstraße 93-95
46145 Oberhausen-Sterkrade

Volkspark Stadion Sterkrade

  • Umstellung des Ehrenmals ins Volksparkstadion 1927 

Siehe Foto 1927.

  • 1963 150 Jahre nach der Aufstellung und 250 Jahre nach der Völkerschlacht braucht die Gedenksäule eine Renovierung.

Lange zähe Verhandlungen führen zum Erfolg. Säule wird von GHH restauriert.

Nach hartnäckigen Verhandlungen der LG Sterkrader Schützenvereine und der Kyffhäuser Kameradschaften haben nach langen hin und her zu einem erfreulichen Erfolg geführt. Frau Oberbürgermeisterin Albertz gab die Einwilligung zur Restaurierung des Ehrenmals im Stadion am Volkspark und zur Durchführung von Totengedenkfeiern an dieser Stätte. Damit verfügt Sterkrade über ein würdiges Mahnmal.

  • Die stark lädierte Gedenksäule wird durch das schnelle Handeln von Dr. Frank wiederinstandgesetzt.

Direktor Dr. Frank von der GHH zögerte keinen Augenblick, Anweisungen für die erforderliche Instandsetzung zu geben. Die Arbeiten wurden zwei Tage später ausgeführt und waren einige Tage vor der Totengedenkfeier angeschlossen.

  • Zum Volkstrauertag war die Gedenksäule fertig. Ein starker Andrang zum Volkstrauertag. (Siehe Fotos)

Das Jahr 1913 wo die Säule errichtet worden ist war für Sterkrade ein sehr wichtiges Jahr.
Hier einige Beispiele. Chronik Sterkrade

1913 17. März Sterkrade erhält die Stadtrechte.

1913 23. März Weiterführung der Straßenbahnstrecke der Linie 2; Bahnhof Sterkrade - Bahnhof Buschhausen.

1913 23. März Grundsteinlegung der Lutherkirche in Buschhausen.

1913 Beginn der Teufarbeiten des Schachtes 4 am Elpenbach, zur untertägigen Infrastrukturverbesserung der Schachtanlage Osterfeld.

1913 1. April Sterkrade wird zur Stadt erhoben; Erhebungfeier am 29. Juni; Sterkrade hat 37.000 Einwohner.

1913 7. April Kommerzienrat Dr. Paul Reusch wird Ehrenbürger der Stadt Sterkrade.

1913 18. Okt. Einweihung der Gedenksäule (steht heute in der Nordkurve des Volksparkstadion) durch die vereinten Krieger- und Turnvereine der Stadt Sterkrade zur Erinnerung der Völkerschlacht bei Leipzig vom 16-19. Oktober 1813.

1913 4. Juni Annahme eines Stadtwappens der Stadt Sterkrade: Das Sterkrader Wappenschild zeigt eine Vereinigung der Wappen von der 20. Äbtissin der Abtei Sterkrade. Anna Catherina von Nunnum, genannt Düker, 1674 - 1715, und das Wappen des Geschlechts von Hounpel, vom Niederrhein, aus dem die Mutter der Äbtissin stammt.

Quellen.
Oberhausener Zeitung verschiedene Ausgaben. 1913
General-Anzeiger verschiedene Ausgaben 1913, 1963
Ruhrwacht verschiedene Ausgaben 1963
WAZ verschiedene Ausgaben 1963
Festschrift Kriegervereine Sterkrade.
Alfred Lindemann Chronik Sterkrade

Herzlichen Dank an Herrn Uecker, Mitarbeiter des Stadtarchivs, der mir wie immer sehr geholfen hat beim Recherchieren.

Autor:

Martin Grundmann aus Oberhausen

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